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Chlamydosaurus kingii (GRAY, 1825)
Kragenechse

(engl. Frilled Lizard)

 

Haltung / Anspruch


- Erfahrene Halter!

 

Durch ihr bizarres und spektakuläres Äußere ist die Kragenechse ein echtes Liebhabertier. Ihre Haltung erfordert jedoch reichlich Erfahrung und extrem viel Platz. Die Kragenechse ist kein Tier für Terraristik-Anfänger!

 

Abstammung / Herkunft


Die Kragenechse gehört zur Familie der Agamen, welche sich bereits vor etwa 100 Millionen Jahren aus den Schuppenkriechtieren (Squamanten) herausentwickelt hat. Chlamydosaurus (lat = Umhang) steht für die Gattung der Kragenechsen im Allgemeinen, kingii bezeichnet die Art.

 

Chlamydosaurus kingii wurde erstmals von Gray 1845 beschrieben. Im englischsprachigen Raum wird diese Echse als Frilled Lizard bezeichnet.

 

Natürlicher Lebensraum


Chlamydosaurus kingi bewohnt die Trockenwälder an der Nordküste Australiens sowie der Südküste Neuguineas. Die Küstenregionen sind zwar tropisch, Kragenechsen leben aber in den angrenzenden subtropischen Wäldern, Steppen und Grasregionen. Diese, auch saisonaler Trockenwald genannte Vegetationsform, kann entstehen, wenn die Trockenzeit 5 bis 7 Monate dauert. Im Sommerhalbjahr, das von November bis April andauert, treten im Norden Australiens aufgrund eines Hitzetiefs starke Regenfälle auf.

 

Die Tiere sind in der Natur sowohl an Bäumen als auch auf Termitenhügeln, Mauern, Zaunpfählen oder am Boden anzutreffen.

 



Schutzstatus


Kragenechsen unterliegen in Deutschland keinem besonderen Schutzstatus. Man braucht weder Herkunftsbescheinigungen noch muss man die Haltung der Tiere irgendeiner Behörde melden.

 

Dennoch ist natürlich das Tierschutzgesetzt für jeden Halter bindend. Dieses besagt in Kurzform, dass ein Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend ernährt, gepflegt und untergebracht werden muss. Dabei darf die Möglichkeit des Tieres zu artgerechter Bewegung nicht so eingeschränkt werden, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder sonstige Schäden zugefügt werden. Jeder Tierhalter muss außerdem über Kenntnisse und Fähigkeiten für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung der Tiere verfügen.

 

Die Populationen der Kragenechsen haben seit den 60er Jahren im südöstlichen Teil Ihres Verbreitungsgebietes einen bedrohlichen Rückgang erlebt. In Australien sind diese Tiere daher geschützt und eine Ausfuhr aus Australien ist strengstens untersagt. Es gelangen aber in regelmäßigen Abständen Importe aus Neuguinea in den europäischen Handel. Diese Tiere sind jedoch meistens durch Fang, Hälterung und Transporte extrem geschwächt, gestresst und voller Parasiten. Um die natürlichen Bestände zu schonen und die Gewissheit zu haben, ein von Geburt an gut versorgtes und an Menschen gewöhntes Tier zu erhalten, sollte man sich also immer auf die Suche nach einem guten Züchter machen...

 

Allgemeines / Verhalten



Diese Agamenart gilt zwar als arboricol (also baumbewohnend), ist aber – vor allem zur Jagd - auch oft am Boden ihres Lebensraumes anzutreffen. Die meiste Zeit des Tages verbringen Kragenechsen an senkrechten Baumstämmen und halten nach potentieller Beute am Boden Ausschau. Es gibt Tagen an denen die Tiere äußerst aktiv sind und viel Klettern, an anderen Tagen hängen sie nur Faul am Ast oder in der Sonne und lassen es sich gut gehen.

 

Chlamydosaurus kingii ist in der Natur ein Einzelgänger. Im Terrarium kann man – ein extrem großes Becken vorausgesetzt – die Tiere aber ohne Probleme auch paarweise und sogar in kleinen Gruppen von einem Männchen und mehreren Weibchen pflegen. Männliche Tiere sind jedoch auch bei dieser Art untereinander unverträglich und würden bei einer Vergesellschaftung sofort mit blutigen Territorialkämpfen beginnen. Von einer Vergesellschaftung mit anderen Echsen raten wir ebenfalls ab, da Kragenechsen relativ schnell unter Stress stehen.

 

Kragenechsen sind sehr sensibel und aufmerksam. Mit viel Geduld des Pflegers können die neugierigen Tiere durchaus handzahm werden. Sie können im Terrarium ein Alter von bis zu 10 Jahren erreichen. Die Männchen dieser Art werden mit bis zu 90 cm Gesamtlänge und einem Gewicht von bis zu 900 g erheblich größer und schwerer als die Weibchen. Der Schwanz dieser Tiere macht fast 2/3 ihrer Gesamtlänge aus.

 

Ihre deutsche Bezeichnung verdankt diese Agame ihrer seitlich am Kopf anliegenden, kragenförmigen Hautfalte, welche sie bei Gefahr spektakulär aufstellt. Dieser Kragen kann je nach Größe des Tieres bis zu 30 cm weit abstehen und bietet zusammen mit dem weiteren Drohverhalten einen einzigartigen Anblick. Die Tiere stellen sich mit weit aufgerissenem Maul und aufgestelltem Kragen auf die Hinterbeine, geben zischende Laute von sich und schlagen dabei mit dem Schwanz. Mit ihren scharfen Krallen können die Tiere tiefe Wunden verursachen. Wird eine Flucht nötig, erfolgt diese auf den Hinterbeinen. Kragenechsen sind trotz ihrer Größe extrem schnell und ihr langer Schwanz stabilisiert sie bei der Flucht auf zwei Beinen.

 

Der Kragen dient den Tieren aber auch zur Regelung der Körpertemperatur. Um mehr Sonnenstrahlen aufnehmen zu können, stellen sie ihren Kragen beim Sonnenbad weit auf.

 

Zu den natürlichen Feinden dieser Agame zählen diverse Greifvögel, Schlangen und Dingos.

 

Terrarium / Einrichtung


Adulte Tiere brauchen ein riesiges Terrarium, dass mit einer Größe von mindestens 150 x 100 x 200 cm (Länge x Tiefe x Höhe) nahezu die Ausmaße einer Telefonzelle hat! Aber auch hier gilt: je größer das Becken ist, desto aktiver sind die Tiere. Nur in ausreichend großen und artgerecht eingerichteten Terrarien können Kragenechsen auch viele ihrer natürlichen Verhaltensweisen zeigen.

 

Kragenechsen sind Waldbewohner und benötigen vor allem senkrecht angebrachte dicke Äste, an denen sie Klettern und auch Schlafen. Man kann für diese Tiere z. B. Weinreben, dicke Regenwaldlianen, Korkäste oder die Äste von Holunder und Flieder verwenden. An den rauen Oberflächen dieser Hölzer können Kragenechsen dank ihrer scharfen Krallen exzellent Klettern. Der Abstand der Äste sollte so gewählt werden, dass die Tiere - wenn Sie denn wollen - von Ast zu Ast springen können. Es muss also außerdem alles sehr gut im Terrarium verankert sein.

 

Sofern echte Steine oder Felsen in das Terrarium eingebracht werden, sollte man darauf achten, dass diese keine scharfen Ecken und Kanten haben und zudem gut verankert sind. Felsaufbauten immer befestigen und auch sicherstellen, dass sie nicht untergraben werden können! Ungeeignet ist Loch- oder Lawa-Gestein, da die Tiere mit ihren Krallen in den Löchern stecken bleiben können. Außerdem bieten solche Steine den Futterinsekten ideale Versteckmöglichkeiten, was gerade bei der Verfütterung von Heimchen oder Grillen nachts einen enormen Geräuschpegel verursachen kann…

 

Durch Verkleidung der Rück- und Seitenwände des Terrariums (z. B. grobe Felsstruktur, Kork oder auch Xaxim) kann die Aktionsfläche der Tiere weiter erhöht werden. Zudem fühlen sich die Kragenechsen dann etwas sicherer. In ein artgerecht eingerichtetes Terrarium gehört natürlich auch eine große Wasserschale Das Trinkwasser muss täglich gewechselt werden, da Kragenechsen die Wasserschale mit Vorliebe auch gleichzeitig als „Toilette“ nutzen. Auch ein separater Wasserteil (Paludarium) wird von den Tieren gerne angenommen.

 

Echte Pflanzen würden in einem Waldterrarium aufgrund des Klimas zwar prächtig gedeihen, kommen aber meist nicht dazu, weil sie von den Tieren vorher rausgerupft, gefressen oder schlicht platt gedrückt werden. Keine unserer Kragenechsen hatte je Sinn für Inneneinrichtung. Wer trotzdem nicht auf den Einsatz echter Pflanzen verzichten möchte, sollte in jedem Fall darauf achten, das diese für die Agamen nicht giftig sind. Die gewählten Pflanzen dürfen außerdem keinerlei Dünger oder sonstige Schadstoffe enthalten. In einigen Terraristikfachgeschäften sind daher spezielle Terrarienpflanzen im Angebot. Neue Pflanzen immer mehrfach abduschen und die Blätter gut abwaschen.

 

Als Bodengrund eignet sich Sand oder ein Gemisch aus Sand und Erde wohl am besten. Mehrere Thermometer runden die Einrichtung des artgerecht eingerichteten Beckens ab. Am besten platziert man je ein Messinstrument an der wärmsten sowie an der kühlsten Stelle, sowie direkt unter dem Wärmespot. So hat man Kontrolle über alle nötigen Temperaturzonen. Ein Hygrometer dient zur Kontrolle über die Luftfeuchtigkeitswerte.

 

Beleuchtung / Klima


In der Natur bestimmen Licht und Temperatur maßgeblich das Verhalten dieser Tiere. Um Kragenechsen auch im Terrarium gesund und artgerecht zu halten, ist das richtige Licht somit einer der wichtigsten Faktoren. Die Terrarienbeleuchtung hat in vielerlei Hinsicht Einfluss auf das Leben, das Verhalten und die Entwicklung der Tiere. In der Terrarienhaltung sind drei Facetten des Sonnenlichtes von Bedeutung: sichtbares Licht, infrarotes Licht und ultraviolettes Licht. Das „richtige“ Licht ist also leider nicht mittels einer einzelnen Lampe herzustellen. Denn vereinfacht gesagt, sollte es ausreichend Wärme, Helligkeit und dass richtige Spektrum bieten.

 

Für Kragenechsen besteht unserer Ansicht nach die ideale Beleuchtung aus einem HQI-Strahler für die Helligkeit, einem UV Flächenstrahler fürs UV-Licht sowie diversen Wärmespots als lokale Sonnenplätze.

 

 

Grundbeleuchtung

Helligkeit bzw. Lichtausbeute und Lichtfarbe sind für eine artgerechte Haltung dieser tagaktiven Echsen besonders wichtig. Die Beleuchtungsstärke der Sonne liegt im natürlichen Verbreitungsgebiet dieser Tiere bei ca. 100.000 Lux, im Schatten bei immerhin noch 10.000 Lux. Diese Werte können im Terrarium kaum erreicht werden. Die Grundbeleuchtung für das Terrarium bildet daher am besten ein HQI Stahler, der zwar etwas teurer in der Anschaffung, dafür aber sehr energiesparend, langlebig und effizient ist. Das Farbspektrum dieser Strahler ist dem der Sonne sehr ähnlich und sie erzielen eine sehr gute Lichtausbeute.

 

 

UV-Beleuchtung

UV-B Strahlung ist für einen besonders wichtigen Stoffwechselprozess der Kragenechsen Voraussetzung. Sie bewirkt, dass das für den Knochenaufbau und den Blutkalziumspiegel wichtige Vitamin D3 gebildet werden kann. Futterzusätze als alleinige Vitamin D3 Quelle reichen nicht aus und können allenfalls als sinnvolle Ergänzung gesehen werden. Mangelt es den Tieren an UV B Licht, sind schwerwiegende Stoffwechselerkrankungen (u. a. Rachitis) die Folge. Das fehlende Kalzium wird den Knochen entzogen und die fortschreitende Entmineralisierung des Körpers führt zu Knochenerweichungen. Die Tiere fangen an zu zittern, es kommt zu Knochendeformierungen und -brüchen und letztendlich zum qualvollen Tod des Tieres. Oft kann nur durch eine langwierige Behandlung das Leben des Tieres gerettet werden. Einmal aufgetretene Deformierungen sind jedoch irreparabel und bleiben dauerhaft bestehen.

 

UV-A Licht kann von Reptilien im Gegensatz zum Menschen wahrgenommen werden. Beim Einsatz von UV-A Licht können die Tiere ihre Umwelt besser wahrnehmen, sind aktiver, fressen besser und verpaaren sich unter umständen auch lieber.

 

UV-Flächenstrahler sind ideal, um Ihre Tiere regelmäßig extern, oder bei entsprechend großen Becken auch im Terrarium zu Bestrahlen und sie so mit den nötigen UV-Strahlen zu versorgen. Diese Lampen verfügen über ein integriertes Vorschaltgerät und können in jede handelsübliche E27 Porzellanfassung geschraubt werden. Die 300 Watt Flächenstrahler (z. B. Osram Ultra Vitalux, Sanolux) sollten nicht dauerhaft in Betrieb sein, da dies Schäden an Haut und Augen der Tiere verursachen kann. Wir empfehlen für stark UV-bedürftige Tiere wie Kragenechsen eine Bestrahlungsdauer von 30 Minuten – alle zwei Tage. Diese sollte nicht unterschritten werden, da die Lampe alleine 15 Minuten benötigt, um die maximale UVB-Abstrahlung zu erreichen.

 

Der Abstand von der Lampe zum Tier sollte aufgrund der hohen Leistung 80 cm nicht unterschreiten. UV-Flächenstrahler sind daher nur in sehr großen Terrarien für eine feste Installation geeignet. Bei einem offenen Terrarium kann die Lampe aber auch einfach darüber gehängt und mittels Zeitschaltuhr gesteuert werden. Bitte beachten Sie jedoch, das Glas UV-Licht filtert! Das Terrarium sollte also oben wirklich komplett offen oder aber mit einem UV-durchlässigen Gazetop versehen sein.

 

 

Lokale Sonnenplätze

Reptilien sind wechselwarme Tiere. Das bedeutet, ihre Körpertemperatur ist immer an die Umgebungstemperatur gebunden und sie sind auf äußere Wärmequellen angewiesen. Die Tiere sind nicht eigenständig in der Lage, z.B. durch das Verbrennen von Energie im Stoffwechsel die Körpertemperatur zu erhalten. Neben der UV-Beleuchtung und dem HQI - Licht sollte das Terrarium daher außerdem mit mindestens einem Wärmespot ausgestattet sein, der lokale Temperaturen von bis zu 45°C erzeugt und welchen die Tiere nach Bedarf aufsuchen bzw. meiden können. Wenn Sie mehrere Tiere in einem Becken halten, stellen Sie am besten jedem Tier seinen eigenen Sonnenplatz zur Verfügung. Insgesamt sollten im Becken verschiedene Temperaturzonen von etwa 25 bis 30°C geschaffen werden. Die Nachttemperaturen liegen idealerweise zwischen 20 und 24°C.

 

 

Luftfeuchtigkeit

Auch die Luftfeuchtigkeit hat eine hohe Bedeutung. Im Sommerhalbjahr, das von November bis April andauert, treten im Norden Australiens aufgrund eines Hitzetiefs starke Regenfälle auf. Diese Regenzeit sollte auch im Terrarium durch mehrfach tägliches sprühen oder den Einsatz einer Beregnungsanlage simuliert werden.

 

Die folgende Grafik zeigt die durchschnittlichen Niederschlagsmengen im natürlichen Verbreitungsgebiet dieser Echsen - am Beispiel von Darwin (Northern Territory):

 

Grafik: Durchschnittlicher Niederschlag (in mm)




Ernährung


In ihrem natürlichen Lebensraum ernähren sich Kragenechsen vorwiegend von kleinen Echsen und deren Eiern, großen Insekten und Spinnen. Im Terrarium kann man diese Tiere ohne Probleme mit Heuschrecken, großen Heimchen und Grillen, Würmern, Käfern und Schaben ernähren. Hin und wieder kann außerdem eine nestjunge Maus angeboten werden. Die Futtertiere sollte man regelmäßig mit einem Kalzium-Vitaminpräparat anreichern und auch hin und wieder zerstoßene Sepiaschale anbieten.

 

Auf unbelasteten Wiesen (ohne Dünger, Pestizide, Autos, Industrie…) oder im eigenen Garten kann man seinem Tier in den Sommermonaten ein sehr nährstoffreiches Futter selber fangen. Unsere heimischen Insekten werden auch als Wiesenplankton bezeichnet. Sie sind reich an Nährstoffen und durch die große Artenvielfalt ein sehr abwechslungsreiches Futter. Aber egal ob in der freien Natur oder im heimischen Garten – auch bei Insekten muss auf den Artenschutz geachtet werden. So ist z. B. das bekannte grüne Heupferd nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt.

 

Video: Fütterung


Dieses Video zeigt eine handzahme Kragenechse beim Fressen einer großen Heuschrecke. Hier kann man ansatzweise sehen, wie das Tier mit aufgestelltem Kragen aussieht...

 

 


 

 

Chlamydosaurus kingii sind Lauerjäger. D. h. sie sitzen auf einem erhöhten Punkt oder hängen senkrecht an einem Baum und beobachten den Boden. Sobald sich dort etwas bewegt springen die Tiere runter und jagen ihrer Beute in einem irren Tempo hinterher.

 

Kragenechsen neigen zur Verfettung und sollten daher nur mäßig gefüttert werden! Während Jungtiere von Chlamydosaurus kingii noch täglich gefüttert werden müssen, reicht bei adulten Exemplaren eine Fütterung an 4 bis 5 Tagen in der Woche vollkommen aus.

 

Video: Fütterung einer nestjungen Maus


Auf diesem kurzen Video wird eine Maus als Leckerbissen gereicht. Da bei Kragenechsen im Terrarium aber immer die Gefahr der Verfettung besteht, sollte man mit solchen Fütterungen wie gesagt sehr sparsam sein...

 



Winterruhe


Wir empfehlen, den Tieren eine 6 bis 8 wöchige Winterruhe bei abgesenkten Temperaturen von etwa 17 bis 22°C zu ermöglichen. Diese Ruhephase erhöht das allgemeine Wohlbefinden und regt den Paarungstrieb der Tiere an. Die Temperaturen müssen natürlich schrittweise abgesenkt werden. Da die Tiere bei niedrigen Temperaturen nicht mehr richtig verdauen können, muss die Fütterung vorher komplett eingestellt werden. Es ist extrem wichtig, dass der Darm der Tiere vor der Winterruhe vollständig entleert ist – hilfreich hierbei kann ein warmes Bad sein. Frisches Wasser muss den Tieren auch während der Ruhephase täglich zur Verfügung stehen.

 

Eine Winterruhe sollte stets von der körperlichen Konstitution der Echsen abhängig gemacht werden. Generell ist es ratsam, nur gesunde Tiere in die Winterruhe zu schicken. (Um sicher zu gehen, am besten vorher eine Kotprobe untersuchen lassen)

 

In mancher Literatur ist zu lesen, dass Kragenechsen in der Natur eine Art „Sommerruhe“ halten – und zwar immer dann, wenn die Temperaturen im Sommer zu extrem werden. Die Tiere ziehen sich dann in die obersten Baumgipfel zurück und verharren solange bewegungslos im kühleren Schatten, bis sich das Klima wieder normalisiert hat.

 

Zucht


Die Geschlechtsreife erreichen Kragenechsen mit etwa 1,5 Jahren – im Terrarium oft auch schon früher. Eine zu frühe Trächtigkeit erhöht allerdings das Risiko einer Legenot beim Weibchen. Wir empfehlen daher, stets nur ausgewachsene, gesunde und vor allen Dingen blutsfremde Tiere miteinander zu verpaaren.

 

In der Natur beginnt die Balz unmittelbar nach der Regenzeit und auch im Terrarium fangen die Männchen damit an, sobald die Temperaturen nach der Ruhephase wieder erhöht werden. Sie nicken stundenlang und teilweise über mehrere Tage bei halb aufgestelltem Kragen heftig mit dem Kopf. Ist das Weibchen paarungsbereit, signalisiert es dies ihrerseits durch kreisende Kopfbewegungen. Das Männchen rennt dann auf sein Weib zu und verbeißt sich in dessen Nacken. Die eigentliche Kopulation ist wie bei vielen Echsen sehr „rabiat“ und dauert nur wenige Minuten.

 

Kragenechsen sind Eierlegende Echsen. Das trächtige Weibchen hat einen erhöhten Kalziumbedarf. Ihm sollte daher stets zusätzliches Kalzium (z. B. in Form zerstoßener Sepiaschale) angeboten werden. War die Paarung erfolgreich, legt das Weibchen nach etwa 2 bis 3 Wochen 6 bis 12 Eier am Boden des Terrariums ab. Hierzu sollte man frühzeitig für einen geeigneten Eiablageort sorgen, da es ansonsten zu einer Legenot kommen kann. Kragenechsen benötigen für die Ablage einen Ort, an dem sie etwa 30 cm tief graben können. Das Substrat (am besten ein Gemisch aus Sand und Erde) sollte leicht feucht gehalten und von oben durch einen Strahler erwärmt werden. Es darf weder Staunässe entstehen, noch komplett austrocknen. Die ideale Temperatur am Eiablageplatz liegt bei 25 – 28°C. Vor der Ablage führt das Weibchen oft mehrere Probegrabungen durch.

 

Die Eier am besten direkt nach der Ablage vom Terrarium in einen Inkubator überführt werden. Sie wachsen während der Inkubationsdauer und haben, wenn die Jungtiere nach 60 bis 80 Tagen das Ei verlassen, ungefähr das Doppelte an Volumen zugelegt. Die Inkubationstemperatur sollte bei 30 bis 33°C liegen.

 

Unmittelbar nach der Eiablage kann das Weibchen erneut begattet werden. So können pro Jahr zwei bis vier Gelege pro Weibchen produziert werden. Die Jungtiere können zusammen gehalten und mit angereicherten Mircoheimchen und Grillen ernährt werden.

 

Zusammenfassung


Schutzstatus:

keiner

Verbreitungsgebiet:

Australien und Neuguinea

 

 

Temperatur:

Tagsüber. 25 – 30°C, Lokal: bis 45°C, Nachts: 20 – 24°C

Beleuchtung:

12 - 14 Stunden täglich, UV-Beleuchtung, HQI, Wärmespot

Luftfeuchtigkeit:

50 - 60%, 1 x täglich sprühen, außerdem müssen Regenzeiten simuliert werden

 

 

Terrarium:

für adultes Pärchen: 150 x 100 x 200 cm

Maximale Größe:

GL 60 - 90 cm

 

 

Aktivität:

Tagaktiv

Futter:

Grillen, Heimchen, Schaben, Heuschrecken, Käfer, Mehlwürmer


            

 

 

Quellen / weiterführende Literatur



 

Es hat Dich gepackt und Du hast ernsthaftes Interesse an der Haltung dieser faszinierenden Art? Für eine erfolgreiche Pflege ist weiterführende Literatur ein absolutes Muss!

 

An dieser Stelle gibts daher ein paar Empfehlungen, wobei die Reihenfolge der einzelnen Publikationen rein zufällig ist...

 

 

Berichte in Zeitschriften

 

Hörenberg, T. Ein echter Saurier im Terrarium: Die australische Kragenechse (Chlamydosaurus kingii)

Reptilia 50 (2004): S. 68-73

 

Reisinger, M. Erfahrungen bei der Haltung und Vermehrung der Kragenechse Chlamydosaurus kingi. Elaphe 3 (3) (1995): S. 16-20

 

 

                                   

 

 

                                      

 

 

Weitere Literaturempfehlungen (z. B. zum Terrrarienbau, der Einrichtung und Bepflanzung von Terrarien, Reptilienkrankheiten oder der Nachzucht) findest Du in unserem Literaturbereich

 

 

Kleine Mitbringsel...


Für die noch etwas zu kleinen Geschwister, den reptilienverrückten Partner oder einfach gute Echsenfreunde haben wir hier ein paar Ideen:

 

 

                             

 

 

 

 

(c) 2006, www.reptilienland.com


 

 

 



Karteikarte




Chlamydosaurus kingii