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Blepharopsis mendica (FABRICIUS, 1775)
kleine Teufelsblume / kleine Dämonenblütenmantis

(engl.: Thistle Mantis)

 

 

Haltung / Anspruch


- Anfänger

- Erfahrene Mantidenhalter

 

Blepharopsis mendica kann, sofern für die richtigen Haltungsbedingungen gesorgt wird, auch gut von Einsteigern in die Mantidenhaltung gepflegt werden. Auch die Nachzucht der Tiere bereitet meist keine Probleme. Durch ihr schöne Optik und ihr interessantes Verhalten ist Blepharopsis mendica bei erfahrenen Mantidenhaltern gleichermaßen beliebt.

 

Verbreitungsgebiet / Natürlicher Lebensraum


Blepharopsis stammt aus Afrika, wo die Tiere in den Steppen sonnenexponierte, dornige Büsche und Sträucher bewohnen. Die Mantiden hängen meist mit den langen Beinen an Zweigen wo sie auf ihr Futter, also Fluginsekten warten. Diese werden blitzschnell aus der Luft geschnappt.

 



 

Es gibt auch Populationen in Südwestasien, der Türkei und auf den Kanarischen Inseln. Dieser Bericht bezieht sich jedoch auf die afrikanische Art.

 

Allgemeines über Blepharopsis mendica


Die Gottesanbeterin gehört zu den Fangheuschrecken. Ihren deutschen Namen verdankt sie Ihrer Ruhestellung, welche stark an eine betende Person erinnert. Es gibt verschiedene Arten von Fangheuschrecken, die z. B. trockene Blätter, Blüten oder auch Sandboden und Rinde imitieren. Optisch sind sie ihrer Umgebung so gut angepasst, dass sie von ihrer Beute nicht wahrgenommen werden können.

 

Blepharopsis mendica lebt raptorisch, d. h. sie ist ein Jäger, und zwar ein sehr geschickter. Sie fangt und frisst alles was sie überwältigen kann. Sobald sich etwas in unmittelbarer Nähe der Gottesanbeterin bewegt, packt sie mit ihren bedornten Fangarmen blitzschnell zu. Da sie kein Gift besitzt wird die Beute bei lebendigem Leib durch fressen getötet.

 

Die Männchen und Weibchen dieser Mantidenart werden etwa 6-7cm lang und sind weiß-grün, weiß-braun oder weiß-bläulich gefärbt. Geschlechtsunterschiede sind ab L5 erkennbar. Die Weibchen haben dann 5 Abdominalanhängsel, die von unten her immer größer werden, bei den Männchen sind 6 etwa gleich große Segmente erkennbar. Während die Männchen lange, doppelt gekämmte Fühler haben, sind diese bei den Weibchen kurz und dünn. Nach der Imaginalhäutung beträgt die Lebenserwartung der Weibchen etwa 6 Monate, die der Männchen nur noch 2 Monate.

 

Terrarium / Einrichtung


Bei genügend Futter können Männchen und Weibchen von Blepharopsis mendica bis zum subadulten Stadium in einer Gruppe gehalten werden, danach sollte man nach Geschlechtern trennen. Das Becken sollte für ein Einzeltier mindestens die Maße 20 x 20 x 30 cm haben, bei einer Gruppenhaltung natürlich entsprechend größer. Ideal ist ein Behälter aus Gaze. Die Tiere bekommen dann genug Frischluft, es bildet sich keine Staunässe und sie können zudem an der Gaze klettern.

 

Da Blepharopsis zu den Empusen gehört, sind die Tiere nicht in der Lage, sich an glatten Flächen wie z. B. Glas oder glatten Zweigen zu halten. Die Einrichtung des Terrariums bilden daher idealerweise Zweige und Äste von rauen Bäumen und Büschen sowie raue Rinde wie z. B. Kork. Sofern das Terrarium nicht aus Gaze sondern aus Glas besteht, sollte mindestens eine Rück- und/oder Seitenwand mit rauem Kork verkleidet werden, so dass sich die Aktionsfläche der Tiere entsprechend erhöht. Als Dekoration können außerdem einige trockene Zweige, Sträucher und Disteln in das Becken eingebracht werden.

 

Als Bodengrund können einfach leicht feuchte Taschentücher verwendet werden. In der Natur lebt diese Mantidenart in den extrem sonnigen und trockenen Steppen Nordafrikas. Wer eine naturnahe Terrariengestaltung mag, der kann daher auch auf Sand zurückgreifen. Ein Thermometer zur Temperaturkontrolle rundet die artgerechte Einrichtung des Beckens für Blepharopsis mendica ab.

 

Beleuchtung / Klima


Blepharopsis mendica ist extrem lichthungrig und hält sich oft direkt im Lichtkegel auf. In der Natur bewohnen die Tiere extrem trockene und sonnige Gebiete. Bis zum subsubadulten Stadium liegen die Tagestemperaturen im Terrarium bei etwa 30°C, in der Nacht können die Temperaturen auf 20°C abfallen. Ein solches Temperaturgefälle erreicht man meistens automatisch durch das nächtliche Abschalten der Beleuchtung. Die Beleuchtungsdauer beträgt etwa 12 Stunden. Um einen regelmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus zu erzeugen, steuert man die Beleuchtung am besten automatisch über eine Zeitschaltuhr. Möchte man die Tiere züchten, sollten die Weibchen nach dem subsubadulen Stadium wärmer (35°C) als die Männchen gehalten werden (28°C), da sie länger bis zur Paarungsbereitschaft brauchen.

 

Blepharopsis mendica hat ein hohes Frischluftbedürfnis. Das Terrarium sollte daher entweder komplett aus Gaze bestehen oder aber großzügige Lüftungsflächen haben. Das Becken 2 bis 3 mal in der Woche übersprühen, Staunässe muss aber unbedingt verhindert werden!

 

Ernährung


Die Tiere füttert man am besten nur mit Fluginsekten, Weibchen bekommen sonst Probleme bei der Oothekenproduktion. Verfüttert werden können z. B. Drosophila, Schmeißfliegen, Terfly, Brummer, Motten, Falter oder Hummeln.

 

Auf unbelasteten Wiesen (ohne Dünger, Pestizide, Autos, Industrie…) oder im eigenen Garten kann man seinem Tier in den Sommermonaten ein sehr nährstoffreiches Futter selber fangen. Unsere heimischen Insekten werden auch als Wiesenplankton bezeichnet. Sie sind reich an Nährstoffen und durch die große Artenvielfalt ein sehr abwechslungsreiches Futter. Aber egal ob in der freien Natur oder im heimischen Garten – auch bei Insekten muss auf den Artenschutz geachtet werden!

 

Die Futtertiere sollten stets der Größe der Gottesanbeterin angepasst sein. (L1-2 kleine Drosophila, anschließend große Drosophila, ab L5-6 Schmeißfliegen, Terfly und adult Wachsmotten, Brummer…)

 

Zucht


Da die Weibchen nach der Imaginalhäutung länger bis zur Paarungsbereitschaft brauchen als die Männchen ist es wichtig, die Weibchen gut anzufüttern und die Böcke dafür etwas weniger. Etwa 2 Wochen nach der Imaginalhäutung sind die Weibchen paarungsbereit, die Männchen schon nach einer Woche. Sie sollten früh verpaart werden da ihre Paarungsfreudigkeit mit steigendem Alter sinkt. Nach der etwa 3 Stunden dauernden Paarung legen die Weibchen in etwa wöchentlichen Abständen bis zu 17 Eipakete, die sogenannten Ootheken.

 

Die Inkubationstemperatur liegt am besten bei 30°C, außerdem muss alle 3 Tage gesprüht werden. Aus den Ootheken schlüpfen dann nach etwa 4-6 Wochen 30-80 Nymphen. Bereits 2 Tage vor dem erwarteten Schlupf, muss die Feuchtigkeit weiter erhöht werden, sonst schlüpfen weniger Tiere.

 

Zusammenfassung


Schutzstatus:

keiner

 

 

Verbreitung:

Afrika

Lebensraum:

Steppe, sonnenexponierte Zweige und Sträucher

Aktivität:

Tagaktiv

 

 

Temperatur:

Tagsüber: 30°C, Nachts: Absenkung auf ca. 20°C

Luftfeuchtigkeit:

2-3 Mal in der Woche sprühen, KEINE Staunässe !!!

 

 

Aggressivität:

Sehr gering, kann gut in Gruppen gehalten werden

Maximale Größe:

Weibchen 7 cm, Männchen 6 cm

Terrariumempfehlung:

20 x 20 x 30 cm für ein Einzeltier, bei Gruppenhaltung entsprechend größer

 

 

Futter:

Fluginsekten wie z. B. Schmeißfliegen, Terfly, Brummer, Motten, Falter, Hummeln...

 

 

Besonderheiten:

Kann nicht an glatten Flächen (Glas, glatten Zweigen…) klettern


            

 

 

Herzlichen Dank an unseren Co-Autoren Lucas Bock...


 

 

Quellen und weiterführende Literatur



 

Es hat Dich gepackt und Du hast ernsthaftes Interesse an der Haltung dieser faszinierenden Art? Für eine erfolgreiche Pflege ist weiterführende Literatur ein absolutes Muss!

 

An dieser Stelle gibts daher ein paar Empfehlungen, wobei die Reihenfolge der einzelnen Publikationen rein zufällig ist...

 

 

Allgemeine Berichte über Mantiden in Zeitschriften

 

Tomasinelli, F. Gottesanbeterinnen - Kurze Einführung in Lebensweise und Biologie. Reptilia 28 (2001): S. 20-25

 

Ehrmann, R. Gottesanbeterinnen (Mantodea) • Eine Übersicht, Teil 1: Stammesgeschichte, Systematik, Körperbau, Fortpflanzung. Reptilia 28 (2001): S. 26-32

 

Ehrmann, R. Gottesanbetrinnen (Mantodea) • Eine Übersicht, Teil 2: Vorkommen, Lebensweise, Haltung und Zucht, Determination. Reptilia 29 (2001): S. 62-67

 

 

                                      

 

 

                                      

 

 

                    

 

 

Weitere Literaturempfehlungen (z. B. allgemeine Terraristikbücher, Literatur für Anfänger, Bücher zum Terrrarienbau, der Einrichtung und Bepflanzung von Terrarien, Reptilienkrankheiten oder der Nachzucht einzelner Arten) findest Du in unserem Literaturverzeichnis

 

 

 

(c) 2008, www.reptilienland.com




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Blepharopsis mendica