
Gekko gecko (LINNAEUS, 1758) Tokee, Tokeh, Panthergecko
(engl.: Tokay gecko)
- Erfahrene Halter
Der Tokeh wird sehr häufig als Anfängertier bezeichnet, dieser Meinung können wir uns jedoch nicht anschließen. Zwar haben diese Tiere nur wenige Haltungsanforderungen, diese müssen für eine erfolgreiche Haltung oder gar Nachzucht aber unbedingt erfüllt werden. Gerade Wildfänge sind am Anfang sehr scheu und der Pfleger braucht sehr viel Geduld mit seinen Tieren. Tokehs sind extrem wehrhaft und knurren, beißen, bellen oder setzen Kot ab wenn man sie einfangen möchte.
Hinzu kommt, dass die Tiere nachtaktiv sind und die Männchen zu später Stunde laut und ausdauernd rufen, was einem schnell Ärger mit den Nachbarn einbringen kann. Alle diese Punkte sprechen dafür, dass eine Haltung von Gekko gecko nur erfahrenen Haltern oder aber sehr engagierten Einsteigern, mit viel Geduld, Ausdauer und Einfühlungsvermögen zu empfehlen ist.
Geckos (Gekkonidae) stellen mit über 1.000 Arten eine große Familie dar. Man findet sie auf nahezu der gesamten Südhalbkugel und auch Teilen der Nordhalbkugel. Sie können je nach Art sowohl in Wüsten als auch in Regenwäldern überleben und es werden bis heute immer weitere neue Arten entdeckt. Da sich zudem Forschungsmethoden und Techniken immer weiter verbessern und das Wissen über bereits bekannte Arten stetig größer wird, ändert sich auch die Systematik der Tiere immer wieder aufs Neue.
Der Tokeh wurde bereits 1758, damals noch als Lacerta Gecko, erstmals beschrieben. Er ist somit die Typusart der Gattung Gekko, dessen Vertreter auch als Echte Geckos bezeichnet werden. Bisher spricht man von zwei verschiedenen Unterarten:
• Gekko gecko azhari (MERTENS, 1955)
• Gekko gecko gecko (LINNAEUS, 1758)
Noch heute geht man in manchen Teilen der Erde davon aus, dass der Tokeh extrem giftig sei und schon eine bloße Berührung des Tieres und erst recht ein Biss innerhalb kürzester Zeit zum Tode führt.
Der Tokeh lebt in Indien, China, Indonesien, Nepal, Bangladesch, Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha, Malaysia, Singapur, Myanmar und auf den Philippinen. Mit Hilfe des Menschen haben sich die Tiere auch in Florida und auf Hawaii angesiedelt. Die Tiere meiden Höhenlagen und das Landesinnere und sind stattdessen häufig in Küstenregionen anzutreffen.
Ursprünglich lebten Tokehs in tropischen Wäldern. Da deren Zahl aber immer weiter schrumpft haben sich die Tiere in vielen Gebieten den neuen Gegebenheiten angepasst. Man findet sie an Felswänden, in Mauern alter Ruinen oder an einzeln stehenden großen Bäumen. Als so genannter Kulturfolger ist Gekko gecko mittlerweile sehr häufig in unmittelbarer Nähe der Menschen anzutreffen. Essensreste und das nächtliche Licht in Siedlungen locken zahlreiche Insekten und somit auch die Tokehs an. Die Tiere besiedeln Tempel, Brücken, Hütten in kleinen Dörfern und selbst in Grosstädten wurden sie bereits gesichtet.
Der Tokeh unterliegt keinem internationalen Artenschutzabkommen. Man benötigt somit keinerlei Herkunftsnachweis und muss seine Tiere auch nicht der Behörde melden.
Aber auch wenn Gekko gecko nicht unter Artenschutz steht, ist dennoch natürlich das Tierschutzgesetzt für jeden Halter bindend. Dieses besagt in Kurzform, dass ein Tier entsprechend seiner Art und seinen Bedürfnissen ernährt, gepflegt und untergebracht werden muss. Dabei darf die Möglichkeit zu artgerechter Bewegung nicht so eingeschränkt werden, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder sonstige Schäden zugefügt werden. Jeder Tierhalter muss außerdem über entsprechende Sachkunde zur Haltung des Tieres verfügen.
Der größte Feind des Tokehs ist, wie bei vielen anderen Arten auch, der Mensch. Zwar existieren in einigen Herkunftsländern Exportverbote, in den übrigen Verbreitungsgebieten werden Tokehs jedoch zahlreich der Natur entnommen und in alle Welt exportiert. Diese Tiere können dann bei uns auf Börsen für gerade einmal 10 EUR erworben werden. Von einem solchen Kauf ist stets abzuraten, da Wildfänge häufig in einem extrem schlechten Gesundheitszustand sind, verschiedene Krankheitserreger in sich tragen und auch das genaue Herkunftsgebiet oft nicht bekannt ist.
Der Tokeh gilt zudem als wichtiges “Arzneimittel” der traditionellen chinesischen Medizin. PETERS (1997) zitiert folgende Passage zur pharmazeutischen Präparation: “Die inneren Organe werden entfernt, die Augen eingeschnitten und drainiert. Bambusstücke werden benutzt, um den Körper zu fixieren, dann wird der Gecko gebacken und trocken gelagert.” Die Echsen finden in China Verwendung bei Yang-Schwächen von Lungen und Nieren (Husten, Asthma oder Impotenz)
In Thailand wird der Tokeh außerdem von den ärmeren Bevölkerungsschichten als Nahrungsmittel genutzt. Eine weitere Bedrohung für die Tiere ist die zunehmende Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume.
Geckos werden oft auch als Haftzeher bezeichnet, da viele Arten – diese hier eingeschlossen – über Haftlamellen verfügen und so auch glatte Oberflächen wie z. B. Glas erklimmen können.
Die Grundfärbung der Tokehs reicht von braun-grau bis grau-blau, frisch geschlüpfte Jungtiere sind dunkelgrau-weiss gefärbt. Es gibt allerdings auch Tiere mit grüner oder schwarzer Grundfarbe. Auffällig sind die vielen orange-roten Flecken am gesamten Körper. Gecko gecko wird häufig auch als Panthergecko bezeichnet, kann eine Gesamtlänge von ca. 35 cm und bei guter Haltung ein stattliches Alter von über 20 Jahren erreichen. Weibliche Tiere bleiben deutlich kleiner als die Männchen. Typisch sind der massige Körper, die kräftigen Extremitäten, der wuchtige Kopf und der dicke Schwanz der Tiere. Die Jungtiere des Tokehs wachsen rasend schnell und verdoppeln ihre Größe bereits innerhalb der ersten zwei Monate. Gekko gecko zählt neben Gekko smithii zu den größten Vertretern der Unterfamilie Gekkoninae.
Zu den natürlichen Feinden des Tokehs zählen vor allem kletternde Schlangen wie z. B. Tiere der Gattungen Chrysopelea und Dendrelaphis.
Die Geschlechtsreife erreichen Tokehs in der Regel mit etwa 12 Monaten.
Für viele Anfänger, die sich vorher noch nie mit der Terraristik beschäftigt haben, ist es Anfangs schwer nachzuvollziehen, dass ein Tokeh für teilweise schon 10 EUR erstanden werden kann, ein ausreichend großes und artgerecht eingerichtetes Terrarium aber gut und gerne 250 EUR oder mehr kosten kann. Hinzu kommt der laufende Unterhalt für Futter, Strom und eventuell auch Tierarztkosten.
Vor der Anschaffung eines solchen Tieres sollte man außerdem bedenken, dass neben dem Platzbedarf und der nächtlichen "Lärmbelästigung" jahrelange fast tägliche Pflege auf einen zukommt. Man muss alle zwei Tage füttern und sprühen, Essensreste und den Kot aus dem Terrarium entfernen und regelmäßige Grundreinigungen durchführen – um nur einige Aufgaben zu nennen. Es muss außerdem immer eine fachkundige Urlaubspflege gewährleistet sein - und das im besten Fall über viele Jahre. Denn Tokehs können bei guter Haltung wie gesagt ein stattliches Alter von über 20 Jahren erreichen.
Tokehs benötigen immer eine gewisse Eingewöhnungszeit, die gut und gerne mehrere Monate dauern kann. Als Halter benötigt man also viel Einfühlungsvermögen und Geduld. Leider landen Tokehs immer wieder in Auffangstationen, weil der Spontankauf nachträglich bereut wurde, die Halter das Interesse verloren bzw. falsch beraten wurden, es Ärger mit Nachbarn oder Eltern gab oder die Halter einfach wieder regelmäßig in Urlaub fahren möchten...
Der Tokeh zählt zu den nachtaktiven Jägern. Zeitweise ist er zwar auch nachmittags aktiv, ansonsten zieht er sich tagsüber aber in Spalten, Nischen oder Höhlen zurück. Die Weibchen sind in der Regel scheuer und auch seltener zu sehen als die männlichen Tiere.
Tokehs zeigen im Terrarium ein sehr interessantes Abwehrverhalten. Fühlen sich die Tiere bedroht, drücken sie ihre Beine durch und machen einen Katzenbuckel um größer zu wirken. Sie reißen das Maul auf und stoßen teilweise knurrende Laute aus. Führen diese Warnungen nicht zum gewünschten Erfolg, stürmen sie zu ihrem Gegner und beißen zu. Die Tiere haben kräftige Kiefer und können sehr schmerzhafte, teils blutige Wunden verursachen. Das passiert in der Regel allerdings nur, wenn man versucht, den Tokeh zu packen. Haben die Tiere einmal zugebissen, lassen sie erstmal nicht wieder los. Hier ist dann Geduld und Ruhe gefragt bis der Druck des Bisses nachlässt. Keinesfalls darf der Kiefer des Tieres aufgehebelt werden! Wer also gerne einen Gecko haben möchte, der genüsslich Banane oder Sirup von den Fingern schleckt, ist mit einem Tokeh definitiv falsch beraten.
Besonders auffällig sind die nächtlichen, teils sehr lauten Schreie der männlichen Tiere, die in erster Linie der Weibchenfindung dienen. Vor der Anschaffung sollte bedacht werden, dass selbst Jungtiere schon über ein ausgeprägtes Organ verfügen und sich evtl. Nachbarn, Eltern oder Mitbewohner durch die nächtlichen Schreie gestört fühlen könnten. Auf der Website der Global Gecko Association könnt Ihr Euch einen Original Tokeh-Ruf anhören: www.gekkota.com/assets/multimedia/tokaycall.wav
Bei Gefahr kann der Tokeh als „Ablenkungsmanöver“ seinen Schwanz ganz oder teilweise abwerfen (Autotomie) Dazu verfügen die Tiere über mehrere Sollbruchstellen in den Schwanzwirbeln. Das abgetrennte Ende zuckt noch eine Weile und verwirrt so den Angreifer, während der Gecko flüchten kann. Zwar bildet sich der Schwanz innerhalb weniger Wochen nach, das Regenerat ist allerdings kürzer und in der Regel nicht mehr so schön wie der ursprüngliche Schwanz des Tieres. Das Abwerfen ist eine rein instinktive Handlung und kann vom Gecko somit nicht gesteuert werden. Daher sollte man immer sehr ruhig mit den Tieren umgehen und sie niemals am Schwanz greifen, festhalten oder gar hochheben. Auch das Regenerat kann wieder abgeworfen werden. Bis es nachgewachsen ist, sollte das Tier besonders reichhaltig ernährt werden
Eine Vergesellschaftung von Gecko gecko ist nur mit mindestens gleich großen Echsen möglich, da kleinere Tiere unter Umständen als „Snack für Zwischendurch“ betrachtet werden. Wir haben unsere Tiere stets artenrein – also ohne Untermieter gehalten, da es bei einer Vergesellschaftung mit anderen Arten auch nach Jahren noch zu plötzlichen Unverträglichkeiten kommen kann. Zudem sind andere Echsen auch immer eine Gefahr für frisch geschlüpfte Jungtiere.
Es existieren jedoch Berichte über eine erfolgreiche Haltung zusammen mit Basiliscus plumifrons, Gonocephalus chamaleontinus, Gonocephalus bellii, Phelsuma grandis, Mochlus fernandi, Acanthosaura capra, Iguana iguana und Anolis equestris. Wichtig ist bei einer Vergesellschaftung, dass alle Tiere die gleichen klimatischen Ansprüche haben, ausreichend Platz zur Verfügung steht und man die Reaktionen der Terrarienbewohner sehr gut beobachtet um im Ernstfall schnell einschreiten zu können. Gleiches gilt für die Haltung mehrerer Männchen von Gekko gecko, was durchaus funktionieren kann, sofern die Tiere zusammen aufgewachsen sind. Ist dies nicht der Fall, zeigen männliche Tiere oft ein ausgeprägtes Revierverhalten und dulden keine Geschlechtsgenossen. Macht ein Tier plötzlich einen Katzenbuckel, bläht sich auf und nähert sich seinem Artgenossen seitwärts ist Vorsicht geboten. Unverträglichkeiten können beim Tokeh allerdings auch unter Weibchen auftreten. Hier ist die Beobachtung der Tiere wie gesagt das A und O.
Tokehs leben im Familienverbund. Es empfiehlt sich daher die Haltung eines Pärchens oder einer kleinen Gruppe von einem Männchen und mehreren Weibchen. Jungtiere leben bis zur Geschlechtsreife bei den Eltern, danach werden sie aus dem Revier vertrieben. Auch im Terrarium muss man somit mit fortgeschrittenem Alter der Jungtiere auf die Reaktionen von Vater und Mutter achten und rechtzeitig weitere Becken für eine eventuelle Trennung der Tiere bereithalten.
Wir hielten unser Pärchen Tokehs jahrelang in einem Terrarium mit den Maßen 120 x 60 x 150 cm (L x T x H) Bei einer Gruppenhaltung sollte das Becken entsprechend größer ausfallen. Generell gilt, je größer und besser strukturiert das Terrarium ist, desto mehr natürliche Verhaltensweisen wird man von seinen Tieren sehen. Ist das Becken zu klein gewählt, reagieren Tokehs häufig mit gesteigerter Aggressivität.
Diese Geckos können dank ihrer Haftlamellen unter den Füßen glatte Wände erklimmen. Daher sollte es auch im Terrarium waagerecht und senkrecht angebrachte Klettermöglichkeiten geben. Insbesondere armdicke Bambusäste werden aufgrund der glatten Oberfläche von den Tieren gerne angenommen. Bambus wirkt im Terrarium sehr exotisch und der Innenraum bietet zusätzliche Versteckmöglichkeiten, die von den Geckos immer wieder gerne genutzt werden. Da sich bei Bambus schnell Schwarzschimmel bildet, wenn er den feuchten Bodengrund berührt, überzieht man am besten vorab ein Ende mit einer dünnen Schicht aus Silikon oder Kunstharz. Weitere Versteckmöglichkeiten können z. B. Korkröhren bieten. Insgesamt sollten stets mehrere Rückzugsorte pro Tier und in verschiedenen Temperaturzonen des Terrariums vorhanden sein.
Eine Rückwand ist nicht zwingend erforderlich, da die Tiere wie gesagt auch an Glasscheiben laufen können. Allerdings schafft eine künstliche Felswand weitere Rückzugsorte für die Tiere und bietet dem Betrachter eine sehr viel schönere Optik.
Aufgrund des feuchten Klimas gedeihen auch echte Pflanzen in einem Terrarium für Gekko gecko sehr gut. Neben der schönen Optik tragen echte Pflanzen zum natürlichen Klima bei und bieten den Tieren weitere Kletter- und Versteckmöglichkeiten. Bei der Bepflanzung eines Terrariums sollte darauf geachtet werden, dass die gewählten Pflanzen keinerlei Dünger oder sonstige Schadstoffe enthalten. In einigen Terraristikfachgeschäften sind daher spezielle Terrarienpflanzen im Angebot. Neue Pflanzen immer mehrfach abduschen und die Blätter gut abwaschen. Für Tokehs eignen sich robuste Pflanzen wie z. B. Philodendron-Arten oder grossblättrige Rankpflanzen wie die Efeutute (Scindapsus). In unserem Terrarium wuchsen außerdem Epipremnum pictus, Cissus amazonica und Syngonium podophyllum. Die Pflanzen stellt man entweder samt Topf in das Terrarium, oder aber man pflanzt sie direkt in das Substrat. Das hat den Vorteil, dass die Wurzelballen der Pflanzen die Feuchtigkeit länger im Boden halten.
Um Staunässe zu vermeiden, bringt man am besten zuerst eine Drainageschicht aus Blähton (Seramis oder Hydrokultur) ein. Darauf folgt der eigentliche Bodengrund. Hier kann man z. B. ungedüngte Blumenerde oder spezielle Terrarienerde verwenden. Eine Schicht von 10 bis 15 cm halten wir für ideal.
Mehrere Thermometer runden die Einrichtung des artgerecht eingerichteten Beckens ab. Am besten platziert man je ein Messinstrument an der kühlsten und an der wärmsten Stelle - also direkt unterhalb des Wärmespots. So hat man Kontrolle über alle nötigen Temperaturzonen. Ein Hygrometer dient zur Überwachung der Luftfeuchtigkeitswerte.
Um Reptilien gesund und artgerecht zu halten, ist das richtige Licht einer der wichtigsten Faktoren. Die Terrarienbeleuchtung hat in vielerlei Hinsicht Einfluss auf das Leben, das Verhalten und die Entwicklung der Tiere. In der Terrarienhaltung sind drei Facetten des Sonnenlichtes von Bedeutung: sichtbares Licht, infrarotes Licht und ultraviolettes Licht. Das „richtige“ Licht ist also leider nicht mittels einer einzelnen Lampe herzustellen. Denn vereinfacht gesagt, sollte es ausreichend Wärme, Helligkeit und dass richtige Spektrum bieten.
Die Beleuchtung in einem Tokeh-Terrarium dient in erster Linie der Simulation eines Tag-Nacht-Rhythmuses. Die Tiere sind dämmerungs- und nachtaktiv und daher keine dauerhaften Sonnenanbeter. Bei einer zu hellen Beleuchtung zeigen sich die Tiere sehr viel weniger und bleiben häufiger in ihren Verstecken. Als Grundbeleuchtung reichen daher, je nach Terrariengröße, ein oder zwei Leuchtstoffröhren, wovon eine auch UV-Anteile haben darf.
Das Terrarium sollte verschiedene Temperaturzonen aufweisen. Die Temperaturen liegen im Idealfall tagsüber zwischen 26 und 30°C und dürfen lokal auf bis zu 35°C ansteigen. Um das zu erreichen, installiert man am besten einen Wärmespot, den die Tiere je nach Bedarf aufsuchen oder meiden können. Auch wenn Tokehs vorwiegend nachtaktiv sind, kann man sie dennoch hin und wieder auch nachmittags beim sonnen beobachten. Nachts können die Temperaturen auf Zimmertemperatur absinken. Das erreicht man in der Regel durch schlichtes Abschalten der Beleuchtung.
Die Beleuchtung steuert man am besten automatisch über eine Zeitschaltuhr, denn manuell ist nur schwer ein regelmäßiger Tagesablauf zu simulieren. Im Sommer liegt die Beleuchtungsdauer bei 12 Stunden täglich, im Winter reduziert man diese für 2 Monate auf 10 Stunden.
Die folgende Grafik zeigt die durchschnittlichen Temperaturen am Beispiel der Nord-Thailändischen Stadt Chiang Mai.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Luftfeuchtigkeit, die im natürlichen Verbreitungsgebiet der Tiere sehr hoch ist. Da Tokehs zudem ihren Flüssigkeitsbedarf durch das Auflecken von Sprühwassertropfen decken, muss das Terrarium alle 2 Tage kurz mit lauwarmem Wasser übersprüht werden. Dabei sollte man es aber vermeiden, die Tiere direkt anzusprühen. Wir haben außerdem im Frühsommer eine kleine Regenzeit simuliert und für die Dauer von 12 Wochen das Terrarium täglich ausgiebig übersprüht. Hier muss man allerdings darauf achten, dass keine Staunässe entsteht. Den Tieren gibt das die Gelegenheit zu einer kleinen Ruhephase.
Eine solche Regenzeit gibt es auch im natürlichen Verbreitungsgebiet des Tokehs. Die folgende Grafik zeigt den durchschnittlichen Niederschlag (in mm) am Beispiel der Stadt Chiang Mai in Nord-Thailand. (Daten von worldclimate.com)

Einer der wichtigsten Aspekte in der Terraristik ist sicherlich das richtige Futter in Verbindung mit den richtigen Vitaminpräparaten. Einseitiges Futter und fehlende Vitaminversorgung führen früher oder später zu Mangelerscheinungen und/oder lustlosem, trägem Verhalten der Tiere.
Tokehs sind gierige Fresser, aber bei der Wahl des Futters manchmal sehr wählerisch. Nicht jeder Tokeh frisst alles, was ihm angeboten wird. Die Wahl der Futtertiere sollte stets so abwechslungsreich wie möglich gestaltet sein. Anbieten kann man den Tieren alle möglichen Insekten wie z. B. Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Mehlwürmer, Zophobas, Käfer, Fliegen oder Schaben. Die Futtertiere sollten vorher immer gut angefüttert werden, da Insekten direkt aus dem Zoohandel häufig bereits lange Zeit ohne Futter waren und deren Nährstoffgehalt entsprechend gering ist. Zusätzlich bestäubt man das Futter einmal wöchentlich mit Kalzium- und Vitaminpräparaten. In der Literatur ist oft zu lesen, dass man den Tokehs auch hin und wieder überreifes Obst anbieten kann, damit waren wir jedoch bei unseren Tieren nie erfolgreich.
Ein interessantes Verhalten kann man beobachten, wenn den Tokehs die Futtertiere (wie z. B. Schaben) zu groß sind. Dann werden diese von den Tieren ein paar mal gegen die Scheiben oder Einrichtungsgegenstände geschleudert, um so mundgerechte Stücke zu erhalten.
Auf unbelasteten Wiesen (ohne Dünger, Pestizide, Autos, Industrie…) oder im eigenen Garten kann man seinem Tier in den Sommermonaten ein sehr nährstoffreiches Futter selber fangen. Unsere heimischen Insekten werden auch als Wiesenplankton bezeichnet. Sie sind reich an Nährstoffen und durch die große Artenvielfalt ein sehr abwechslungsreiches Futter. Aber egal ob in der freien Natur oder im heimischen Garten – auch bei Insekten muss auf den Artenschutz geachtet werden. So ist z. B. das bekannte grüne Heupferd nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt.
Zwar decken die meisten Tokehs ihren Flüssigkeitsbedarf durch ihr Futter und das Auflecken der Sprühwassertropfen von Blättern und anderen Einrichtungsgegenständen, es gibt aber auch Exemplare, die eine Wasserschale zum Trinken annehmen. Unsere adulten Tokehs haben den Napf jedoch stets ignoriert und allenfalls für die Kotablage genutzt.
Es hat Dich gepackt und Du hast ernsthaftes Interesse an der Haltung dieser faszinierenden Art? Für eine erfolgreiche Pflege ist weiterführende Literatur ein absolutes Muss!
An dieser Stelle gibts daher ein paar Empfehlungen, wobei die Reihenfolge der einzelnen Publikationen rein zufällig ist...
Berichte in Zeitschriften
Houttuyn, M. (1782): Het onderscheid der salamandren van de haagdissen in ‘t algemeen, en van de gekkos in ‘t byzonder aangetoond. Venhandelingen Uitgegeven door het Zeeuwsch Genootschap der Wetenschappen te Vlissingen, ser. 1, 9: 305-336.
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Ann. Mag. Nat. Hist. (6) 14: 81-90.
Boulenger, G. A. (1897): List of the reptiles and batrachians collected by Mr. Alfred Everett in Lombok, Flores, Sumba and Saru, with descriptions of new species.
Ann. Mag. Nat. Hist. (6) 19: 503-509.
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Kansas Acad. of Sci., Trans. 80(1-2): 1-24.
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Sauria 9(4): 19-20.
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Henderson, R. W., A. Delatte & Z. J. McCarthy (1993): Gekko gecko (Sauria: Gekkonidae) established on Martinique, French West Indies.
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Faun. Abh. Staatl. Mus. Tierk. Dresden 21 (19)
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Kober, I. (2002): Tokehs im Terrarium: Besser als ihr Ruf.
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Rösler, H. (2005): Studien am Tokeh: 2. Intraspezifische Variation der südostasiatischen Populationen von Gekko gecko (Linnaeus, 1758) (Sauria: Gekkonidae)
Gekkota 5: S. 65-149
Grossmann, W. (2008): Die Geckos der Gattung Gekko – ein Überblick
Terraria 11: S. 4-13
Grossmann, W. (2008): Vom Tokeh
Terraria 11: S. 24-30
Treu, B. (2008): Gute Absichten bringen nicht immer erwünschte Resultate: Ungewöhnliche Haltung einer Großfamilie des Tokehs
Sauria 30 (2): S. 45-46
Weitere Literaturempfehlungen (z. B. zum Terrrarienbau, der Einrichtung und Bepflanzung von Terrarien, Reptilienkrankheiten oder der Nachzucht) findest Du in unserem Literaturverzeichnis
(c) 2009, www.reptilienland.com
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