
Graptemys nigrinoda nigrinoda (CAGLE, 1954) Schwarzknopf-Höckerschildkröte
• sachkundige Neueinsteiger
• erfahrene Schildkrötenhalter
Graptemys nigrinoda nigrinoda ist eine sehr schöne, kleinbleibende und interessante nordamerikanische Wasserschildkröte. Sie ist sowohl für den erfahrenen Schildkrötenfreund als auch für sachkundige Neueinsteiger ein empfehlenswerter Pflegling. Auch ist sie noch für einen erschwinglichen Preis zu erwerben. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet ist sie durch die Verbauung ihrer Habitate gefährdet. So kann auch die Haltung in Menschenobhut zur Bestandserhaltung beitragen. Mich persönlich würde es sehr freuen, wenn der Kreis der Graptemys-Freunde in den kommenden Jahren größer werden würde. Hierin sehe ich auch einen großen Teil meiner Arbeit. (Ewald Roddewig)
Mit der Schwarzknopf-Höckerschildkröte (Graptemys nigrinoda) haben wir eine der kleiner bleibenden Graptemys-Arten vor uns, was sie für viele Wasserschildkröten-Liebhaber sehr interessant erscheinen lässt. Auch sind diese Schildkröten gegenwärtig noch recht preiswert zu bekommen – im Gegensatz zu der ebenfalls kleiner bleibenden Pracht- (Graptemys oculifera) und der Gelbtupfen-Höckerschildkröte (Graptemys flavimaculata). Es gibt Graptemys-Arten mit großen Köpfen wie Barbours Höckerschildkröte (Graptemys barbouri); deren adulte Weibchen haben im Gegensatz zu anderen Gattungsvertretern schon fast kinderfaustgroße Köpfe. Graptemys nigrinoda zählt zu den Höckerschildkröten mit kleinen schmalen Köpfen. Was allerdings bei sämtlichen Arten dieser Gattung auffällt, ist der deutliche Größenunterschied zwischen den Geschlechtern. So können weibliche Graptemys barbouri mehr als 20mal so viel wiegen wie ihre Männchen. Bei Graptemys nigrinoda nigrinoda ist der Unterschied nicht ganz so gewaltig. Mein größeres Weibchen wiegt etwa sechs bis sieben Mal so viel wie eins von meinen Männchen. In vielen Jahren Entwicklungsgeschichte hat die Natur perfekt entwickelte „Eierlegemaschinen“ geschaffen. Männchen hingegen brauchen nur hin und wieder einen Tropfen Sperma abgeben – also warum sollten sie dafür die Größe eines Weibchens benötigen?
Im deutschen Zoofachhandel sind häufig nur noch die Falsche Landkarten- (Graptemys pseudogeographica pseudogeographica), die Mississippi- (Graptemys pseudogeographica kohnii) und die Ouachita-Höckerschildkröte (Graptemys ouachitensis) erhältlich. Diese Tiere werden auf amerikanischen Schildkrötenfarmen produziert. Der große Nachteil bei diesen importierten Jungtieren ist, dass man deren Geschlecht nicht erkennen kann. So erwerben Anfänger in der Schildkrötenhaltung weibliche Exemplare, die später größer werden als vom unerfahrenen Käufer gedacht. Diese sind damit häufig überfordert oder haben inzwischen ohnehin kein Interesse mehr an den Tieren. So werden die betreffenden Schildkröten abgegeben, beispielsweise in Reptilienauffangstationen. So genannte Tierschützer nehmen dies zum Anlass, gegen die Wildtierhaltung vorzugehen, lassen dabei jedoch vollkommen außer Acht, dass engagierte Terrarianer viele Erkenntnisse – Lebensweise, Verhalten, Fortpflanzung, Lebensdauer etc. – mit der Haltung in Menschenobhut gewonnen haben. Ohne diese wichtigen Erfahrungen und gesammelten Daten würde das Wissen um die Biologie zahlreicher Tierarten noch in den Kinderschuhen stecken, und der Schutz so mancher bedrohter Art wäre nicht möglich.
Graptemys nigrinoda nigrinoda ist in der Europäischen Union nur noch als Nachzucht zu bekommen. Es sei denn, man bekommt eine Genehmigung zur Einfuhr aus wissenschaftlichen Gründen. Die Preise für Nachzuchten sind liegen in einem Bereich, der im Regelfall einen möglichen Spontankauf unterbindet und einen möglichen Anfänger in der Schildkrötenhaltung dazu animiert, sich vor dem Kauf ausführlich zu informieren und das erforderliche Basiswissen erwirbt. Mir sind nicht einmal ein dutzend Graptemys-nigrinoda-nigrinoda-Züchter in Europa bekannt, so dass ein Neueinsteiger meist auf eine Warteliste kommt. Ich selbst habe so viele Anfragen, dass ich die sachkundigen Schildkröten-Liebhaber auswählen kann
Klasse: |
Reptilia (Reptilien) |
Ordnung: |
Testudinata (Schildkröten) |
Unterordnung: |
Cryptodira (Halsbergerschildkröten) |
Familie: |
Emydidae (Neuwelt-Sumpfschildkröten) |
Gattung: |
Graptemys (Höckerschildkröten) |
Art: |
Graptemys nigrinoda (Schwarzknopf-Höckerschildkröte) |
Unterart: |
Graptemys nigrinoda nigrinoda (Nördliche Schwarzknopf- |
|
Höckerschildkröte) |
Die markanten schwarzen Höcker („Knöpfe“) auf dem Mittelkiel des Rückenpanzers verhalfen der erstmals 1954 von Cagle beschriebenen Graptemys nigrinoda nigrinoda zu ihrem Namen, im Wissenschaftlichen, im Englischen wie auch im Deutschen. Diese schwarzen Erhebungen werden bei den Weibchen mit zunehmendem Alter immer blasser und unauffälliger. Ins Auge fallen auch die schwachen, orangefarbenen Kringel auf den Carapaxschilden. Bei Schlüpflingen besitzt der Rückenpanzer eine hellgraue Grundfärbung; aber schon in den ersten Wochen wird er immer dunkler. Im Laufe der weiteren Jahre wird er noch dunkler bis hin zu einem schmutzig wirkenden Schwarzgrau, oft mit einem „Schuss“ Olivgrün. Der Bauchpanzer ist cremefarben, bisweilen leicht rosa-gelblich. An den Quernähten der Plastronschilde sind schwarze Balken sichtbar, die bei den Weibchen mit fortschreitendem Alter verblasst. Bei den Männchen kommt es mit zunehmendem Alter oft zu grauschwarz gefärbten Plastonschilden. Die Weichteile (Beine, Kopf und Schwanz) weisen eine kräftige weiße bis gelbliche Linienzeichnung auf. Auf der Kopfmitte, an den Augen vorbei, liegt ein Y-förmiges Zeichnungselement. Häufig ist auch je einen Punkt hinter den Augen zu finden.
Die Geschlechtsunterschiede können in der Regel nach rund zwei Jahren erkannt werden. Ab diesem Zeitpunkt werden die Weibchen (die ihre Geschlechtsreife mit fünf bis sieben Jahren erreichen) immer größer, während die männlichen Exemplare nur noch sehr wenig wachsen und schon mit etwa drei Jahren die Geschlechtsreife erreichen. Männchen besitzen lange Krallen an den Vorderfüßen. Der Schwanz ist dicker und länger als bei den Weibchen. Bei einem gerade liegenden Schwanz befindet sich die Kloake etwa einen Zentimeter hinter den Carapaxschilden , während diese bei den Weibchen mit den Panzerschilden abschließt. Der Bauchpanzer ist bei den Männchen nach innen gewölbt.
Graptemys nigrinoda nigrinoda lebt in den Flüssen Tombigbee, Black Warrior und im Alabama River (US-Bundesstaaten Alabama und Mississippi). Diese Flüsse münden in die Mobile Bay, wo das Verbreitungsgebiet von Graptemys nigrinoda delticola liegt. So kann es schon mal zu Überschneidungen der Unterarten kommen.
Diese Regionen zeichnet ein heißer Sommer mit Temperaturen von 30 °C und mehr aus. In den Wintern können die Temperaturen schwanken und mit Schnee, Eis und Minustemperaturen gekennzeichnet sein. Hilfreich sind Klimakarten der jeweiligen Regionen, wie sie beispielsweise im Internet zu finden sind. Dies hilft stets bei der artgerechten Haltung unserer Pfleglinge.
Ein befreundeter Graptemys-Züchter bereiste im Sommer die oben genannten Regionen. Was ihn am allermeisten beeindruckte, war das helle Licht – so hell wie wir es in Europa nicht kennen
Die Herkunftsgebiete aller Graptemys-Arten liegen in etwa auf den gleichen Breitengraden wie Mitteleuropa und Nordafrika. So gibt es mit Sommer und Winter je eine aktive und eine inaktive Jahreszeit. Die Übergangszeiten im Frühjahr und Herbst sind in den nordamerikanischen Staaten kürzer . Und genau diese „schmuddeligen“ Übergangszeiten erlauben kaum eine Freilandhaltung in einem deutschen Gartenteich. Besser ist die Haltung von Höckerschildkröten im Gewächshaus oder Wintergarten.
Die aktive Jahreszeit beginnt mit den ersten warmen Tagen im Frühjahr. Von der Sonne angelockt, kommen die Schildkröten aus ihren Winterruheplätzen/Verstecken. Gern sonnen sie sich auf ins Wasser gefallenen Baumstämmen und bringen sich so auf „Betriebstemperatur“; wobei große Exemplare mit ihrem massigen Körper viel länger brauchen als kleinere Schildkröten . Wenn die Wassertemperatur 18-20 °C erreicht hat, beginnt Graptemys nigrinoda nigrinoda auch wieder mit der Nahrungsaufnahme. Erst dann können die Tiere auch wieder verdauen.
Der Tagesablauf sieht in etwa wie folgt aus: Von den ersten Sonnenstrahlen am frühen Morgen angelockt, kommen die Schildkröten zum Sonnenbaden. Hat nun der Körper eine Temperatur von 31 bis 34 °C erreicht, begeben sie sich auf Nahrungssuche ins Wasser . Dabei werden Wirbellose erbeutet und auch an Wasserpflanzen gefressen. Anschließend werden wieder die Sonnenplätze aufgesucht. Diese Verhaltensweise kann sich im Laufe des Tages mehrfach wiederholen.
Gleich nach der Winterruhe kommt es zu Paarungen. Das dabei übertragende Sperma kann bis zu drei Jahre vom Weibchen gespeichert werden. Vom späten Frühjahr bis zum Sommer werden meist ein bis drei Gelege abgesetzt. Graptemys nigrinoda nigrinoda legt in der Regel drei bis fünf Eier pro Gelege. Hierzu suchen sich die Weibchen geeignete Plätze. Diese können auch einige hundert Meter vom Wasser entfernt sein. Meist werden solche Eiablageplätze von mehreren Weibchen genutzt. Weibchen sind meist standorttreu, wobei Männchen auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen oft auf Wanderschaft gehen.
So vergehen die Tage bis zum Spätsommer und Herbst. In dieser Zeit werden von den Weibchen schon die Grundlagen für die Eier des kommenden Jahres geschaffen. Auch kommt es im Herbst vereinzelt zu Paarungen.
Nun beginnt die inaktive Jahreszeit. Die Schildkröten suchen sich meist am Bodengrund (im Schlamm oder in kleinen Höhlen in Ufernähe) einen Platz zum Überwintern. Die Temperatur kann bis auf 4 °C und auch noch etwas tiefer absinken. Umso niedriger die Temperatur, desto niedriger ist die Herzschlagfrequenz (bis zu fünf Herzschläge in zwei Minuten)
Es ist nicht immer einfach, eine Zuchtgruppe zusammenzustellen. So erwarb ich 2006 drei Nachzuchten aus dem Jahr 2005. Diese wurden bei etwa 28 °C inkubiert; ihr Geschlecht stellte sich später erwartungsgemäß als männlich heraus. Eine dieser Schildkröten verendete, die zwei anderen Exemplare gehören inzwischen zu meiner Zuchtgruppe. Im gleichen Jahr erwarb ich von einem anderen Züchter zwei Exemplare, die bei 30 °C inkubiert wurden; es handelte sich um Weibchen. Aus der gleichen Quelle erhielt ich im Sommer 2008 eine Zuchtgruppe, bestehend aus einem Männchen und zwei Weibchen). Das adulte Männchen und meine zwei kleinen Weibchen gab ich an dankbare Schildkrötenfreunde weiter. So pflege ich aktuell eine Zuchtgruppe mit 2,2 Graptemys nigrinoda nigrinoda.

Tab.1: Wachstum von zwei Männchen (Nachzuchten aus dem Jahr 2005, Erworben 2006). 2008 erreichten die Männchen mit einem Alter von drei
Jahren die Geschlechtsreife.

Tab.2: Wachstum von zwei Weibchen (Nachzuchten aus den Jahr 2006, erworben im Sept. 2006) Im Mai bzw. Okt.2008 wurden beide Exemplare abgegeben.

Tab.3: Wachstum von zwei im Sommer 2008 erhaltenen Weibchen. Nr.1 war zu diesem Zeitpunkt etwa elf Jahre alt. Es soll als Wildfang nach Deutschland gelangt sein. Hierfür spricht auch der sehr glatte Rückenpanzer. Weibchen 2 ist eine deutsche Nachzucht und war zum Zeitpunkt des Erwerbs ungefähr sieben Jahre alt. Gut zu erkennen ist, dass das kleinere und jüngere Weibchen an Größe und Gewicht etwas zugelegt hat. Beim älteren Exemplar gab es nur geringe Gewichtsschwankungen. Beide Weibchen setzten 2009 und 2010 Gelege ab.
Beide Graptemys-nigrinoda-nigrinoda-Männchen werden gemeinsam mit einer männlichen Graptemys barbouri in einem Becken mit den Maßen (Länge x Breite x Höhe) 60 x 60 x 60 cm und einem Wasservolumen von etwa 216 Litern gehalten. Das Graptemys-barbouri-Männchen beachtet die anderen Exemplare kaum. Die männlichen Graptemys nigrinoda nigrinoda hingegen sind häufig zusammen aktiv, und es kommt auch gelegentlich zu Balzverhalten (Krallenzittern). Nach meinen Beobachtungen wurde noch nie eine der drei Schildkröten unterdrückt; auch Krankheiten traten nie auf.
Den beiden adulten Weibchen stand ursprünglich ein Becken mit den Maßen 150 x 60 x 60 cm zur Verfügung (450 l Fassungsvermögen). Jedoch unterdrückte das größere Weibchen das kleinere, so dass eine andere Lösung gefunden werden musste. So teilt sich inzwischen das größere Weibchen das vorgenannte Aquaterrarium mit einer weiblichen Graptemys barbouri (22 cm Carapaxlänge). Diese beiden Schildkröten kommen gut miteinander zurecht und schreiten regelmäßig zur Eiablage. Das kleinere Weibchen lebt ohne sichtbare Probleme gemeinsam mit einer vierjährigen weiblichen Graptemys ouachitensis sabinensis in einem Aquaterrarium.
Während der aktiven Jahreszeit befinden sich Guppys und Saugwelse in den Aquaterrarien. Die Guppys fressen kleine Futterreste der Schildkröten und sorgen damit für eine längere Laufzeit der Filter. So lange die Fische nicht schwächeln, geschieht ihnen nichts. So sind sie ein ergänzendes, naturnahes Futter. Die Welse halten Steine, Wurzeln und Scheiben sauber. Extra gefüttert werden die Fische nicht.
Als Bodengrund wird Spielsand verwendet (etwa 2-3 cm hoch), der vor dem Einbringen gewaschen wurde. Die Schildkröten wühlen gern im Sand und nehmen ihn gelegentlich auf, was wiederum der besseren Verdaung dient.
Etwa 50 % der Bodenfläche sind mit Natursteinplatten begedeckt. Auch Aufbauten wurden aus diesen Platten gestaltet, so dass die sich die Schildkröten auch einmal aus dem Wege gehen können. Die Platten sind so groß und schwer, dass sie von den Höckerschildkröten nicht verschoben werden können.
Nicht nur zur optischen Bereicherung für das menschliche Auge befindet sich ein Buchenast im Wasser. Dieser wurde zuvor etwa zwei Jahre lang gelagert, bevor er zum Einsatz kam. Die Gerbsäuren, die von dem Ast ins Wasser abgegeben werden, dienen dem Wohlbefinden und der Gesundheit der Schildkröten . Auch bilden sich mit der Zeit Algen auf dem Ast. Diese werden von den Tieren samt Rinde abgeweidet.
Zum Befüllen der Becken wird Leitungswasser verwendet. Alle drei Wochen wird ein Wasserwechsel vorgenommen. Dabei werden bis zu 90 % des Wassers gewechselt. Gelegentlich füge ich dem Wasser 2 g/l jodfreises Kochsalz hinzu.
Als Sonnenplatz schwimmt auf dem Wasser eine dicke Naturkorkinsel. Sie ist so fixiert, dass sie sich stets unter dem UV-Strahler befindet, und so dimensioniert, dass alle Schildkröten eines Beckens darauf Platz finden (und bei Bedarf auch dem wärmsten Bereich des Lichtkegels ausweichen können).
Nach oben hin sind die Aquaterrarien mit einem Holzkasten/Aufsatz verlängert, der etwa 35 cm hoch ist. Dieser verhindert eine Flucht der Schildkröten, insbesondere im Bereich des Landteiles, der zur Eiblage dient. Dieser Aufbau trägt zudem die mit Zeitschaltuhren gesteuerte Beleuchtung. Verwendet werden bei den Weibchen jeweils ein 160 Watt starker HQI-Strahler (Power Sun). Das Männchen-Becken ist mit einem 100-Watt-Strahler der gleichen Marke ausgestattet. Diese UV-Wärmestrahler sind so angebracht, dass sie etwa 30 cm über der Korkinsel – unerreichbar für die Schildkröten – hängen. Auf dem Sonnenplatz werden auf diese Weise direkt unter dem Strahler etwa 45 °C erreicht.
Die Schildkröten sollen sich beim Sonnenbaden vollständig abtrocknen können. So werden insbesondere ein Pilz- und Algenbefall verhindert. Auch wird durch Licht und Wärme das wachstumsbedingte Abstoßen der obersten Schilde gefördert. Bei heranwachsenden Höckerschildkröten werden die älteren Carapaxschilde nach eigenen Beobachtungen in der aktiven Jahreszeit mehrmals gewechselt, je nach Wachstum bis zu fünfmal in dieser Zeit. Mit Beginn der Geschlechtsreife werden nur noch einmal im Sommer die obersten Schilde abgestoßen. Weiter wird UVB-Licht genutzt um Vitamin D3 zu bilden. Dieses Vitamin ist lebensnotwendig für Schildkröten. Auf natürliche Weise wird Vitamin D3 nur beim Sonnenbaden unter UVB-Licht gebildet.
Die HOI-Strahler sind bei meinen Becken etwa einen halben Tag lang in Betrieb. In der restlichen Zeit des hellen Tages sind nur die Leuchtstoffröhren angeschaltet. Sicher könnte man die UV-Strahler den gesamten Tag über leuchten lassen, doch ist dies bei den ständig steigenden Strompreisen eher eine Kostenfrage. Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass es die Schildkröten lernen, ihre Sonnenbäder in dieser „verkürzten Zeit“ nehmen – was keineswegs gegen eine artgerechte Haltung spricht. Nur ohne UV-Strahler und ohne Sonnenbäder ist eine Haltung der sonnen- und lichthungrigen Höckerschildkröten meines Erachtens nicht möglich.
Im Becken-Unterbau (als Schrank gestaltet) befinden sich die Filter. Ich benutze nur einen Filtertyp: den Eheim Thermofilter Professional 2224. Die gewünschte Wassertemperatur kann gut und leicht über einen Regler eingestellt werden. So spare ich mir einen Heizstab (und sein möglichen Zerbrechen) im Becken und weniger Technik ist sichtbar. Die integrierte Heizung wird mit Hilfe einer Zeitschaltuhr geregelt. Sie ist zwischen 6.00 und 18.00 Uhr in Betrieb. So kühlt das Wasser in der Nacht um 2-4 °C ab, ähnlich wie in der Natur.
Je angefangene 250 l Wasser wird ein Eheim 2224 eingesetzt; so wird das gesamte Wasservolumen eines Beckens in einer Stunde mindestens einmal durch die Filter umgewälzt. Insgesamt habe ich für meine 15 Aquaterrarien 28 Filter im Einsatz. Ein weiterer Filter steht als Ersatz bereit.
Das jeweilige Filter-Ansaugrohr ist so angebracht, dass der Ansaugkorb an seiner Unterseite leicht gegen eine Platte gedrückt wird. So können die Höckerschildkröten den Korb nicht vom Rohr trennen. So vermeide ich Unfälle bei neugieren Exemplaren, wenn diese ihren Kopf in das Rohr stecken sollten und diesen durch den Sog nicht mehr herausbekommen und ertrinken können. Vom Auslaufrohr strömt das Wasser zurück direkt ins Becken, so dass eine deutliche Strömung entsteht. Die Filterkammern sind mit Tonröhrchen gefüllt, die wiederum mit einem groben Filterschwamm abgedeckt wurden. Feineres Filtermaterial ist meines Erachtens bei der Haltung von Wasserschildkröten nicht angebracht. Gereinigt werden die Filter nach Bedarf. Wichtig ist das Ansammeln von Bakterien im Filter, damit dieser ähnlich einer biologischen Kläranlage arbeiten kann.
Der Landteil/Eiablageplatz besteht aus einem rechteckigen Kunststoffbehälter. Dieser misst 55 x 35 x 30 cm und hängt, befestigt am oben genannten Aufsatz, zu etwa 70 % in das Wasser. So wird der Sand schon etwas über die Wassertemperatur erwärmt. An einer Seite des Landteiles befindet sich ein 50-Watt-Strahler, der über die Mittagszeit hinweg etwa drei Stunden lang eingeschaltet ist und den Landteil lokal erwärmt. Zusätzlich ist eine Heizmatte (6 W) seitlich hochkant im Sand eingegraben und rund um die Uhr in Betrieb. So hat der Sand unterschiedliche Temperaturbereiche, und die Weibchen haben die Wahl. Den sand halte ich stets griffig feucht, damit er beim Ausheben der Nistgrube nicht zusammenfällt. Damit die Weibchen den Eiablageplatz erreichen können, wurde eine Korkplatte so installiert, dass sie vom Wasser aus zum Eiablageplatz gelangen können.
Für eine erfolgreiche Zucht halte ich die artgerechte, abwechslungsreiche und qualitativ hochwertige Ernährung für essenziell. Graptemys nigrinoda nigrinoda frisst nur sehr wenig Pflanzliches. Dies kann bei der Zusammensetzung des Schildkrötenpuddings oder mit algenreichen Pellets berücksichtigt werden. Gelegentlich werden auch Teile von Wasserpflanzen abgebissen.
In der Natur stehen den Höckerschildkröten zahlreiche Nahrungsarten zur Auswahl, abhängig von Jahreszeit und Lebensraum. Diese natürliche Vielfalt kann ich meinen Pfleglingen nicht immer bieten. Aus diesem Grund füttere ich auch Nahrungsbestandteile (stets fettarm), die im natürlichen Verbreitungsgebiet nicht vorkommen. So gewährleiste ich jedoch eine abwechslungsreiche Vielfalt.
Die Weibchen füttere ich täglich – bisweilen sehr reichlich, aber auch in Anlehnung an die Natur unregelmäßig. Wichtig ist nach meinen Beobachtungen das optimale Füttern von Eier legenden Weibchen bis kurz vor der Winterstarre. Denn im Herbst werden bereits die Follikel für die legereifen Eier des kommenden Jahres ausgebildet. Männchen fressen viel weniger, schon allein wegen ihres viel kleineren Körpers. Ich füttere sie nur jeden zweiten oder dritten Tag und verzichte auch auf Vitamingaben (bei beiden Geschlechtern), da diese meines Erachtens bei einer richtigen Ernährung nicht notwendig sind.
Auf dem Speiseplan meiner Graptemys nigrinoda nigrinoda stehen lebende Grillen, Schaben, Heuschrecken, Heimchen, alle möglichen Käfer, Raupen, Würmer, des Weiteren Garnelen, Gammerus , kleine Fische, Tintenfisch, Geflügelfleisch, Rinderherz, Schwarzkäferlarven (Zophobas), Mehlkäferlarven („Mehlwürmer“), Fliegen und Spinnen, Kellerasseln, Gehäuse- und Nacktschnecken, Mäusebabys und Vieles mehr. Beim Fangen einheimischer Wirbelloser achte ich darauf, dass es sich nicht um geschützte Arten handelt; in Deutschland heimische Amphibien werden wegen ihrer Bedrohung auf gar keinen Fall gefangen und verfüttert. Ich bevorzuge lebende Futtertiere, aber auch Gefriergetrocknetes oder Tiefgefrorenes verwende ich (natürlich nur aufgetaut). Schildkrötenpudding ist eine mögliche Nahrung, wenn er nach einem guten, ausgewogenen Rezept hergestellt wurde. Den Weibchen stehen immer Sepia-Schulpen zur Verfügung, um den hohen Kalziumbedarf zu befriedigen. Es ist immer wieder erstaunlich, wieviel von den Sepia-Schalen gefressen werden.
Neben der Ernährung ist das Verpaaren der nächste wichtige, nicht immer einfache Punkt. Mal möchte das Männchen aufreiten, aber das Weibchen lässt dies nicht zu. Auch zeigen die männlichen Exemplare bisweilen kein Interesse an ihren Partnerinnen. Meist lassen die von mir gepflegten Weibchen nur einmal im Jahr eine Kopulation zu. Fast ausschließlich findet ein Aufreiten nur im unbeheizten Wasser statt, in der Regel nach erfolgter Winterstarre. Ich habe aber auch eine mir sicherer erscheinende Methode ausprobiert, die sehr gut vor der Winterstarre umzusetzen ist: Im Oktober wird zuerst im Männchen-Becken ein Wasserwechsel durchgeführt. Dabei wird kaltes Leitungswasser zum Wiederauffüllen verwendet. Anschließend geschieht dies analog bei den Weibchen. Nach einigen Stunden werden die Männchen zu den Weibchen ins Becken gesetzt, wo diese sofort umworben werden; die männlichen Exemplare schwimmen um die jeweils Umworbene herum, vereinzelt kann ich auch ein Krallenzittern beobachten. Bei der Kopulation selbst kommt es quasi zu einer „festen Verbindung“ des Männchens mit dem Weibchen. In der Regel sind die Partner so um die 20 Minuten miteinander verbunden. Zunächst verbleibt das Weibchen ruhig am Boden und das Männchen reitet auf. Nach einer Weile jedoch schwimmt das Weibchen mit dem immer noch an ihm hängenden Männchen durch das Aquaterrarium – und dies recht schnell und heftig (für mich als männlichen Betrachter doch eine mitfühlende Angelegenheit) bis zum Lösen der Verbindung. Aber nun ist etwas ganz Besonderes zu beobachten. Der nun freiligende Penis schaut wie die Blüte einer Ackerwinde aus, nur ist er dunkelblau bis anthrazit-schwarz gefärbt und bewegt sich mit eleganten Bewegungen wie eine Qualle in der Meeresströmmung. Doch schon nach kurzer Zeit ist diese Pracht durch die Kloake im Schwanz des Männchens verschwunden.
Hat sich ein Weibchen mehrfach und dann auch noch mit verschiedenen Männchen gepaart, kann es bei ein und demselben Gelege Schlüpflinge mit mehreren Vätern geben. Vorausgesetzt, die Höckerschildkröten wurden Mitte Februar aus der Winterstarre genommen, erfolgen die Eiablagen von meinen beiden Weibchen zwischen März und Juli. Schon zwei, drei Tage vor der Eiablage wird der Landteil aufgesucht. Es ist immer wieder unterschiedlich, wie oft der potenzielle Eiablageplatz „getestet“ wird: mal ein- oder zweimal oder auch bis zu sechsmal wird er inspiziert. Die Ablagen erfolgen entweder am frühen Morgen oder am späten Nachmittag. Ist der Sand nicht feucht genug und ist daher nicht optimal zum Anlegen einer Nistgrube geeignet, befeuchtet das legewillige Weibchen den Platz mit Wasser aus seiner Analblase. Anschließend wird mit den Hinterbeinen eine 12 bis 15 cm tiefe Grube ausgehoben. Nach dem Ablegen der Eier wird mit den Hinter- und auch Vorderbeinen der zuvor ausgehobene Sand zum Schließen der Nistgrube verwendet. Zum Abschluss rutscht das Weibchen mit dem Bauchpanzer über die verschlossene Grube. Für den gesamte Vorgang der Eiablage einschließlich dem Verschließen der Nistgrube benötigen die von mir gehaltenen Weibchen nicht einmal eine Stunde. In dieser Zeit darf sich allerdings niemand im gleichen Raum aufhalten, was das Beobachten natürlich erschwert.
Nun werden die weichschaligen Eier geborgen und vorsichtig von anhaftendem Substrat befreit. Sie wiegen etwa 14-16 g bei einer Länge von etwa 35-40 mm. Einer der beiden verwendeten Inkubatoren ist auf 26 °C eingestellt, der andere auf 30 °C. Bei 26 °C schlüpfen die Nachkommen nach 78-83 Tagen, und sie sind ganz sicher männlich. Nach nur 58-62 Tagen kommt es bei den bei 30 °C inkubierten Eiern zum Schlupf von weiblichen Exemplaren. So kann mit Hilfe der Bruttemperatur das Geschlecht bestimmt werden. Der Scheitelpunkt liegt also bei etwa 28 °C. Ich bebrüte die Eier stets bei gleichbleibenden Temperaturen (ohne Nachtabsenkungen). Als Brutsubstrat wird Vermiculit verwendet. Es wird gewässert und anschließend ausgedrückt, so dass eine angefeuchtete Masse verbleibt. Diese schütte ich in eine rechteckige Lebensmittelschachtel, bis diese zu vier Fünfteln gefüllt ist. Ich achte darauf, dass beides zusammen nun 450 g wiegt, um später beim Nachfeuchten besser kontrollieren und dosieren zu können.
In das Vermiculit wird für jedes Ei eine kleine Kuhle gekratzt; darin wird das jeweilige Ei, ohne es zu drehen, gebettet. Auf diese Weise ist das Ei etwa zu einem Drittel eingegraben. Ein Ei nach dem anderen wird so nebeneinander eingebettet. Mit einem kleinen Pinsel wird das Vermiculit vorsichtig glattgestrichen und etwas angedrückt, damit die Eier optimal am Brutsubstrat anliegen.
Nach nur 1-2 Tagen bildet sich ein weißer Fleck , der sich im Weiteren über das ganze Ei ausbreitet – das Anzeichen für die erfolgreiche Befruchtung. So wird aus dem zunächst eher glasig wirkenden ein richtig weißes Ei. Nicht befruchtete Eier werden bernsteinfarben glasig, fallen in sich zusammen und werden entfernt. Alle fünf Tage kontrolliere ich den Inkubator. Das Vermiculit wird bei Bedarf nachbefeuchtet und Wasser in der dafür vorgesehenen Schale des Inkubators ergänzt, um stets eine hohe Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten.
Nach einigen Versuchen hat sich die oben geschilderte Abfolge bei mir als am erfolgreichsten erwiesen. Nur habe ich auch feststellen müssen, dass sich die Gelege unterschiedlich entwickeln, und das bei genau gleicher Behandlung. Die Eier des kleineren Weibchens lassen sich viel leichter und mit größerem Erfolg zeitigen als die Gelege des größeren Weibchens. So gibt es gerade bei dem Letztgenannten Gelege, bei denen alle Eier aufblähen. Die weichschaligen Eier nehmen ja immer noch Feuchtigkeit, sprich Wasser, auf. Nur sollten sie dabei nicht aufblähen. Geschieht dies doch, kann man sie vorsichtig mit einer spitzen Nadel anstechen, um ihnen etwas vom Druck zu nehmen. Dieses habe ich nun schon mehrmals mit Erfolg angewendet.
Schlüpfen die kleinen Schildkröten, reißt zuerst die Eischale an einer Stirnseite auf. Dies lösen die Schlüpflinge mit Hilfe ihrer Eischwiele aus. Nun kann es mehrere Tage dauern, bis die Schildkröten vollständig aus ihren Eiern kommen. Ich gebe ihnen die notwendige Zeit und manipuliere nicht an den Eiern. Im Idealfall ist der Dottersack am Plastron eines Schlüpflinges soweit wie möglich aufgezehrt. Ist der Dottersack zu groß, können die betreffenden Exemplare sterben. Zu große Dottersäcke sind für mich immer ein Anzeichen, dass zu feucht inkubiert wurde. In einem solchen Fall hilft es, die Tiere leicht im Vermiculit einzugraben und sie im Inkubator zu belassen – so lange, bis sich der Dotter zurückgebildet hat. Diesen Zeitpunkt erkenne ich, wenn die Schildkröte herumläuft.
Können die kleinen Schildkröten aus dem Inkubator genommen werden, setze ich sie in eine Heimchendose mit etwa 5 mm Wasserstand; darauf lege ich einen Deckel und stelle alles bei ungefähr 28 °C nicht zu hell ab. Das Wasser dafür nehme ich aus den Becken der Elterntiere, damit Bakterien vorhanden sind und sich so eine Darmflora bei unseren Kleinen bilden kann. Nach 24 bis 48 Stunden ist ein möglicher kleiner Dottersack aufgebraucht und die Schildkröten beginnen mit dem ersten Fressen. Dazu kommen sie in ein kleines Aufzuchtbecken mit einem Wasserstand von etwa 10 cm. Eingerichtet ist es mit einer kleinen Natursteinpyramide zum Klettern, ein paar Wasserpflanzen und einer kleinen Korkinsel. Mit einem Heizstab wird das Wasser auf 28-30 °C erwärmt. Sofort können die kleinen Schildkröten sehr gut schwimmen.
Gefüttert werden beispielsweise Mückenlarven, Wasserflöhe, kleine Regenwürmer, Bachflohkrebse und Fliegen. Es ist erstaunlich, was alles und wieviel gefressen wird. Ich füttere zweimal am Tag soviel, dass keine Futterreste übrigbleiben. Nach nur zehn Tagen fressen die Jungtiere alles, was auch ihre Eltern fressen (nur häufig entsprechend „mundgerecht“ zerkleinert).
Einige Tage später setze ich sie in ein größeres Aufzuchtbecken. Schon nach kurzer Zeit kommen sie sehr gut mit einem noch höheren Wasserstand zurecht. Im Alter von drei Wochen überführe ich die gewandten Schwimmer in ein eingerichtetes Aquaterrarium mit 250 l Wasser (Wasserstand 60 cm). Von hier werden sie an interessierte und sachkundige Wasserschildkröten-Liebhaber abgegeben.
Liegt das Schlupfgewicht bei etwa 9-12 g und ist der 35-40 mm lange Rückenpanzer zu diesem Zeitpunkt noch fast kreisrund, ist nach wenigen Wochen die Nabenspalte nicht mehr zu sehen und aus dem noch weichen Panzer beim Schlupf ist ein viel festerer, unbeweglicher geworden.
Die Winterstarre führen meine Graptemys nigrinoda nigrinoda im unverändert eingerichteten Aquaterrarium im Schildkrötenkeller durch. Bis Mitte Oktober wird die Wassertemperatur auf 20-22 °C gesenkt. Ab diesem Zeitpunkt bekommen die Schildkröten kein Futter mehr. Anfang November wird das Wasser bis auf etwa Panzerhöhe abgelassen. Filter und Heizung werden ausgeschaltet, ebenso wird die Raumheizung auf Null geregelt. Das Licht bleibt noch eine Woche für sechs Stunden am Tag an. Die Fenster bleiben offen, und so sinken die Temperaturen weiter. Nach zwei Wochen liegen die Temperaturen bei etwa 10-12 °C. Die Tiere sind dann bereits sehr träge. Im weiteren Verlauf sinken die Temperaturen meist bis auf 4 °C ab. Ein Einfrieren des Kellers verhindert das Thermostat am Raumheizkörper.
Einige Schildkröten halten sich vollständig im Wasser auf, andere liegen mit einem Teil ihres Körpers außerhalb des Wassers. Einzelne Exemplare befinden sich jedoch vollkommen „auf dem Trockenen“ (auf einem Stein). Immer wieder werden auch die Positionen gewechselt. Bis Mitte Februar kontrolliere ich alle fünf Tage, mit einer schwachen Taschenlampe ausgerüstet, die Becken und Schildkröten.
Mitte Februar wird der Heizkörper wieder aufgedreht, und langsam erwärmt sich alles. Das Licht wird für sechs Stunden am Tag eingeschaltet. Wichtig sind die Strahler, damit Sonnenbäder genommen werden können. Nach einigen Tagen wird schrittweise der Wasserstand erhöht. Die Filter und die darin enthaltenen Thermoheizungen sind inzwischen wieder in Betrieb. Nach zehn bis zwölf Tagen erreichen Raum- als auch Wassertemperatur etwa 20 °C. Die Schildkröten haben nun wieder Appetit. Ich gebe ihnen zunächst leicht verdauliche Nahrung wie zum Beispiel Bachfohkrebse oder Regenwürmer. Anfang bis Mitte März beginnt die aktive Jahreszeit.
Bis auf Panzerverletzungen bei meinem kleinen Weibchen (an den Hornschilden des Rückenpanzers), deren Ursprung mir rätselhaft ist, kann ich von keinen weiteren Verletzungen oder Erkrankungen berichten. Die erwähnten Panzerverletzungen heilen aber ohne Unterstützung.
Dieser Haltungsbericht ist eine zweite Fassung. Überarbeitet wurde die erste Fassung von Andreas S. Hennig. Für den Inhalt des Berichtes ist Ewald Roddewig verantwortlich, welcher uns diesen auch freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Eine weitere Fassung wurde in der Zeitschrift RADIATA, Heft 4/2010 veröffentlicht.
Auf der Website www.er-picta.de findet Ihr neben Haltungsinfos zu weiteren Wasserschildkrötenarten auch detaillierte Informationen zu den Nachzuchten von Ewald Roddewig.
Es hat Dich gepackt und Du hast ernsthaftes Interesse an der Haltung dieser faszinierenden Art? Für eine erfolgreiche Pflege ist weiterführende Literatur ein absolutes Muss!
Literaturempfehlungen
Hertwig, S: Ökologie, Haltung, und Fortpflanzung im Terrarium von Graptemys caglei, G. flavimaculata, G. nigrinoda nigrinoda und G. oculifera
Salamandra 37 (1) (2001): Seite 21-48
Stettner, A: Haltung und Nachzucht von Graptemys nigrinoda nigrinoda CAGLE, 1954, der Schwarzknopf-Höckerschildkröte
SACALIA 7 (2005): Seite 9-20
Roddewig, E: Meine Erfahrungen bei der Haltung und Zucht der Schwarzknopf-Höckerschildkröte,Graptemys nigrinoda nigrinoda Cagle 1954.
RADIATA Heft 4 (2010)
(c) 2011 www.reptilienland.com
|