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Epipedobates anthonyi (NOBLE, 1921) El Oro Blattsteiger
(engl. Anthonys Poison-arrow Frog)
- Terraristikanfänger
- Fortgeschrittene Halter
Epipedobates anthonyi ist ein sehr dankbarer, ausdauernder Pflegling der sehr leicht verfügbar und gut für Einsteiger geeignet ist. Sein aufmerksames Wesen und sein interessantes Brutpflegeverhalten machen ihn zu einem lohnenden Studienobjekt.
In der Systematik der Pfeilgiftfrösche hat sich in letzter Zeit einiges getan. Nach groß angelegten genetischen Untersuchungen an Laubfröschen (Faivovich et al. 2005) folgte eine große Arbeit über die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den Amphibien (Frost et al. 2006) und eine Studie, die sich speziell mit den Dendrobatiden beschäftigt hat (Grant et al. 2006). Aus diesen Arbeiten ergaben sich teils gravierende nomenklatorische Veränderungen, so finden wir die Gattung Epipedobates nun in der Familie der Dendrobatidae in der Unterfamilie Colostethinae. Aktuell sind die nächst verwandten Gattungen Silverstoneia und Colostethus und die Gattung Epipedobates beinhaltet neuerdings nur noch die folgenden fünf Arten:
- Epipedobates anthonyi (Noble, 1921)
- Epipedobates boulengeri (Barbour, 1909)
- Epipedobates espinosai (Funkhouser, 1956)
- Epipedobates machalilla (Coloma, 1995)
- Epipedobates tricolor (Boulenger, 1899) (Frost 2006).
Schulte (1999) wies bereits auf Unterschiede zwischen den lange Zeit als „Hochlandform“ und „Tieflandform“ bezeichneten E. tricolor hin. Im Jahr 2004 zeigten dann genetische Untersuchungen von Graham et al. (2004) das die bis zu diesem Zeitpunkt als E. tricolor bezeichneten Populationen deutliche Unterschiede in ihren Genotypen aufwiesen und daher unterschiedliche Arten darstellen. Als E. anthonyi (Typenfundort: Salvia, Provinz El Oro) gelten alle südlichen Population in Ecuador während als E. tricolor (Typenfundort: El Porvenir, Provincia de Bolívar) nur die Populationen des zentralecuadorianischen Hochlandes anzusehen sind. Die kürzeste Distanz zwischen diesen beiden getrennten Gebieten beträgt etwa 200 km, so sind die Populationen gut voneinander getrennt, und E. anthonyi und E. tricolor kommen nicht sympatrisch vor. Des Weiteren stellen Graham et al. (2004) fest, dass es deutlich klimatische Unterschiede zwischen den Habitaten der beiden Arten gibt. Epipedobates tricolor bewohnt deutlich feuchtere und weniger saisonal geprägte Gebiete als E. anthonyi, was bei der Wahl der Haltungsbedingungen berücksichtigt werden sollte. Die meisten Tiere, die als E. tricolor in unseren Terrarien gehalten werden, stammen von Populationen aus dem Tiefland ab und sollten folglich als E. anthonyi bezeichnet werden. Nur die „Hochlandform“ stellt nach der aktuellen Systematik E. tricolor dar.
Epipedobates anthonyi kommt im Südwesten Ecuadors und im Nordwesten Perus westlich der Anden zwischen 153 und 1387 m üN vor (FROST 2006). Die Temperaturen im Habitat erreichen Maximalwerte von 28 °C und Minimalwerte um 14°C.

Die Art gilt nach IUCN Kriterien als Near Threatened (Fast Bedroht), was vorwiegend auf Habitatverlust, Umweltverschmutzung und das relativ kleine Verbreitungsgebiet zurückzuführen ist (IUCN 2006). Die Tiere sind in der EU-Artenschutzverordnung Anhang B gelistet und daher bei der zuständigen Behörde meldepflichtig.
Die Tiere erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 27 mm, wobei die Weibchen im Allgemeinen etwas größer als die Männchen werden, und weisen eine dunkelrote bis braunrote Grundfärbung auf. Drei gelb-weiße bis blass grüne Längsstreifen befinden sich dorsal bzw. dorsolateral und können bei einigen Tieren in Punkt oder Strichreihen aufgelöst sein. Die Hinterbeine sind in den Farben der Längsstreifen gesprenkelt und Bauch, Brust und Kehle sind weiß mit einer mehr oder weniger ausgeprägten rötlichen Marmorierung. Männchen sind oftmals an der intensiveren Grundfärbung und einer etwas schlankeren Gestalt zu erkennen.
Epipedobates anthonyi ist trotz seiner geringen Größe recht stimmgewaltig. Unsere Tiere riefen über den ganzen Tag verteilt, wobei sie morgens und kurz nach besprühen der Terrarien eine erhöhte Aktivität zeigten. HERMANS et al. (2002) beobachteten ein ähnliches tageszeitliches Aktivitätsmuster. Bei E. anthonyi konnten wir vier verschieden Rufe unterscheiden. Der meistgehörte ist ein relativ langer, trällernder Ruf der an einen Kanarienvogel erinnert und zur Reviermarkierung sowie zum Anlocken der Weibchen dient (Langtriller, mittlere Pulsrate 18,0 Pulse/s; N = 5). Ähnlich aufgebaut, jedoch deutlich kürzer ist der „Kurztriller“ (mittlere Pulsrate 18,0 Pulse/s; N = 5). Er wird von Männchen ausgestoßen wenn sie Eindringlinge wie andere Männchen in „ihrem“ Revier entdecken. Folgt ein Weibchen dann dem Männchen, gibt er einen quakähnlichen Ton von sich, der an unsere einheimischen Frösche erinnert. Des Weiteren gibt es noch ein Ruf der wie ein meckern klingt, nicht ganz so laut ist wie der trällernde Ruf. Er hört sich aufgrund seiner geringeren mittleren Pulsrate (14,5 Pulse/s; N = 7) sowie Pulslänge etwas abgehackter an und findet bei der Verteidigung des Reviers und Geleges gegen andere Männchen Verwendung.
Allg. Eigenschaften |
Min |
Max |
Mittel |
N |
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Basalfrequenz [kHz] |
1,9 |
2,5 |
2,2 |
5 |
Dominanzfreqenz [kHz] |
3,7 |
5,0 |
4,3 |
5 |
2. Harmonische [kHz] |
6,0 |
6,8 |
6,3 |
5 |
3. Harmonische [kHz] |
8,1 |
8,8 |
8,4 |
5 |
4. Harmonische [kHz] |
9,9 |
10,8 |
10,4 |
5 |
5. Harmonische [kHz] |
11,8 |
13,5 |
12,5 |
5 |
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Langtriller |
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Länge [s] |
3,7 |
4,6 |
4,1 |
5 |
Pulszahl |
68 |
84 |
74 |
5 |
Pulslänge [s] |
0,021 |
0,038 |
0,029 |
74 |
|
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Kurztriller |
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Länge [s] |
1,3 |
1,5 |
1,5 |
5 |
Pulszahl |
32 |
41 |
35 |
5 |
Pulslänge [s] |
0,013 |
0,033 |
0,027 |
32 |
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Aggressionsruf |
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Länge [s] |
1,1 |
2,9 |
2,1 |
7 |
Pulszahl |
20 |
42 |
28,6 |
7 |
Pulslänge [s] |
0,016 |
0,032 |
0,025 |
35
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Oszillogramm und Spektrogramm des Kurztrillers, Langtrillers und des Aggressionsrufes von Epipedobates anthonyi. Aufgenommen mit Sennheiser K6 und ME-66 Mikrophon, digitalisiert mit Creative Soundblaster PC Karte, analysiert mit Adobe Audition 1.5 und Syrinx; Aufnahmeabstand: 30 cm; 25°C:

Die Sozialen Interaktionen und unterschiedlichen Rufe dieser Art waren Gegenstand einer Dissertation (HERMANS 2000) und einer Staatsexamesarbeit (HÜFNER 2003) deren Ergebnisse jedoch so weit wir wissen nicht publiziert wurden. Die Angaben in beiden Arbeiten stimmen weitgehend mit unseren Daten überein, jedoch findet die Unterteilung in Langtriller und Kurztriller nur in HÜFNER (2003) statt und Angaben zum Aggressionsruf fehlen. HERMANS et al. (2002) zeigen ein Spektrogramm des Anzeigerufes (eines Langtrillers) von E. anthonyi, unterscheiden jedoch nicht zwischen Kurztriller und Langtriller. Die physikalischen Parameter des gezeigten Rufes scheinen den von uns aufgenommenen sehr ähnlich zu sein.
Das Hautgift von E. anthonyi besteht aus einer Vielzahl verschiedener Bestandteile. Es wurde von Dr. J. DALY erstmals 1974 untersucht und der wirksamste Bestandteil als Alkaloid 208/210 bezeichnet. DALYs Studien zeigten, dass das Epibatidin, wie Alkaloid 208/210 später von ihm bezeichnet wurde, ca. 200-mal wirksamer als Morphinderivate die Hitzerezeptoren bei Mäusen hemmen kann, ohne jedoch wie Morphinderivate abhängig zu machen (SPANDE et al. 1992, TRAYNOR 1998). Das macht es sehr interessant für pharmakologische Anwendungen, zumal deutlich geringe Dosen notwendig sind (2,5 µg kg-1 Epibatidin hat gleiche Wirkung wie 10 mg kg-1 Morphin!). Seither wurde viel an Epibatidin geforscht um es als Schmerzmittel nutzbar zu machen, jedoch macht seine hohe Toxizität noch immer Probleme (TRAYNOR 1998). Zu den toxischen Eigenschaften zählen diverse Lähmungserscheinungen die im Extremfall sogar zum Tode führen können. Nach einiger Zeit im Terrarium ist die Giftigkeit jedoch deutlich reduziert, da viele Pfeilgiftfrösche zur Produktion der giftigen Bestandteile des Hautsekretes auf Alkaloide in der Nahrung angewiesen sind (DALY et al. 1994a, DALY et al. 1994b).
Bei uns sind die Tiere in Gruppen in Terrarien mit den Maßen 40 x 50 x 60 cm bzw. 70 x 70 x 70 cm (L x B x H) untergebracht. Das kleinere Terrarium ist mit 3,2 E. anthonyi besetzt und hat eine nach schräg eingeklebte Bodenscheibe, die nach vorne in einen 5 cm breiten und tiefen Wassergraben mit einem Abfluss endet. Die Rück-, Seitenwände und der Boden sind mit Presskorkplatten beklebt und reichlich mit diversen Bromelien (Guzmania sp., Vrisea sp.) und Rankpflanzen (Ficus pumillo) bepflanzt. Beleuchtet wird das Terrarium 12 Stunden täglich mit einer Osram Energiesparlampe (11 W). Die Temperaturen bewegen sich im Tagesverlauf zwischen 24 und 26 °C und erreichen nachts ein Minimum von 18°C. Auf eine zusätzliche Heizung wurde verzichtet, da andere Terrarien das Terrarienzimmer tagsüber ausreichend aufheizen. Eine kleine Springbrunnenpumpe speist über ein Schlauchsystem einen kleinen Bachlauf der in der rechten oberen Ecke des Terrariums beginnt, in dem Wassergraben endet und eine Luftfeuchtigkeit zwischen 70 und 100 % im Tagesverlauf ermöglicht. Zusätzlich wird ein- bis zweimal täglich das gesamte Terrarium mit Leitungswasser besprüht um die Bromelien mit Wasser zu versorgen. Neben den zahlreichen Bromelien werden in einem Winkel von 30° an den Wänden angebrachte Fotofilmdosen als zusätzliche Leichplätze geboten.
Das größere Terrarium hat die Maße 70 x 70 x 70 cm. Eine schräge Bodenscheibe verhindert Staunässe und fauliges Wasser im Terrarium, sie endet in einem ca.10 cm tiefen und breiten Wassergraben mit einem Abfluss der an einen Aquarienfilter (400 l / Std.) angeschlossen ist. Der Filter pumpt das Wasser in einen Bachlauf der von oben rechts über die Rückwand und links über die Seitenwand verläuft und schließlich in einem kleinen Wasserfall am Wassergraben endet. Der Wasserlauf läuft für ca. 2 Stunden am Tag, da sonst die Luftfeuchtigkeit zu hoch wird und die Scheiben tropfnass werden. Eine Regenanlage wird etwa alle 3 Tage angeschaltet, da die Tiere es gerne auch mal etwas trockener haben. Dabei sinkt die Luftfeuchtigkeit trotzdem selten unter 80 %. Das ganze Becken ist mit verschiedenen Bromelien und Orchideen sowie mit diversen Kletterpflanzen bepflanzt, und wird mit einer Neonröhre (Planzenlicht) täglich 12 Stunden beleuchtet. Zusätzlich wird alle 45 min für jeweils 15 min eine Sonnenlichtlampe (50 Watt) zugeschaltet, sodass die Temperaturen tagsüber 22-24 °C betragen und nachts auf ca. 18 °C sinken. Wasser wird regelmäßig alle 2 Tage nachgefüllt, im Sommer bei starker Verdunstung auch täglich. Dabei findet ausschließlich Regenwasser aus der Regentonne Verwendung, es ist gelbbraun und mit Grünalgen versehen, aber immer klar.
Nahrungsanalysen zeigten, dass sich E. anthonyi in freier Wildbahn vorwiegend von Ameisen ernährt, aber auch verschiedene Larven, Käfer und fliegende Insekten nicht verschmäht (DARST et al. 2005). Im Terrarium werden die Tiere alle zwei Tage mit frisch geschlüpften Heimchen, weißen Asseln, Krullfliegen oder kleinen und großen Drosophila gefüttert, die sie schnell und gierig erbeuten. In den Sommermonaten kann auch kleines Wiesenplankton zugefüttert werden. Um eine gute Vitamin- und Mineralstoffversorgung zu gewährleisten wird dass Futter ein- bis zweimal pro Woche mit Vitaminpräparaten (Korvimin ZVT; Amivit; Vita Totaal, Repco; Reptimineral, Sera) bestäubt und die eingepuderten Futtertiere in eine kleine Schale mit einem Stück Banane im Terrarium gegeben. Diese dient als Lockstelle für die Fliegen und erleichtert das Entfernen der Vitaminpulverreste
Männchen von E. anthonyi sind verglichen zu ihrer Größe recht stimmgewaltig und rufen in kleinen Gruppen gehalten von morgens bis abends. Ist ein Weibchen trächtig, bemerken dies die Männchen und werben deutlich intensiver. Bei der Balz locken die Männchen die Weibchen durch die Rufe zu geeigneten Eiablageplätzen. Kommen die Weibchen in die Nähe eines rufenden Männchens, wird dieses sichtlich nervös und tänzelt in Richtung Laichplatz wohin ihm das paarungsbereite Weibchen folgt. Am häufigsten beobachteten wir die Eiablage im Amplexus. Dabei sitzt das Männchen auf dem Rücken des Weibchens und klammert es mit seinen Vorderfüßen bis die Eiablage und die Befruchtung erfolgt sind. Ich (MG) habe oft beobachtet, dass sich die Weibchen manchmal noch „umentscheiden“, obwohl sie schon einem Männchen gefolgt sind und auch schon länger, etwa eine Stunde, mit einem Männchen auf dem Rücken an dem Laichplatz sitzen. Dann schüttelt das Weibchen das Männchen ab und sucht sich den nächsten mit dem sie sich auch paart.
Sobald das Weibchen anfängt die Eier abzulegen und diese befruchtet sind, verlässt das Männchen das Weibchen und kommt regelmäßig wieder um das Gelege zu bewachen und zu bewässern. Dabei vertreiben die Männchen andere Tiere durch anspringen und wenn das Männchen nicht gut aufpasst, werden die Gelege von anderen Männchen gefressen. Sobald die Larven nach etwa 1-2 Wochen geschlüpft sind, setzt sich das Männchen mit dem Hinterteil in das Gelege, damit die Quappen auf den Rücken kriechen können. Dort saugen sie sich fest, bis sie vom Männchen im Wasser abgesetzt werden. Oft tragen die Tiere die Quappen einige Tage auf dem Rücken und setzten nicht alle gleichzeitig ab. Daraus lässt sich schließen, dass die Tiere in der Natur weitere Strecken zurücklegen und die Quappen an verschiedenen Wasserstellen absetzen. Als Laichplätze werden zumeist Bromelienblätter bevorzugt, Filmdosen oder Petrischalen über die eine Kokosnusshälfte gestülpt wird, werden jedoch ebenfalls genutzt. Wichtig erscheint eine glatte Fläche als Laichunterlage zu sein. Die Weibchen sind bei guter Ernährung in der Lage, etwa alle 10 Tage ein Gelege in der Größe von 2 - 40 Eiern abzulegen und somit sehr produktiv.
Die Aufzucht der Larven gestaltet sich als ausgesprochen unkompliziert; sie werden sich bei uns im Wasserteil des Beckens selbst überlassen und ernähren sich von den Algen aus der Regentonne, sowie von verwelkten Blättern der Bromelien und Orchideen, die wir auch in den Wasserteil werfen. Etwa alle zwei Wochen gibt es eine Fischfuttertablette. Das Wasser wird nicht gewechselt da die zahlreichen Pflanzen in den Terrarien als biologische Filter wirken, lediglich 2 x im Jahr wird der Außenfilter gereinigt und das Wasser ersetzt. Die Larven sind nicht kannibalisch veranlagt und können auch in Gruppen gleicher Größe in einem kleinen Aquarium aufgezogen werden.
Als Futter nehmen sie neben den Algen auch klein geriebenes Zierfischfutter, zerkleinerte Bachflohkrebse, Mückenlarven und ähnliches. Es ist darauf zu achten täglich immer nur kleine Mengen Futter anzubieten um das Wasser gerade in kleinen Volumina nicht zu stark zu belasten. Ein Teilwasserwechsel sollte je nach Wasservolumen alle 3 - 7 Tage erfolgen. Nach etwa 26 Tagen brechen die Hinterbeine durch und nach weiteren 7 - 14 Tagen die Vorderbeine. Die Jungfrösche gehen teilweise sehr klein an Land und benötigen Anfangs Springschwänze als Aufzuchtfutter. Sie legen jedoch schnell an Größe zu und bewältigen nach wenigen Tagen schon kleine Drosophila, die täglich mit Vitaminpräparaten eingepudert werden sollten um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Einige Jungfrösche fressen schon direkt große Drosophila, müssen sich dabei allerdings etwas anstrengen. Da E. anthonyi sehr produktiv ist, hat man meist rasch eine ganze Familie beisammen.
Alternativ zur Aufzucht im Terrarium können die Gelege auch vorsichtig in Petrischalen gezeitigt werden was durch eine größere Ausbeute belohnt wird. Dabei ist darauf zu achten, dass der Laich nicht komplett mit Wasser bedeckt, sondern lediglich umspült wird um eine ausreichende Sauerstoffversorgung zu gewährleisten. Sobald die Larven schlüpfen können sie in ein Aquarium überführt werden.
DENNIS RÖDDER
Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig
Adenauerallee 160
D-53113 Bonn
E-Mail: d.roedder.zfmk@uni-bonn.de
MELANIE GILLEßEN
Am Thekbusch 6
D-42549 Velbert
E-Mail: Melanie-Gillessen@gmx.de
Dieser Bericht ist auch in der Zeitschrift "Elaphe" der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT), Ausgabe 02/2007 erschienen.
Es hat Dich gepackt und Du hast ernsthaftes Interesse an der Haltung dieser faszinierenden Art? Für eine erfolgreiche Pflege ist weiterführende Literatur ein absolutes Muss!
An dieser Stelle gibts daher ein paar Empfehlungen, wobei die Reihenfolge der einzelnen Publikationen rein zufällig ist...
SCHMIDT, H. (1981): Dendrobates tricolor (BOULENGER, 1899), eine wertvolle Bereicherung unserer Tropenterrarien. - Herpetofauna, 11: 18-24.
SCHULTE, R. (1999): The poison-dart frogs: Peru. Vol. 2. Species descriptions. – INIBICO, Waiblingern, 292 S.
DALY, J. W., H. M. GARRAFFO, T. F. SPANDE, C. JARAMILLO & A. S. RAND (1994a): Dietary source for skin alkaloids of poison frogs (Dendrobatidae)? – Journal of Chemical Ecology, 20(4): 943-955
DALY, J. W., S. SECUNDA, H. M. GARRAFFO, T. F. SPANDE, A. WISNIESKI & J. F. COVER (1994b): An uptake system for dietary alkaloids in poison frogs (Dendrobatidae). - Toxicon, 32: 657-663
DARST, C. R., P. A. MENÉNDEZ-GUERRERO, L. A. COLOMA & D. C. CANNATELLA (2005): Evolution in dietary specialization and chemical defence in poison frogs (Dendrobatidae): a comparative analysis. - The American Naturalist, 165(1): 56-69
FAIVOVICH, J., C. F. B. HADDAD, P. C. A. GARCIA, D. R. FROST, J. A. CAMPBELL & W. C. WHEELER (2005): Systematic review of the frog family hylidae, with special reference to hylinae: Phylogenetic analysis and taxonomic revision. - Bulletin of the American Museum of Natural History, 294: 1-240.
FROST, D. R., T. GRANT, J. FAIVOVICH, R. H. BAIN, A. HAAS, C. F. B. HADDAD, R. O. DE SÁ, A. CHANNING, M. WILKINSON, S. C. DONNELLAN, C. J. RAXWORTHY, J. A. CAMPBELL, B. L. BLOTTO, P. MOLER, R. C. DREWES, R. A. NUSSBAUM, J. D. LYNCH, D. M. GREEN & W. C. WHEELER (2006): The amphibian tree of life.- Bulletin of the American Museum of Natural History, 297: 1-370.
GRAHAM, C. H., S. R. RON, J. C. SANTOS, C. J. SCHNEIDER & C. MORITZ (2004): Integrating phylogenetics and environmental niche models to explore speciation mechanisms in denderobatid frogs. - Evolution, 58(8): 1781-1793.
GRANT, T., D. R. FROST, J. P. CALDWELL, R. GAGLIARDO, C. F. B. HADDAD, P. J. R. KOK, D. B. MEANS, B. P. NOONAN, W. E. SCHARGEL & W. C. WHEELER (2006): Phylogenetic systematics of dart-poison frogs and their relatives (Amphibia, Athesphatanura, Dendrobatidae).- Bulletin of the American Museum of Natural History, 299: 1-262.
HERMANS, K. (2000): Inleidende studie naar het territoriaal en vocaal gedrag bij Epipedobates tricolor (Anura: Dendrobatidae). - Dissertation Universität Antwerpen.
HERRMANS, K., R. PINXTEN & M. EENS (2002): Territorial and vocal behavior in a captive dart-poison frog, Epipedobates tricolor BOULENGER, 1899 (Anura: Dendrobatidae). - Belgian Journal of Zoology, 132(2): 105-109.
HÜFNER, R. (2003): Das Verhalten des Pfeilgiftfrosches Epipedobates tricolor (BOULENGER, 1899) während der Eingewöhnungszeit in einem Neubesetzten Terrarium. - Staatsexamensarbeit Universität Darmstadt: 1-209.
IUCN (2006): Conservation International, and NatureServe. Global Amphibian Assessment. www.globalamphibians.org. Zugriff am 20.09.2006.
SPANDE, T. F., H. M. GARRAFFO, M. W. EDWARDS, H. J. C. YEH, L. PANEL & J. W. DALY (1992): Epibatidine: a novel (Chloropyridyl)azabicycloheptane with potent analgesic activity from an ecuadorean Poison Frog. - Journal of the American Chemical Society, 114: 3475-3478.
TRAYNOR, J. R. (1998): Epibatidine and pain. - British Journal of Anaesthesia, 81: 69-76.
ZIMMERMANN, H. (1983): Durch Nachzucht erhalten: Phyllobates tricolor. - Aquarienmagazin, 1: 17-22.
Weitere Literaturempfehlungen (z. B. zum Terrrarienbau, der Einrichtung oder der Bepflanzung von Terrarien) findest Du in unserem Literaturverzeichnis
(c) 2009, www.Reptilienland.com
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