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Artenschutz geht uns alle an!


In vorgeschichtlicher Zeit verschwand Schätzungen zufolge alle paar tausend Jahre eine Art von unserem Planeten. In den letzten 300 Jahren war es bereits alle 10 Jahre eine Art und heute geht alleine in Deutschland durchschnittlich jedes Jahr eine Pflanzen- und Tierart verloren. Diese Beschleunigung des Artensterbens liegt vor allem am Bevölkerungswachstum und an den Auswirkungen der Technik auf die natürlichen Ökosysteme. Die Umwelt verändert sich heute in vielen Teilen der Erde so rasant, dass sich einzelne Arten nicht schnell genug durch natürliche Selektion anpassen können.

 

Laut der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN sind weltweit über 16.000 Arten – bzw. genauer gesagt jede vierte Säugetierart, jede achte Vogelart und ein Drittel aller Amphibien gefährdet.

 

Aber auch direkt vor unserer Haustüre sind die Zahlen erschreckend. Laut dem Zwischenbericht zum „Aktionsplan zur Erhaltung der biologischen Vielfalt“ der EU-Kommission, der im Dezember 2008 vorgelegt wurde, sind 80% der nach EU-Richtlinien geschützten Ökosysteme und jede zweite Tier- und Pflanzenart in ihrem Bestand bedroht. Schuld am Artensterben sind bei uns vor allem Umweltverschmutzung und der Verlust an natürlichen Lebensräumen: Feuchtgebiete werden zerstört oder zerstückelt, Wälder abgeholzt, immer mehr Straßen gebaut und Gewässer begradigt.

 

Einige Arten drohen schneller auszusterben als andere. Das kann verschiedene Ursachen haben. So pflanzen sich z. B. manche Arten nur sehr langsam fort und brauchen daher länger, um Verluste wieder auszugleichen. Andere Tierarten sind von Natur aus selten oder kommen nur in einem bestimmten Gebiet vor. Der natürliche Lebensraum des Pantherchamäleons (Furcifer pardalis) beschränkte sich ursprünglich auf die Insel Madagaskar und auch viele andere Arten kommen ausschließlich dort vor. Die Puerto-Rico-Schlankboa (Epicrates inornatus) ist endemisch in Puerto Rico, die Langschwanzboa (Boa constrictor longicauda) kommt ausschließlich in Nord-Peru, in der Region um Tumbes vor. Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen.

 

Einzigartig ist auch die Artenvielfalt der tropischen Regenwälder. Trotz ihrer vergleichsweise geringen Fläche finden sich in den Regenwäldern 90% der bisher bekannten Tier- und Pflanzenarten wieder. Die meisten dieser Arten sind selten oder sehr selten, der Artenreichtum daher extrem verletzlich. Zur Verdeutlichung: Man findet auf 1 qm Regenwald mehr Pflanzenarten als in ganz Europa. Abholzung und Brandrohdung haben daher Tag für Tag katastrophale Auswirkungen auf die Artenvielfalt unseres Planeten. Ausführliche Infos zum Lebensraum Regenwald und das erschreckende Ausmaß der Regenwaldzerstörung findet Ihr in unserer Rubrik Natürliche Lebensräume

 

Die Gründe zum Engagement im Artenschutz liefern für die meisten Menschen moralische oder ästhetische Aspekte. Daher haben gerade Reptilien und Amphibien nur eine sehr geringe Lobby. Imposante Elefanten, Eisbären und Gorillas oder süße chinesische Flussdelfine sorgen für mehr Aufmerksamkeit und haben natürlich auch viel mehr Anhänger als z. B. "glitschige Kröten", "gefährliche Krokodile" oder "ekelige Schlangen"…

 

Ursachen


Die Hauptursachen für das globale Artensterben sind:

 

• Die Zerstörung natürlicher Lebensräume

• Übernutzung und illegaler Handel von wildlebenden Arten

• das Einbringen gebietsfremder Tiere und Pflanzen

• Klimaveränderungen

• Umweltverschmutzung

 

Regenwälder werden ausgebeutet und vernichtet, Lebensräume zerstört, Weideflächen übernutzt und wildlebende Arten in Massen der Natur entnommen. Die Schadstoff-Immissionen steigen und auch das Klima verändert sich infolge der zunehmenden Erwärmung der Erde, was das Artensterben noch zusätzlich beschleunigt. Global betrachtet ist die Situation alarmierend: Die Nachfrage nach Anbauflächen für Energiepflanzen und Nahrung steigt aufgrund des Bevölkerungswachstums rapide an. Umwelt- und Artenschutz bedeutet in vielen Teilen der Erde somit Profitverzicht oder Hunger.

 

Reptilien sterben infolge der immer schneller voranschreitenden Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume, durch Bejagung oder massive Naturentnahmen, aber auch durch die Einfuhr fremder Tierarten wie z. B. Hunde, Katzen, Mangusten oder Kröten aus. Insbesondere auf Inseln hat letzteres zum Teil katastrophale Folgen. Australiens Regierung importierte 1935 eine Kolonie der Aga-Kröte (Bufo marinus) aus Venezuela, um einer Maikäferplage entgegenzuwirken und so die Zuckerrohrplantagen zu schützen. Dieses Vorhaben ging jedoch mächtig in die Hose, denn die Giftdrüsen der Kröten halten ihnen praktisch alle Fressfeinde vom Leib. Die Tiere sind in allen Stadien ihres Lebens extrem giftig – vor allem, wenn sie von einheimischen Waranen, Eidechsen, Schlangen oder anderen Tieren gefressen werden. Die Aga-Kröten konnten sich daher unkontrolliert und in rasanter Geschwindigkeit verbreiten. Australien bietet den Tieren offenbar perfekte Bedingungen, denn die Populationsdichte ist hier laut einigen Forschern mittlerweile 10-mal höher als in ihrem Heimatland Venezuela. Die extrem widerstandsfähigen Kröten können auch in Salz- oder Brackwasser leben, überstehen mühelos längere Trockenperioden und die Weibchen legen pro Monat bis zu 30.000 Eier. Bufo marinus ernährt sich unter anderem von Insekten, Spinnen, Würmern, Schnecken, diversen Amphibien und kleine Echsenarten. Die damaligen Maikäferpopulationen wurden von der Aga-Kröte allerdings nicht dezimiert – die Tiere flogen irgendwann einfach davon.

 

In der dritten Welt liegt die Hauptursache des Artensterbens in der Armut der Bevölkerung – man kann es sich hier schlicht nicht leisten, die Umwelt langfristig ökologisch zu nutzen. Um das Überleben zu sichern werden jegliche natürliche Ressourcen restlos ausgebeutet und Lebensräume zerstört um mehr Weide- und Anbauflächen für Nahrungsmittel zu schaffen. Hauptabnehmer von Nahrungs- und Futtermitteln sowie Tropenholz sind jedoch die Industrienationen. Und auch die Übernutzung der Weideflächen wäre ohne Entwicklungshilfsprojekte häufig nicht möglich gewesen. Nicht selten geht es um pure Profitgier. Der Ganges-Gavial (Gavialis gangeticus) steht kurz vor dem Aussterben, weil die Tiere immer mehr ihrer Ruhe- und Nistplätze verlieren. Baumaterial ist im Bevölkerungsreichen Indien heiß begehrt und daher werden immer mehr Sandbänke in den Flüssen der Schutzgebiete illegal abgebaut.

 

Ein weiterer Faktor für das weltweit vorangaloppierende Artensterben ist die Klimaerwärmung. Die Populationen der Kragenechsen (Chlamydosaurus kingii) haben seit den 60er Jahren im südöstlichen Teil Ihres Verbreitungsgebietes einen bedrohlichen Rückgang erlebt. Die Tiere leben in den subtropischen Wäldern, Steppen und Grasregionen Australiens und sind nicht selten Opfer der immer häufiger werdenden Buschbrände. Auch in früheren Zeiten gab es immer wieder Klimawandel. Allerdings liefen diese sehr viel langsamer ab, so dass sich Tierarten weiterentwickeln, anpassen oder in andere Habitate umsiedeln konnten. Heute versperren menschliche Siedlungen oder andere Bauwerke die Wanderwege und der Klimawandel prescht mit nie dagewesener Geschwindigkeit voran. Wenn wir jetzt nicht schnell etwas unternehmen, werden bald unzählige Spezies in zu heißen, zu trockenen oder in aus anderen Gründen ungeeignet gewordenen Lebensräumen gefangen sein und aussterben.

 

Folgen des Artensterbens


Reptilien, Amphibien und Insekten sind für uns Menschen extrem wichtig. Amphibien sorgen z. B. dafür, dass sich gefährliche Seuchen nicht unkontrolliert ausbreiten können. Aus ihren Hautsekreten werden hochwirksame medizinische Substanzen – z. B. zur Krebsbekämpfung gewonnen und ihr großer Hunger nach Insekten hat weltweit bessere Ernten zur Folge. Aber auch Insekten sind wichtig, denn sie sorgen unter anderem für die Bestäubung und Verbreitung von Wild- und Nutzpflanzen, während andere Tiere, Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen uns als Nahrung und Arzneimittel dienen, Luft und Gewässer reinigen oder ihren Beitrag für ein angenehmes Klima und fruchtbare Böden leisten.

 

Das Aussterben von Arten ist unumkehrbar und das genetische Potential für immer verloren. Nicht selten sind durch den Verlust einer Pflanzen- oder Tierart gleich 10-30 weitere Arten gefährdet, weil z. B. ihre Nahrungsgrundlage oder ihr Brutplatz von der verschwundenen Art abhing.

 

Schutzgebiete


Sicher, es gibt Schutzgebiete. Sogar mehr als man denkt. Fast 10% der Landfläche unserer Erde steht offiziell unter Schutz. Nur leider bringt das Alleine häufig nicht sonderlich viel. Siedlungen und Landwirtschaft dringen immer weiter in die wenigen außerhalb der Schutzgebiete vorhandenen natürlichen Lebensräume vor. Das führt zwangsläufig dazu, dass die einzelnen geschützten Gebiete keinerlei Verbindung mehr haben und wie Inseln zwischen endlosen Kulturlandschaften liegen. Die Populationen der einzelnen Tierarten werden voneinander getrennt, was einen genetischen Austausch verhindert. Es kommt zu vermehrter Inzucht innerhalb der Populationen und in Folge dessen auch zu einer größeren Anfälligkeit für Erb- und eine Vielzahl anderer Krankheiten. Langfristig gesehen ist eine Verbindung der einzelnen Schutzgebiete für den Erhalt der Artenvielfalt somit zwingend erforderlich.

 

In Indien, Bangladesh, Bhutan, Nepal und vielen weiteren Ländern geht der Raubbau an der Natur auch innerhalb der Schutzgebiete ungebremst weiter. Kriminelle und bewaffnete Banden zerstören Lebensräume, jagen geschützte Arten und beuten die natürlichen Ressourcen aus reiner Profitgier gnadenlos aus. Die Regierungen haben keine finanziellen Mittel und nicht selten auch keinen politischen Willen um durchzugreifen und eine Bewachung der Schutzgebiete zu gewährleisten. Bekannte Herpetologen, Feldbiologen und verschiedene Naturschutzorganisationen versuchen in einigen Gebieten daher seit geraumer Zeit, die einheimische Bevölkerung von der extremen Wichtigkeit der Schutzmassnahmen zu überzeugen und sie in die Artenschutzbemühungen mit einzubeziehen.

 

Europäische Erhaltungszuchtprogramme


Die Europäischen Erhaltungszuchtprogramme wurden vom Europäischen Zooverband EAZA ins Leben gerufen. Ursprünglich ging es darum, den Erwerb von Wildfangtieren für Zoos zu vermeiden und langfristig ausreichend genetische Diversität für eine Erhaltungszucht zur Verfügung zu haben. Mittlerweile liegt der Schwerpunkt aus aktuellem Anlass jedoch auf der Erhaltung vom Aussterben bedrohter Arten. Im Rahmen dieses zoo-übergreifenden Projektes wird die Zucht der in den Zoos gehaltenen Tierarten koordiniert. Neben Zoos und Tierparks beteiligen sich auch Universitäten, Nationalparks und in Einzelfällen Privatpersonen an diesem Programm.

 

Die einzelnen Tierarten werden von den Zoos betreut. Es gibt für jede Tierart einen lokalen Koordinator der darauf achtet, stets einen optimalen Genpool zu haben. Er empfiehlt Verpaarungen, sorgt dafür, dass keine Inzucht auftritt und vermittelt neue Zuchtpaare oder Gruppen zwischen den am Erhaltungszuchtprogramm teilnehmenden Züchtern. Bei der jährlichen Jahrestagung des Europäischen Zooverbandes treffen sich die 150 EEP-Koordinatoren zum Erfahrungsaustausch und Report. Der Schwerpunkt liegt derzeit auf der Erhaltung von Säugetieren, aber auch einige Reptilien und Amphibien sind Bestandteil des Zuchtprogrammes.

 

Reptilien und Amphibien Zuchtprogramme

(Stand November 2008)

 

• Thamnophis sirtalis tetrataenia

• Sanzinia madagascariensis

• Epicratus subflavus

• Epicratus angulifer

• Varanus prasinus

• Varanus komodoensis

• Ctenosaura bakeri

• Cyclura cornuta

• Heloderma horridum

• Heloderma suspectum

• Phelsuma klemmeri

• Tomistoma schlegelii

• Osteolaemus tetraspis

• Alligator sinensis

• Siebenrockiella crassicollis

• Cuora amboinensis

• Heosemys grandis

• Orlitia borneensis

• Malacochersus tornieri

• Heosemys spinosa

• Geochelone radiata

• Testudo kleinmanni

 

 

Mehr Informationen findet Ihr auf der Website des Europäischen Zooverbandes EAZA unter www.eaza.net

 

Bereits ausgestorbene Reptilien und Amphibienarten


Die Rote Liste der Weltnaturschutzunion IUCN aus dem Jahr 2009 enthält 1513 Reptilienarten, 30 davon gelten als definitiv ausgestorben. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die realen Zahlen weitaus höher sind und der Verlust vieler weiterer Reptilienarten bisher nur noch nicht entdeckt wurde.

 

Besonders dramatisch sieht es bei den Amphibien aus: In naher Zukunft droht fast jede dritte von weltweit mehr als 6.000 Amphibienarten auszusterben! Dazu zählen neben Fröschen und Kröten auch Unken, Molche, Salamander und Blindwühlen. Wissenschaftler sprechen davon, dass uns der größte Verlust an Artenvielfalt aller Zeiten bevorstehen könnte. Mehr als 650 Amphibienarten gelten bereits als ausgestorben oder sind so massiv gefährdet, dass ihr Überleben am seidenen Faden hängt. In der Dominikanischen Republik, auf Kuba und Jamaika sind über 80 Prozent der Amphibienarten gefährdet. In Haiti sind es sogar 92 Prozent. Man spricht mittlerweile von einer globalen Amphibienkrise. Ursache ist neben der Zerstörung von Lebensräumen in vielen Fällen ein tückischer Hautpilz. Der ansteckende Chytridpilz endet für erkrankte Tiere meist tödlich und löscht innerhalb von kürzester Zeit ganze Populationen aus. Er kam ursprünglich nur in Südafrika vor, wurde vom Menschen im letzten Jahrzehnt aber weltweit verbreitet. Mehr Infos zu dieser Problematik findet Ihr in der Rubrik Amphibiensterben.

 

Hier ein kleiner Auszug von Arten, die heute vermutlich bereits ausgestorben sind:

 

 

Kapverdischer Riesenskink / Macroscincus coctei

Der Kapverdische Riesenskink starb aus, weil er von Einheimischen der Nachbarinseln gejagt wurde. Das Fett der Tiere kam als Inhaltsstoff für die Medizin zum Einsatz, der Rest diente der Bevölkerung als Nahrung.

 

 

Eastwood-Geißel-Schildechse / Tetradactylus eastwoodae

Die Eastwood-Geißel-Schildechse bewohnte die tropischen und suptropischen Grasgebiete Südafrikas. Man vermutet dass die Echse beim Versuch die Wälder aufzuforsten in Folge der Einfuhr fremder Kiefer-Spezies ausstarb.

 

 

Gelbe Gallwespenschleiche / Celestus occidus

Celestus occidus lebte bis 1840 auf der Insel Jamaika. Die Tiere starben aus, da Menschen Mungos (Herpestes ichneumon) auf der Insel ansiedelten.

 

 

Yunnan-Scharnierschildkröte / Cuora yunnanensis

Diese Art gilt seit 2001 als ausgestorben. Das letzte lebende Exemplar wurde in den 30er Jahren gesehen. Die in China beheimateten Schildkröten waren ein beliebtes Nahrungsmittel und wurden in großer Anzahl auf chinesischen Märkten angeboten.

 

 

Fernandina-Riesenschildkröte / Geochelone nigra phantastica

Von der Galapagos-Riesenschildkröte gelten heute bereits 2 Unterarten als ausgestorben (Geochelone nigra elephantopus und Geochelone nigra phantastica) Sicher ist, dass bald eine weitere Spezies von unserem Planeten verschwinden wird: die Abingdon Riesenschildkröte (Geochelone nigra abingdoni). Von dieser Unterart gibt es nur noch ein einziges, etwa 100 Jahre altes Männchen, das von der Insel Pinta der Galápagos-Inseln stammt und heute in der Forschungsstation der Charles Darwin Foundation lebt. Als letzter Vertreter seiner Unterart wird sich „Lonesome George“ (der einsame George) nicht weiter fortpflanzen können.

 

 

Balearen-Eidechse / Podarcis lilfordi rodriguez

Ursprünglich lebte die Balearen-Eidechse auf der Isla de Las Ratas, in der Bucht von Menorca. Beim Bau eines neuen Hafens wurden 1950 große Teile der Bucht gesprengt und der natürliche Lebensraum der Tiere komplett zerstört. Das letzte Exemplar von Podarcis lilfordi rodriguez wurde während dieser Baumassnahmen gesehen. Heute geht man davon aus, dass diese Eidechsenart ausgestorben ist.

 

 

San Stephano-Ruineneidechse / Podarcis sicula sanctistephani

Die San Stephano Ruineneidechse lebte auf der italienischen Isola di Santo Stefano. Sie starb vermutlich im Jahr 1965 aus. Der Grund dafür ist umstritten. Wahrscheinlich vernichteten wilde Katzen und Schlangen die komplette Population der kleinen Insel.

 

 

Goldköte / Bufo periglenes

Dieser kleine, mittelamerikanische Froschlurch wurde erst in den 1960er Jahren entdeckt und gilt seit 1989 als ausgestorben. Die Tiere bewohnten vermutlich ausschließlich die Bergnebelwälder im Norden Costa Ricas. Die Ursachen für das Aussterben der Goldkröte sind nicht zweifelsfrei geklärt. Mögliche Gründe könnten das nur wenige Quadratkilometer kleine Verbreitungsgebiet, die Folgen der globalen Erwärmung oder auch die Zerstörung der natürlichen Lebensräume durch massive Abholzungen gewesen sein.

 

 

Wolterstorff-Molch / Cynops wolterstorffi

Auch dieser große und kräftig gebaute Molch ist wahrscheinlich bereits ausgestorben. Cynops wolterstorffi lebte im Kunming See und dessen unmittelbarer Umgebung auf einer Hochebene der südchinesischen Provinz Yunnan. Das letzte Exemplar wurde dort 1984 von einem Fischer gesehen. Gründe für das Aussterben dieser Art waren vermutlich die zunehmende Wasserverschmutzung durch die naheliegende Stadt Kunming, die Zerstörung der Lebensräume oder eingeführte Feinde wie Graskarpfen, Enten und Frösche (Zhao, 1998). Auch in Terrarien gibt es weltweit leider keine Bestände dieser Tiere.

 

 

Harlekinfrosch / Atelopus ignescens

Atelopus ignescens gilt seit 1988 als ausgestorben. Der Harlekinfrosch gehörte zu den Pfeilgiftfröschen und bewohnte bevorzugt die feuchten Bergwälder und Graslandschaften. Das natürliche Verbreitungsgebiet von Atelopus ignescens beschränkte sich dabei ausschließlich auf ein kleines Gebiet der nord-zentralen Anden Ecuadors. Die Tiere lebten in Höhen von 2.800 bis 4.200 m über dem Meeresspiegel. Der Klimawandel und die damit einhergehenden langen Trockenperioden und die ansteckenden Hautpilzkrankheit Chytridiomykose gelten als Hauptgründe für das Aussterben dieser Amphibienart.

 

Bitte leistet Euren Beitrag...


Wir möchten die mittlerweile sehr gute Bekanntheit unserer Internetseite nutzen, um auf verschiedene Schutzkampagnen aufmerksam zu machen. Daher werden wir Euch hier auf www.Reptilienland.com in Zukunft regelmäßig stark gefährdete Reptilien- und Amphibienarten vorstellen, für die es noch nicht zu spät ist, deren Erhaltung aber rasantes Handeln erfordert.

 

Mehr dazu in kürze hier an dieser Stelle...

 

 


          






Krokodilschwanzechse