
Xenagama taylori Taylors Biberschwanzagame
(engl. Dwarf Shield Tailed Agama)
Xenagama taylori gehören zu der Familie der Agamen und wird meist als Xenagame, Biber- oder Stachelschwanz-
agame bezeichnet. Das Verbreitungsgebiet liegt im Bereich
der Grenze von Somalia und Äthiopien in Ostafrika.
Xenagama taylori ist eine den Boden bewohnende Agame. Auffälliges Merkmal ist der scheibenförmige Schwanz mit einem dünnen Fortsatz. Der scheibenförmige Schwanz dient den Xenagamen als Schutz, da mit Hilfe des Schwanzes der Eingang zur schützenden Höhle gegen Feinde verschlossen wird.
Die Färbung von X. taylori besteht überwiegend aus Brauntönen, die von gräulich bis rötlich variieren können. Auf dem Rücken sowie dem Kopf sind mehr oder weniger deutlich ausgeprägte dunkle Zeichnungsmuster sichtbar.
Weibchen erreichen eine maximale Gesamtlänge von 139 mm, Männchen maximal 123 mm (ROOS 2002). Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt zwischen sieben und neun Zentimetern.
Das Geschlecht der Biberschwanzagamen ist gut zu unterscheiden: Männliche Tiere können Teile des Kopfes, den Hals und die Brust bis zu den Vorderbeinen kräftig blau (Preußisch-Blau) färben. Weibchen zeigen die Blaufärbung maximal ansatzweise. Zudem sind bei männlichen Tieren die gelb gefärbten Präanalporen deutlich sichtbar in zwei bis drei Reihen angeordnet, bei Weibchen sind die Poren unscheinbar.
Das Verbreitungsgebiet liegt in einer Höhenlage von über 1150 m ü.NN. Niederschläge gehen zwischen April und September mit einem Tagesmaximum von bis zu 61 mm nieder (EDWARDS 2000, MÜLLER 1996). Die mittlere relative Luftfeuchtigkeit beträgt über das ganze Jahr zwischen 50 und 60 %.
Die maximalen sommerlichen Temperaturen für das Makroklima bleiben unterhalb 40 °C. Von Oktober bis Februar können nachts Temperaturen von unter 10 °C herrschen.
Die Vegetation im Verbreitungsgebiet besteht aus niedrigen Gräsern und wenigen kleinen Bäumen (wie z.B. Akazien). Diese Flächen bestehen aus zumeist sandigen Böden und werden auch als Viehweiden genutzt.

Nach ROOS (2002) legen die Agamen im natürlichen Habitat Wohnhöhlen von bis zu 120 cm Länge an, die in einem Winkel von ca. 30 Grad in das Erdreich führen. Die Tiefe der Wohnhölen orientiert sich an der Lage der feuchteren Erdschichten.
Auch im Terrarium graben Xenagamen Wohnhöhlen, die als Versteck und als Nachtquartier genutzt werden.
X. taylori frisst die üblichen Futterinsekten (Heuschrecken, Schaben, Larven des Großen Schwarzkäfers, Heimchen, Mehlkäfer und deren Larven, Grillen) sowie auch vegetarische Nahrung wie z.B. Löwenzahn, Spitz- und Breitwegerich, und Gänseblümchen.
Xenagama taylori ist eine sonnenliebende Agame, die einen großen Teil des Tages damit verbringt sich zu sonnen. Beim Sonnen als auch bei der Nahrungsaufnahme halten sich die Tiere bevorzugt in der Nähe ihrer Höhlen auf.
Bei Xenagama taylori handelt es sich um eine sehr territoriale Art: Beim Anblick eines Weibchens oder eines anderen Männchens reagieren männliche Xenagamen umgehend. Um Revieranspruchs zu verdeutlichen stellt sich die Agame hoch auf, flacht den Körper ab, spreizt die Kehlhaut ab und nickt Agamen-typisch. Zeigt der Gegenüber keine Reaktion, wird sofort zum Angriff übergegangen. Bei paarweiser Haltung kann das Drohverhalten auch zwischen harmonisierenden Tieren gelegentlich beobachtet werden. Das Balzverhalten läuft ähnlich ab. Zuerst legt das Männchen seine Prachtfärbung an und fängt, flach auf dem Untergrund liegend, heftig zu nicken an. Daraufhin stürmt es auf das Weibchen zu. Erreicht das Männchen das Weibchen, verbeißt es sich sofort an dem Weibchen, um es an einer Flucht zu hindern.
Wegen der ausgeprägten innerartlichen Territorialität sollte das Terrarium möglichst groß gewählt werden. Mittels der Einrichtung sind Bereiche zu gestalten, die gegenseitig nicht eingesehen werden können und mit jeweils Spotstrahlern erwärmt werden. Der Bodengrund sollte aus bindigem Material bestehen, so dass Xenagama taylori Wohnhöhlen anlegen kann. Der Bodengrund ist stellenweise über 10 cm hoch aufzuschichten, so dass Wohnhöhlen anleget werden können. Steinaufbauten sowie Äste komplettieren nebst einer kleinen Wasserschale die Einrichtung. Das Terrarium ist so hell als möglich auszuleuchten. Gut geeignet sind z.B. T5-Röhren oder HQI-Strahler. Am Sonnenplatz kommen Wärmestrahler zum Einsatz, unter denen Temperaturen von bis zu 60 °C erreicht werden. Zusätzlich sind die Agamen mit UV-B-Strahlung zu versorgen.

Vom Autor wurde X. taylori paarweise in einem oben offenen Trockenterrarium (100 x 70 x 60 cm [L x B x H]) gepflegt. Das Terrarium wurde mit Leuchtstoffröhren sowie zwei 100 W starken Spotstrahlern täglich für 8 (im Winter) bis 14 Stunden (im Sommer) beleuchtet. Eine Ultra-Vitalux® zur UV-Versorgung wurde täglich für mindestens eine halbe Stunde zugeschaltet. Die minimale Tagestemperatur im Terrarium lag - je nach Jahreszeit - zwischen 20 und 30 °C. Das Drittel der Terrarienfläche mit über 10 cm hohem Bodengrund wurde täglich morgens mit angewärmtem Wasser kräftig ausgesprüht, so dass die Agamen ihre Wohnhöhlen in feuchten Bodenschichten anlegen konnten. Die Oberfläche des Bodengrundes sollte im Tagesverlauf wieder abtrocknen.
Die Wohnhöhlen werden von den meisten Biberschwanzagamen bei geringsten Störungen aufgesucht. Der Eingang wird mittels des scheibenförmigen Schwanzes verschlossen. Zusätzlich blähen sich die Agamen so auf, dass sie in der Höhle fest verkeilt sind.
X. taylori ist während des ganzen Jahres aktiv. Während der kühleren Witterungsperiode wird die Nahrungsaufnahme jedoch eingeschränkt. Ein saisonaler Unterschied im Balzverhalten des Männchens konnte nicht festgestellt werden.
DEDLMAR (2002) gibt fünf Wochen als Trächtigkeitsdauer an. Auf eine hochwertige Ernährung der Weibchen während der Trächtigkeit ist zu achten. Gelege der Biberschwanzagamen können bis zu neun Eier umfassen. Beim Autor wurden von einem Weibchen Gelege im Abstand von lediglich fünf Monaten abgelegt. Ein bis drei Wochen vor der Eiablage stellen die Weibchen die Nahrungsaufnahme ein. Zur Ablage gräbt das Weibchen einen in der Regel senkrecht endenden Gang bis auf den Terrarienboden. Die Eiablage ist meist innerhalb einer Stunde beendet. Das Gelege wird anschließend durch das Weibchen wieder mit Substrat zugedeckt. Die Eier sind weichschalig und oval. Nach der Ablage sind die Eier maximal 17,5 x 12,5 mm (BÖHME & KIRSCHNER 2002, DEDLMAR 2002) groß und wachsen auf durchschnittlich 22 x 18 mm (BÖHME & KIRSCHNER l.c.) an.
Der Autor zeitigte ein Gelege während der ersten 10 Tage bei 29 °C und senkte anschließend die Inkubationstemperatur auf 28,5 °C: nach 43 Tagen schlüpften die Jungtiere. Ein anderes Gelege wurde bei 27,1 ± 0,2 °C gezeitigt: hier schlüpften nach 48 Tagen die Jungtiere.
Die Aufzucht der maximal 50 mm großen Jungtiere erfolgt unter denselben Haltungsbedingungen wie für die adulten Biberschwanzagamen beschrieben. Nur beim Sprühen muss verstärkt darauf geachtet werden, dass die Jungtiere Gelegenheit bekommen Wasser aufzunehmen, da deren Flüssigkeitsbedürfnis größer ist als das der Alttiere. Das erste Futter wird ein bis drei Tage nach dem Schlupf angenommen. Die Jungtiere sind hierbei in der Regel nicht wählerisch und fressen gierig alles von der Größe her geeignete Futter. Während der ersten vier Wochen können die Jungtiere in ausreichend großen Terrarien gemeinsam aufgezogen werden. Anschließend müssen sie unbedingt getrennt werden, da eine weitere gemeinsame Haltung aufgrund der sich dann einstellenden Aggressivität nicht mehr möglich ist. Ansonsten sind Verletzungen und Verluste des Schwanzfortsatzes unausweichlich die Folge. Die Geschlechter können in einem Alter von drei bis vier Monaten unterschieden werden.
Schutzstatus: |
keiner |
Verbreitungsgebiet: |
Äthiopien, Somalia |
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Temperatur: |
Tagsüber: 20- 30°C, Lokal: - 60°C |
Beleuchtungsdauer: |
Winter ca. 8 Stunden, Sommer 14 Stunden |
Beleuchtung: |
UVA / UVB-Strahlung, HQI oder T5, Wärmespots |
Luftfeuchtigkeit: |
trocken, jedoch täglich morgens mit angewärmtem Wasser Teil des Bodengrundes besprühen |
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Terrarium: |
für adultes Pärchen: Trockenterrarium (100 x 70 x 60 cm) |
Maximale Größe: |
GL Weibchen 139 mm, Männchen 123 mm (ROOS 2002) |
Aktivität: |
Tagaktiv |
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Futter: |
Futterinsekten (Heuschrecken, Schaben, Larven des Großen Schwarzkäfers, Heimchen, Mehlkäfer und deren Larven, Grillen) sowie vegetarische Nahrung (Löwenzahn, Spitz- und Breitwegerich, Gänseblümchen) |
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PETER MARIA MÜLLER
Karlsruhe
Ein weiterer Bericht von Peter Maria Müller zur Haltung, Pflege und Nachzucht von Xenagama taylori ist 2005 in der Zeitschrift Reptilia 10(6) erschienen.
BÖHME, W. & A. KIRSCHNER (2002): Über die Stachelschwanzagamen der Gattung Xenagama BOULENGER, 1895, mit Anmerkungen zur Zucht beider Arten. - herpetofauna, Weinstadt, 24(139): 5-18
DEDLMAR, A. (2002): Über Haltung und erste Nachzuchterfolge bei Xenagama taylori (PARKER, 1935). - elaphe (N.F.), Rheinbach, 10(2): 52-55
EDWARDS, E. (2000): Xenagama. A New Species to the Hobby. - Reptilian, 6(5): 26-29
MÜLLER, M. J. (1996): Handbuch ausgewählter Klimastationen der Erde. - Metersdorf (Universität Trier Forschungsstelle Bodenerosion), 400 S.
MÜLLER, P.M. (2005): Haltung, Pflege und Nachzucht von Xenagama taylori (PARKER 1935). – Reptilia, Münster, 10(6): 56-61
MÜLLER, P.M. (2006): Keeping and Breeding the Dwarf Shield-Tailed Agama. – Reptilia (GB), 46: 54-59
MÜLLER, P.M. (2006): Xenagama taylori. L’agama dalla coda a seudo. Allevamento e riproduzione. – Reptilia (I), 8: 54-59
MÜLLER, P.M. (2006): Xenagama taylori. Mantenimiento y cría del agama enano de cola blindada. – Reptilia (E), 59: 58-63
PARKER, H. W. (1935): On two new lizards from Somaliland. - Ann. Mag. Nat. Hist., 10(16): 525-529
Roos, A. (2002): Auf der Suche nach Biberschwanzagamen (Xenagama): Eine Reise nach Somaliland. - Reptilia, Münster, 7(2): 43-49
Weitere Literaturempfehlungen (z. B. zum Terrrarienbau, der Einrichtung und Bepflanzung von Terrarien, Reptilienkrankheiten oder der Nachzucht) findest Du in unserem Literaturverzeichnis
(c) 2011, www.reptilienland.com
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