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Anolis carolinensis (VOIGT, 1832)
Rotkehlanolis

(engl.: Green Anole)

 

 

Haltung / Anspruch


- Anfänger

- Erfahrene Halter

 

Die tagaktiven Anolis carolinensis zeigen im Terrarium ein breites Spektrum interessanter Verhaltensweisen. Die Tiere werden nicht sonderlich gross und sind – die richtigen Haltungsbedingungen vorausgesetzt – sehr einfach zu pflegen und auch nachzuzüchten. Das, und die Tatsache, dass vor allem Nachzuchten relativ „zahm“ werden können, macht diese Tiere zu sehr beliebten Pfleglingen.

 

Abstammung / Herkunft


Zur Familie der Leguane (Iguanidae) zählen etwa 700 verschiedene Arten. Innerhalb dieser Familie der gehört Anolis carolinensis zur Unterfamilie der Anolis (Polychrinae). Diese werden wiederum unterteilt in die Gattungen Polychrotidae, Leiosauridae, Leiosaurinae und Enyaliinae. Innerhalb der Gattung Polychrotidae wird nach Anolis, Norops, Phenacosaurus und Polychrus unterschieden. Bisher sind von dieser Art zwei verschiedene Unterarten bekannt:

 

• Anolis carolinensis carolinensis (VOIGT, 1832)

• Anolis carolinensis seminolus (VANCE, 1991)

 

Weil die Tiere die Farbe wechseln und zudem ihre Augen unabhängig voneinander bewegen können, bekamen sie den irreführenden Spitznamen „Amerikanisches Chamäleon“.

 

Verbreitungsgebiet / Natürlicher Lebensraum


Ursprünglich stammt Anolis carolinensis aus dem Südosten der USA. Dort kommen die Tiere von Florida in westlicher Richtung über Alabama und Louisiana bis nach Texas und Südoklahoma vor. Nach Osten umfasst die Verbreitung die Bundesstaaten Arkansas, Tennessee und Südvirginia. Außerhalb der USA besiedeln Anolis carolinensis ausserdem große Teile Nordost-Mexikos. Allerdings wurde diese Art vom Menschen auch nach Hawaii und sogar Japan verschleppt, wo mittlerweile eigenständige Populationen entstanden sind. Da in den neuen Verbreitungsgebieten jedoch ein Mangel an natürlichen Fressfeinden besteht, sind Rotkehlanolis eine Bedrohung für die dort heimischen Tiere geworden.

 

Anolis carolinensis lebt in kleinen Kolonien, ist überwiegend baumbewohnend und besiedelt Wald- und Strauchlandschaften. Die Tiere trifft man auf kleineren, nur wenige Meter hohen Bäumen oder Büschen und nur selten in den Wipfeln grösserer Bäume. Rotkehlanolis sind extrem anpassungsfähig und besiedeln subtropische, immergrüne Wälder ebenso wie Laubwälder, Graslandlandschaften oder Plantagen in unmittelbarer Menschennähe (Kulturfolger).

 



Schutzstatus


Rotkehlanolis unterliegen keinem Artenschutzabkommen. Man benötigt somit keinerlei Herkunftsnachweise und muss eine Haltung der Tiere auch nicht der Behörde melden.

 

Dennoch ist natürlich das Tierschutzgesetzt für jeden Halter bindend. Dieses besagt in Kurzform, dass ein Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend ernährt, gepflegt und untergebracht werden muss. Dabei darf die Möglichkeit des Tieres zu artgerechter Bewegung nicht so eingeschränkt werden, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder sonstige Schäden zugefügt werden. Jeder Tierhalter muss außerdem über Kenntnisse und Fähigkeiten für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung der Tiere verfügen.

 

Anolis carolinensis werden Jahr für Jahr in großer Anzahl der Natur entnommen. Die meisten in Zoofachgeschäften angebotenen Rotkehlanolis sind leider Wildfänge. Diese Tiere sind oft in einer schlechten oder sehr schlechten gesundheitlichen Verfassung. Sie haben weite Wege und zahlreiche Zwischenhälterungen hinter sich (der Zoohändler bekommt die Tiere vom Großhändler, der Großhändler vom Exporteur usw.) und sind voller Parasiten, die beim durch Fang, Transporte und schlechte Hälterung extrem gestressten Tier natürlich leichtes Spiel haben. Wildfänge haben extrem negative Erfahrungen mit Menschen gemacht und sind daher sehr scheu. Nachzuchten hingegen, die von Geburt an in Terrarien leben und somit die Pflegearbeiten und die Menschenhand gewöhnt sind, verlieren schon nach kurzer Eingewöhnungszeit jeglichen Fluchtinstinkt. Man sollte also immer versuchen, eine Nachzucht zu bekommen. Auf unserer Website gibt es übrigens auch ein Züchterverzeichnis

 

Allgemeines rund um Rotkehlanolis


Der Rotkehlanolis gehört zu den kleineren Anolis-Arten und verdankt seinen Namen der auffällig rot gefärbten Kehlfahne. Männchen erreichen eine Gesamtlänge von bis zu 22 cm, die Weibchen bleiben mit maximal 18 cm etwas kleiner. Die Tiere können bei artgerechter Haltung und guter Ernährung ein Alter von 8 Jahren erreichen.

 

Anolis werden häufig auch als Saumfinger bezeichnet, da viele Arten (diese hier eingeschlossen) über Haftlamellen verfügen und so auch glatte Oberflächen wie z. B. Glas erklimmen können. Dabei handelt es sich allerdings nicht wie häufig angenommen um Saugnäpfe, sondern vielmehr um mikroskopisch feine Härchen, die durch Adhäsionskräfte eine extrem gute Haftung ermöglichen. Zusätzlich verfügen Rotkehlanolis auch über Krallen, was sie zu exzellenten Kletterern macht. Das müssen sie auch sein, denn ihre geringe Größe hat zur Folge, dass sich die Tiere in der Natur gegenüber Fressfeinden (Prädatoren) wie größeren Echsen oder Vögel nicht wehren können. Ihre einzige Möglichkeit besteht somit in der Flucht, wobei ihnen die Kombination von Haftlamellen und Krallen einen Vorteil gegenüber anderen Reptilien verschafft.

 

Verhaltensweisen


Anolis carolinensis zeigen im Terrarium ein breites Spektrum interessanter Verhaltensweisen. Die Tiere reagieren auf die kleinsten Bewegungen in ihrem Umfeld und verbringen fast den gesamten Tag damit, von einem übersichtlichen und möglichst hohen Platz aus nach Futter, Rivalen, Geschlechtspartnern oder Fressfeinden Ausschau zu halten. Sie kommunizieren untereinander durch Kopfnicken, Aufstellen der Kehlfahne, Anheben, seitliches Abflachen oder Wippen des Körpers und ggf. sogar Schwanzschlägen. Hält man eine kleine Gruppe ist im Terrarium eigentlich immer etwas los und dem Betrachter wird nie langweilig. Nachts schlafen Rotkehlanolis festgeklammert an Ästen, auf Blättern oder in Felsspalten. Häufig ist zu beobachten, dass die Tiere einem guten Schlafplatz längere Zeit treu bleiben und diesen Nacht für Nacht immer wieder aufsuchen.

 

Von Natur aus sind Rotkehlanolis zwar eher scheue Zeitgenossen, ein ruhiger und geduldiger Umgang lässt die Tiere ihre Scheu aber meist schnell verlieren. Sind sie erst an die Hand des Pflegers gewöhnt und wissen, dass ihnen keine Gefahr droht, fressen sie ihm buchstäblich aus der Hand. Alle unsere Tiere waren extrem neugierig, fraßen von der Pinzette und kamen meist schon kurz nach Öffnen der Terrarienscheibe freiwillig auf die Hand gehüpft.

 

Der Rotkehlanolis lebt sehr territorial. Sein Revier verteidigt er gegenüber anderen Männchen bis auf das Äußerste und nicht selten kommt es bei diesen Revierkämpfen zu erheblichen Verletzungen der beiden Kontrahenten. Man darf Anolis carolinensis Männchen daher in keinem Fall – auch nicht für kurze Zeit – miteinander vergesellschaften! Das gemeinsame Halten mit mehreren Weibchen oder noch nicht geschlechtsreifer (subadulter) Männchen ist aber in der Regel problemlos möglich. Wenn ein neues Tier zu einer bestehenden Gruppe stoßen soll, ist es allerdings ratsam, das gesamte Terrarium von Grund auf zu reinigen und komplett umzugestalten. So kommen alle Terrarienbewohner zeitgleich in ein neues Umfeld. Dem Neuzugang der Gruppe wird dadurch die Integration erleichtert, da keine alten Reviere mehr bestehen und sich die Gruppe vollständig neu ordnen muss.

 

Die Männchen sind während der Paarungszeit äußerst aktiv und bedrängen die Weibchen in hohem Maße. Wird ein Weibchen zu stark bedrängt, verursacht dies hohen Stress und kann zu Nahrungsverweigerung und Rückzug bis hin zum Tode des Tieres führen. Daher ist es besser, statt nur eines Pärchens eine kleine Gruppe mit mehreren Weibchen zu halten, da sich der Paarungsdruck so auf alle Weibchen verteilt.

 

Terrarium / Einrichtung


Bei der Wahl des Terrariums sollte für die baumbewohnenden Rotkehlanolis besonders auf eine ausreichende Höhe geachtet werden. Eine Gruppe von einem Männchen und 3 Weibchen haben wir jahrelang erfolgreich in einem Terrarium mit den Maßen 80 x 50 x 80 cm gepflegt. Für kleinere Gruppen oder Pärchen kann das Becken natürlich etwas kleiner – allerdings nicht deutlich niedriger ausfallen. Je größer und besser strukturiert der künstliche Lebensraum ist, desto mehr natürliche Verhaltensweisen wird man von seinen Tieren zu sehen bekommen. Es sollte ihnen immer möglich sein, mehrere Reviere zu bilden und sich bei Bedarf aus dem Weg zu gehen – ansonsten kann es unter Umständen auch unter Weibchen zu plötzlichen Unverträglichkeiten kommen.

 

Anolis carolinensis benötigen viele Klettermöglichkeiten. Da sie über Haftlamellen verfügen und gerne an glatten Oberflächen klettern, werden insbesondere armdicke Bambusröhren von den Tieren gerne angenommen. Bambus wirkt im Terrarium sehr exotisch und der Innenraum bietet zusätzliche Versteckmöglichkeiten, die von den Anolis immer wieder gerne genutzt werden. Da sich bei Bambus schnell Schwarzschimmel bildet, wenn er den feuchten Bodengrund berührt, überzieht man am besten vorab ein Ende mit einer dünnen Schicht aus Silikon oder Kunstharz.

 

Grobe Äste, Weinreben und Regenwaldlianen werden ebenso erklettert wie Korkröhren und Pflanzen – die gleichzeitig auch für die nötigen Verstecke und Rückzugsorte sorgen.

 

Im feuchten Klima des Terrariums für Rotkehlanolis gedeihen echte Pflanzen besonders gut. Neben der schönen Optik tragen echte Pflanzen zum natürlichen Klima bei und bieten den Tieren zahlreiche Kletter- und Versteckmöglichkeiten. Bei der Bepflanzung eines Terrariums sollte aber darauf geachtet werden, dass die gewählten Pflanzen keinerlei Dünger, Pestizide oder sonstige Schadstoffe enthalten. In einigen Terraristikfachgeschäften sind spezielle Terrarienpflanzen im Angebot. Neue Pflanzen immer umtopfen und über einen Zeitraum von einigen Wochen mehrfach abduschen. Rotkehlanolis lecken die Sprühwassertropfen von den Blättern und Schadstoffrückstände könnten zu Vergiftungen führen. Gut geeignet sind z. B. Philodendron oder Ficus-Arten, grossblättrige Rankpflanzen, Bromelien oder Sansiverien. In unserer Rubrik Terrarienbepflanzung findet Ihr viele weitere Arten, die für den Einsatz in Terrarien geeignet sind.

 

Die Wahl des Bodengrundes ist nur für das Klima und die Pflanzen von Bedeutung, weniger für die Tiere, denn Rotkehlanolis halten sich nur sehr selten unten am Boden auf. Wegen der erhöhten Feuchtigkeit im Becken bringt man am besten zuerst eine Drainageschicht aus Blähton (Seramis oder Hydrokultur) ein. Darauf folgt das eigentliche Substrat: ca. 10 cm hoch eingefüllte unbehandelte (Terrarien-) Erde, in welche die Pflanzen direkt eingesetzt werden können.

 

Mehrere Thermometer runden die Einrichtung des artgerecht eingerichteten Rotkehlanolis-Beckens ab. Am besten platziert man je ein Messinstrument an der kühlsten und an der wärmsten Stelle - also direkt unterhalb des Wärmespots, sowie im mittleren oberen Bereich des Terrariums. So hat man Kontrolle über alle nötigen Temperaturzonen. Ein Hygrometer dient zur Überwachung der Luftfeuchtigkeitswerte.

 

Beleuchtung / Klima


In der Natur bestimmen Licht und Temperatur maßgeblich das Verhalten der Tiere. Um Rotkehlanolis auch im Terrarium gesund und artgerecht zu halten, ist das richtige Licht einer der wichtigsten Faktoren. Die Beleuchtung hat in vielerlei Hinsicht Einfluss auf das Leben, das Verhalten und die Entwicklung der Tiere. In der Terrarienhaltung sind drei Facetten des Sonnenlichtes von Bedeutung: sichtbares Licht, infrarotes Licht und ultraviolettes Licht. Das „richtige“ Licht ist also leider nicht mittels einer einzelnen Lampe herzustellen. Denn vereinfacht gesagt, sollte es ausreichend Wärme, Helligkeit und dass richtige Spektrum bieten.

 

Grundbeleuchtung

Helligkeit bzw. Lichtausbeute und Lichtfarbe sind für eine artgerechte Haltung von tagaktiven Tieren besonders wichtig. Die Beleuchtungsstärke der Sonne kann im Terrarium kaum erreicht werden. Die Grundbeleuchtung für das Terrarium bildet daher am besten ein HQI Stahler, der zwar etwas teurer in der Anschaffung, dafür aber sehr energiesparend, langlebig und effizient ist. Das Farbspektrum dieser Strahler ist dem der Sonne sehr ähnlich und sie erzeugen eine gute Lichtausbeute. In kleineren Terrarien können zur Grundbeleuchtung aber auch Leuchtstoffröhren (mit Reflektor) eingesetzt werden. Die neueren T5-Röhren erzielen dabei die besten Ergebnisse. Die Beleuchtungsdauer liegt bei 12 bis 14 Stunden täglich. Die Steuerung erfolgt am besten automatisch über Zeitschaltuhren, denn manuell ist nur schwer ein regelmäßiger Tag-Nacht-Rhythmus zu simulieren.

 

 

UV-Beleuchtung

Anolis carolinensis hält sich als Baumbewohner überwiegend im oberen Teil des Beckens auf. Als UV-Quelle kann daher eine Leuchtstoffröhre für tropische Terrarien verwendet werden. Die UV-B Strahlung bewirkt, dass das für den Knochenaufbau und den Blutkalziumspiegel wichtige Vitamin D3 gebildet werden kann. Durch UV-A Licht können die Tiere ihre Umwelt besser wahrnehmen, sind aktiver, fressen besser und verpaaren sich unter Umständen auch lieber. Gerade bei Jungtieren ist eine ausreichende UV-Versorgung lebensnotwendig. Da Glas UV-Licht filtert, muss die Röhre unbedingt innerhalb des Terrariums angebracht werden. Die UV-Ausbeute lässt bei Leuchtstoffröhren allerdings mit der Zeit nach so dass diese mehrmals im Jahr ausgetauscht werden müssen. Alternativ können die Tiere auch regelmäßig mit einem UV-Flächenstahler bestrahlt werden (Wichtig: auf ausreichenden Abstand zum Tier achten!). Verfügt das Terrarium über ein UV-durchlässiges Top (z. B. aus Gaze), kann die UV-Lampe in entsprechendem Abstand über dem Terrarium befestigt und regelmäßig kurz zugeschaltet werden.

 

 

Lokale Sonnenplätze

Rotkehlanolis sind wechselwarme Tiere. Das bedeutet, ihre Körpertemperatur ist immer an die Umgebungstemperatur gebunden und sie sind somit auf äußere Wärmequellen angewiesen. Die Tiere sind nicht eigenständig in der Lage, z.B. durch das Verbrennen von Energie im Stoffwechsel die Körpertemperatur zu erhalten. Neben der Grund- und UV-Beleuchtung sollte das Terrarium daher außerdem mit mindestens einem Wärmespot ausgestattet sein, der lokale Temperaturen von bis zu 35°C erzeugt und welchen die Tiere nach Bedarf aufsuchen bzw. meiden können. Mehreren Tieren auch immer mehrere Sonnenplätze anbieten! Außerhalb dieser Sonneninseln werden verschiedene Temperaturzonen von 25 – 30°C benötigt, Nachts können die Temperaturen auf 18 bis 22°C absacken.

 

Durch Verringerung der Tageslänge auf 8 Stunden und Absenken der Tagestemperaturen auf 18 – 20°C für ca. 10 Wochen erhöht sich die Paarungsbereitschaft von Anolis carolinensis. Zu Beginn dieser leichten Winterruhe sollten die Tiere aber sehr gut genährt sein, da sie bei niedrigen Temperaturen nur noch geringe Mengen Futter zu sich nehmen.

 

Ernährung


Einer der wichtigsten Aspekte in der Terraristik ist sicherlich das richtige Futter in Verbindung mit den richtigen Vitaminpräparaten. Einseitiges Futter und fehlende Vitaminversorgung führen früher oder später zu Mangelerscheinungen und/oder lustlosem, trägem Verhalten der Tiere.

 

Rotkehlanolis sind Lauerjäger. Sie verharren bewegungslos auf Ihrem Ast und warten, bis die potentielle Beute in unmittelbarer Reichweite ist und sie sich mit einem gezielten Spruch auf sie stürzen können. Die Tiere fressen alles, was überwältigt werden kann und ins Maul passt. Angeboten werden können z. B. Grillen, Heimchen, Käfer, Schaben, kleine Heuschrecken, Wachsmaden und Spinnen. Die Futtertiere sollten nicht zu groß sein. Lieber zwei Kleine als ein zu grosses Insekt verfüttern!

 

Bei adulten Rotkehlanolis reicht eine Fütterung alle 2 bis 3 Tage vollkommen aus. Übermäßiges Füttern kann zur Verfettung der Tiere und der damit verbundenen geringeren Lebenserwartung führen. Jungtiere sollten hingegen täglich gefüttert werden. Anbieten kann man z. B. Microheimchen, Microgrillen oder Drosophila (Fruchtfliegen). Die Futtertiere stets gut mit Obst und Gemüse anfüttern und zusätzlich regelmäßig durch Vitamin- und Mineralstoffpräparate aufwerten. Eingewöhnte Anolis fressen häufig auch direkt von der Pinzette – das hat den Vorteil, dass man sehr gut sieht, welches Tier wie viel gefressen hat.

 

Auf unbelasteten Wiesen (ohne Dünger, Pestizide, Autos, Industrie…) oder im eigenen Garten kann man seinem Tier in den Sommermonaten ein sehr nährstoffreiches Futter selber fangen. Unsere heimischen Insekten werden auch als Wiesenplankton bezeichnet. Sie sind reich an Nährstoffen und durch die große Artenvielfalt ein sehr abwechslungsreiches Futter. Aber egal ob in der freien Natur oder im heimischen Garten – auch bei Insekten muss auf den Artenschutz geachtet werden. So ist z. B. das bekannte grüne Heupferd nach der Bundesartenschutz-verordnung streng geschützt.

 

Rotkehlanolis decken den größten Teil Ihres Wasserhaushaltes über das Auflecken des Sprühwassers von den Blättern der Pflanzen. In der Regel reicht es, alle Einrichtungsgegenstände des Terrariums sowie die Tiere einmal täglich mit feinem Sprühnebel leicht zu befeuchten. Hierzu sollte lauwarmes Wasser verwendet und Staunässe vermieden werden.

 



Schutzstatus:



keiner

Verbreitungsgebiet:

Südosten der USA, Teile Nordost-Mexikos, verschleppt nach Japan & Hawaii

 

 

Temperatur:

Tagsüber: 25 - 30°C , Nachts: 18 - 22°C, Lokal: bis 40°C

Beleuchtung:

12 - 14 Stunden täglich, UV-A und UV-B Strahlung sowie 1 Wärmespot

Luftfeuchtigkeit:

50 - 60%, Nachts: 80% (abends ausgiebig mit warmem Wasser sprühen)

 

 

Terrariumempfehlung:

für adultes Pärchen mind. 50 x 50 x 80 cm

Maximale Größe:

Männchen GL bis 22 cm, KRL ca. 8 cm

 

Weibchen GL bis 18 cm, KRL ca. 7 cm

Maximales Alter:

ca. 8 Jahre

 

 

Aktivität:

Tagaktive Tiere

Futter:

Insekten (kleine Heuschrecken, Grillen, Heimchen, Wachsmaden, Mehlwürmer), evtl. Obst



            

 

 

Quellen und weiterführende Literatur



 

Es hat Dich gepackt und Du hast ernsthaftes Interesse an der Haltung dieser faszinierenden Art? Für eine erfolgreiche Pflege ist weiterführende Literatur ein absolutes Muss!

 

An dieser Stelle gibts daher ein paar Empfehlungen, wobei die Reihenfolge der einzelnen Publikationen rein zufällig ist...

 

 

Berichte in Zeitschriften

 

von Gelderen, C. E. (1919): Mechanism in the production of the throat-fan in the Florida chamaeleon, Anolis carolinensis. - Proceedings of the California Academy of Sciences (12): S. 313-329.

 

von Gelderen, C. E. (1921): Color changes and structure of the skin of Anolis carolinensis. - Proceedings of the California Academy of Sciences 10(10): 77-117 + 3 plates.

 

Oliver, J. A. (1951): “Gliding” in amphibians and reptiles, with remark on an arboreal adaptation in the lizard, Anolis carolinensis carolinensis, VOIGT. -

The American Naturalist 85(822): S. 171-176.

 

Hauschild, A. (1982): Gelungene Nachzucht im Aqua-Terrarium

Sauria 4 (4): S. 23-28

 

Wade, J. K., A. C. Echternacht & G. F. McCracken (1983): Genetic variation and similarity in Anolis carolinensis (Sauria: Iguanidae). - Copeia 1983 (2): S. 523-529.

 

Manthey, U. (1984): 9 Jahre Anolis-Zucht • Teil 1: Erfahrungen und Ergebnisse

Sauria 6 (2): S. 31-34

 

Denzer, W. (1986): Die Herpetofauna Südfloridas • Teil 2: Die disjunkten Populationen tropischer Reptilien und Amphibien im Süden Floridas

Sauria 8 (3): S. 23-26

 

George, S. G. (1994): Anolis carolinensis (green anole). USA: Louisiana. - Herpetological Review 25(4): S. 164.

 

Jenssen, T. A., J.D. Congdon, R. U. Fischer, R. Estes, D. Kling & S. Edmands (1995): Morphological characteristics of the lizard Anolis carolinensis from South Carolina. - Herpetologica 51: S. 401-411.

 

Michaud, E. J. & A. C. Echternacht (1995): Geographic variation in the life history of the lizard Anolis carolinensis and support for the pelvic constraint model. - Journal of Herpetology 29(1): S. 86-97.

 

Arnold, D. M. (1997): Geographic Distribution. Anolis carolinensis carolinensis. - Herpetological Review 28(1): S. 49.

 

                                      

 

 

                                      

 

 

                                      

 

 

Weitere Literaturempfehlungen (z. B. allgemeine Echsenbücher, Literatur für Anfänger, Bücher zum Terrrarienbau, der Einrichtung und Bepflanzung von Terrarien, Reptilienkrankheiten oder der Nachzucht einzelner Arten) findest Du in unserem Literaturverzeichnis

 

 

 

(c) 2009, www.reptilienland.com


 

 

 



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