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Varanus timorensis
Timorwaran

 

 

Haltungsanspruch


--> Erfahrene Terrarianer

 

Wir würden die Haltung des Timorwarans nur erfahrenen Haltern empfehlen. Im Gegensatz zu anderen Waranarten ist der Timorwaran sehr scheu, was sich auch nach jahrelanger Pflege meist nicht ändert. Das Handeln eines solchen Waranes erfordert Wissen, Einfühlungsvermögen und Geschick im Umgang mit dem Tier.

 

Abstammung / Herkunft


Erstmals beschrieben wurde der Timorwaran 1831 als "Monitor timorensis" von Gray. Varanus timorensis gehört der Untergattung Odatria an. Ursprünglich ging man davon aus, dass eine ganze Reihe von Waranen dem Timorwarankomplex zuzuschreiben seien. So galten z. B. die mittlerweile eigenständigen Arten Varanus glauerti, Varanus tristis und Varanus scalaris lange als Unterarten des Timorwarans.

  • 1831 - Monitor timorensis, Gray
  • 1836 - Varanus timorensis, Duméril & Bibron
  • 1838 - Hydrosaurus timorensis, Gray
  • 1843 - Odatria timorensis, Gray
  • 1856 - Psammosaurus timorensis, Lichtenstein & Martens
  • 1942 - Varanus timorensis, Mertens


Natürliches Verbreitungsgebiet


Varanus timorensis kommt in Teilen Neu-Guineas sowie auf den Inseln Timor, Sawu und Semau vor. Er bewohnt dort die unterschiedlichsten Biotope. Ursprünglich lebten die Tiere auf Bäumen in feuchten Regenwäldern, die zunehmende Zerstörung der natürlichen Lebensräume hat jedoch dazu geführt, dass diese Warane nun auch auf Bäumen außerhalb von Wäldern, auf Palmen oder auch in bzw. auf Natursteinmauern anzutreffen sind.

 

Das Hauptverbreitungsgebiet, die Insel Timor, ist heute im zentralen Teil gebirgig und von Savannen bedeckt. Der ursprünglich vorhandene Regenwald ist fast vollständig verschwunden. Hauptursache dafür sind vor allem Brandrohdungen für den Maisanbau.

 

 

 



Schutzstatus


Diese Waranart gilt als bedroht und ist nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen (WAII) geschützt. Als Halter benötigt man einen Herkunftsnachweis und muss die Haltung der Tiere der Behörde melden. (Bei uns: Untere Landschaftsbehörde Kreis Mettmann, Goethestr. 23, 40822 Mettmann, Tel.: 02104-0, Frau Peschkes)

 

Außerdem ist das Tierschutzgesetzt für jeden Halter bindend. Dieses besagt in Kurzform, dass ein Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend ernährt, gepflegt und untergebracht werden muss. Dabei darf die Möglichkeit des Tieres zu artgerechter Bewegung nicht so eingeschränkt werden, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder sonstige Schäden zugefügt werden. Jeder Tierhalter muss außerdem über Kenntnisse und Fähigkeiten für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung der Tiere verfügen.

 

Vor dem Kauf eines Timorwaranes


...sollte man ein paar Dinge bedenken. Der Timorwaran ist kein Anfängertier! Er ist extrem scheu, so dass Anfänger schnell das Interesse an der Pflege verlieren könnten.

 

In einigen Bundesländern zählen Warane zu den "potentiell gefährlichen Tieren". Es kann somit sein, dass eine private Haltung komplett verboten oder nur mit einer Sondergenehmigung möglich ist. Vor dem Kauf müssen also auch regionale Gesetze und Verordnungen berücksichtigt werden. Details dazu findet ihr hier

 

Vor der Anschaffung eines solchen Tieres sollte man außerdem bedenken, dass neben dem Platzbedarf jahrelange tägliche Pflege auf einen zukommt. Man muss täglich Trinkwasser wechseln, Badeschalen säubern, Futterreste und den Kot aus dem Terrarium entfernen und regelmäßige Grundreinigungen durchführen – um neben den Fütterungen nur einige Aufgaben zu nennen. Es muss außerdem immer eine fachkundige Urlaubspflege gewährleistet sein - und das im besten Fall über viele Jahre.

 

Leider landen Warane immer wieder in Auffangstationen, weil die Halter das Interesse verloren bzw. falsch beraten wurden, Haltungsvorschriften missachtet werden, der benötigte Platz nicht (mehr) vorhanden ist oder Investitionen in Beleuchtung, hochwertiges Futter oder Tierarztbesuche immer wieder "verschoben" wurden.

 

Reptilienauffangstation



Wer solchen Tieren helfen und nicht unbedingt einen ganz jungen Waran pflegen möchte, der kann sich z. B. an die Reptilienauffangstation München wenden. Hier werden regelmäßig die verschiedensten Reptilien aus schlechter Haltung und Beschlagnahmungen aufgepeppelt und anschließend in neue, gute Hände vermittelt.

 

Durch die angeschlossene Reptilienklinik ist in der Auffangstation eine umgehende medizinische Versorgung der abgegebenen Tiere möglich. Für Fälle, die schwer vermittelbar oder noch in Behandlung sind, werden sogenannte Genesungspatenschaften angeboten. Mit einer solchen Patenschaft könnt ihr ganz gezielt ein spezielles Tier unterstützen und dessen Genesung mitverfolgen.

 

Reptilienauffangstation München

Tel: 089-2180 5030

oder: 089 2180 2283

www.reptilienauffangstation.de

 

Verhalten


Der Timorwaran ist ein Baumbewohner und war früher hauptsächlich in feuchten Regenwäldern anzutreffen. Die zunehmende Zerstörung seines natürlichen Lebensraumes hat jedoch dazu geführt, dass sich dieser Waran heute den neuen Gegebenheiten angepasst hat und z. B. auch Mauern, Felsen oder Palmen erklimmt.

 

Auch wenn der Waran im Menschen nicht zwangsläufig einen Feind sieht, kann er dennoch mit seinen scharfen Krallen und seinem Kiefer tiefe Wunden verursachen. Der Timorwaran ist allerdings eine sehr scheue, hektische Art und zieht sich bei Störungen meist umgehend in eine Korkröhre oder Felsspalte zurück. Unsere Erfahrungen haben aber gezeigt, dass man mit großen und gut strukturierten Terrarien, Regelmäßigkeit bei Pflegearbeiten und sehr viel Geduld die angeborene Scheu der Tiere etwas reduzieren kann. Generell gilt: bei Arbeiten im Terrarium stets sehr ruhig vorgehen und keine hektischen Bewegungen machen.

 

In der Natur sind Timorwarane Einzelgänger. Im Terrarium ist eine paarweise Haltung oder die Haltung kleiner Gruppen möglich - sofern ausreichend Platz zur Verfügung steht. Die Haltung von zwei männlichen Varanus timorensis ist jedoch ausgeschlossen! Die Tiere würden sofort aufeinander losgehen, was ganz sicher zu schweren Verletzungen und letztendlich zum Tod des schwächeren Waranes führen würde.

 

Terrarium und Einrichtung


Für ein Pärchen oder eine kleine Gruppe Timorwarane sollte man schon ein Becken mit den Maßen 150 x 60 x 120 cm (B x T x H) zur Verfügung stellen. Generell gilt aber auch hier: je größer (in diesem Fall Höher) und besser strukturiert ein Becken ist, desto mehr natürliche Verhaltensweisen können die Tiere zeigen. Die Terrariengröße und auch die Einrichtung sollten stets so gewählt sein, dass sie dem natürlichen Biotop der Tiere möglichst nahekommen. Nur so lässt sich das höchste Ziel der Terraristik - die Reptilien zur Nachzucht zu bringen - auch erreichen.

 

Der Timorwaran erklimmt in seinem natürlichen Lebensraum mühelos Bäume, Mauern oder Felsen. Auch im Terrarium wird die Höhe von den exellenten Kletterern gerne ausgenutzt. Die Rück- und eventuell auch die Seitenwände des Terrariums sollten daher mit stabilem Kork oder künstlichen Felsen gestaltet werden, um den Tieren ausreichend Aktions- und Kletterfläche zu bieten. Zur Inneneinrichtung zählen außerdem dicke Äste und Korkröhren mit engem Durchmesser. Diese nutzen die Tiere gerne als Rückzugsmöglichkeit.

 

Der Einsatz von echten Pflanzen ist zwecklos, da die Tiere wenig Sinn für Inneneinrichtung haben und die scharfen Krallen der Warane die Pflanzen innerhalb kürzester Zeit zerstören. Den Rest erledigen dann meist die Heuschrecken... Als Dekoration und zusätzliche Versteckmöglichkeit muss daher auf künstliche Pflanzen zurück gegriffen werden.

 

Varanus timorensis benötigt eine ausreichend große und stabile Wasserschale. Diese sollte so schwer sein, dass sie nicht umgestoßen oder verschoben werden kann. Als Bodengrund verwendet man am besten ein Gemisch aus Sand und Erde oder auch Waldrindeneinstreu.

 

Mehrere Thermometer und Hygrometer runden die Einrichtung des artgerechten Beckens ab. Am besten platziert man je ein Messinstrument an der wärmsten sowie an der kühlsten Stelle des Terrariums sowie direkt unter dem Wärmespot. So hat man Kontrolle über die Luftfeuchtigkeit und alle nötigen Temperaturzonen.

 

Beleuchtung


Um Warane im Terrarium gesund und artgerecht zu halten, ist das richtige Licht einer der wichtigsten Faktoren. Die Terrarienbeleuchtung hat in vielerlei Hinsicht Einfluss auf das Leben, das Verhalten und die Entwicklung der Tiere. In der Terrarienhaltung sind drei Facetten des Sonnenlichtes von Bedeutung: sichtbares Licht, infrarotes Licht und ultraviolettes Licht. Das „richtige“ Licht ist also leider nicht mittels einer einzelnen Lampe herzustellen und das natürliche Vorbild Sonne kann im Terrarium nicht erreicht werden. Man kann lediglich versuchen, die natürlichen Licht- und Temperaturverhältnisse bestmöglich zu simulieren. Vereinfacht gesagt, sollte die Beleuchtung ausreichend Wärme, Helligkeit und dass richtige Spektrum bieten.

 

Für den aus den Tropen stammende Timorwaran besteht unserer Ansicht nach die nötige Beleuchtung aus einem HQI-Strahler für die Helligkeit, einem UV-Flächenstrahler fürs UV-Licht sowie Wärmespots als lokale Sonnenplätze.

 

 

UV-Beleuchtung

UV-B Strahlung ist für einen besonders wichtigen Stoffwechselprozess der Warane Voraussetzung. Sie bewirkt, dass das für den Knochenaufbau und den Blutkalziumspiegel wichtige Vitamin D3 gebildet werden kann. Futterzusätze als alleinige Vitamin D3 Quelle reichen nicht aus und können allenfalls als sinnvolle Ergänzung gesehen werden. Mangelt es den Tieren an UV B Licht, sind schwerwiegende Stoffwechselerkrankungen (u. a. Rachitis) die Folge. Das fehlende Kalzium wird den Knochen entzogen und die fortschreitende Entmineralisierung des Körpers führt zu Knochenerweichungen. Die Tiere fangen an zu zittern, es kommt zu Knochendeformierungen und -brüchen und letztendlich zum qualvollen Tod des Tieres. Oft kann nur durch eine langwierige Behandlung das Leben des Tieres gerettet werden. Einmal aufgetretene Deformierungen sind jedoch irreparabel und bleiben dauerhaft bestehen.

 

UV-A Licht kann von Reptilien im Gegensatz zum Menschen wahrgenommen werden. Beim Einsatz von UV-A Licht können die Tiere ihre Umwelt besser wahrnehmen, sind aktiver, fressen besser und verpaaren sich unter umständen auch lieber.

 

UV-Flächenstrahler sind ideal, um Warane regelmäßig zu Bestrahlen und sie so mit diesen beiden nötigen UV-Strahlen zu versorgen. Diese Lampen verfügen über ein integriertes Vorschaltgerät und können in jede handelsübliche E27 Porzellanfassung geschraubt werden. Die 300 Watt Flächenstrahler (z. B. Osram Ultra Vitalux, Sanolux) sollten nicht dauerhaft in Betrieb sein, da dies Schäden an Haut und Augen der Tiere verursachen kann. Wir empfehlen für diesen Waran jeden 2. Tag eine Bestrahlungsdauer von 30 Minuten. Diese sollte nicht unterschritten werden, da die Lampe alleine 15 Minuten benötigt, um die maximale UVB-Abstrahlung zu erreichen. Der Abstand von der Lampe zum Tier sollte aufgrund der hohen Leistung 80 cm nicht unterschreiten. Diese Strahler sind also nur in sehr hohen Becken für eine feste Installation geeignet. Falls die Lampe außerhalb des Terrariums angebracht wird muss darauf geachtet werden, dass das Becken über ein Gazetop verfügt. (Glas filtert UV-Strahlung!)

 

 

Grundbeleuchtung / Helligkeit

Der Timorwaran ist ein tagaktiver Savannenbewohner. Er hat ein hohes Bedürfnis nach Helligkeit und Strahlungswärme. Aufgrund der Terrariengröße empfehlen wir als Grundbeleuchtung daher den Einsatz von HQI-Licht, welches eine sehr hohe Helligkeit bei niedrigem Energieverbrauch erzeugt. Dies erhöht sowohl die Aktivität als auch das Wohlbefinden und Fressverhalten der Tiere.

 

 

Lokale Sonnenplätze

Reptilien sind wechselwarme Tiere. Das bedeutet, ihre Körpertemperatur ist immer an die Umgebungstemperatur gebunden und sie sind auf äußere Wärmequellen angewiesen. Die Tiere sind nicht eigenständig in der Lage, z.B. durch das Verbrennen von Energie im Stoffwechsel die Körpertemperatur zu erhalten. Neben der UV-Beleuchtung und dem HQI - Licht sollte das Terrarium daher außerdem mit mindestens einem Wärmespot ausgestattet sein, der lokale Temperaturen von bis zu 40°C erzeugt und welchen die Tiere nach Bedarf aufsuchen bzw. meiden können.

 

 

Temperaturen & Steuerung

Insgesamt sollten im Becken verschiedene Temperaturzonen von etwa 26 bis 32°C geschaffen werden. Unmittelbar unter den Sonnenplätzen dürfen bis zu 40°C herrschen. Nachts liegen die Temperaturen bei etwa 20°C.

 

Die Sonnenscheindauer liegt im natürlichen Verbreitungsgebiet von Varanus timorensis bei annährend 12 Stunden täglich. Um einen regelmäßigen Tagesablauf zu simulieren, sollte die Beleuchtung automatisch über Zeitschaltuhren gesteuert werden.

 

Luftfeuchtigkeit / Klima


Im natürlichen Verbreitungsgebiet von Varanus timorensis gibt es von November bis März eine Regenzeit mit Monsunniederschlägen. Die folgende Grafik zeigt den durchschnittlichen Niederschlag (in mm) einer der Hauptstädte Timors (Kupang).



(Daten von Worldclimate.com)

 

Um den natürlichen Gegebenheiten möglichst nah zu kommen, sollte man auch im Terrarium Regenzeiten simulieren. Dazu eignet sich am besten der Einsatz einer Beregnungsanlage, welche mehrmals täglich ausgiebige Niederschläge simuliert. In den restlichen Monaten des Jahres - der Trockenzeit - reicht für den Timorwaran eine Luftfeuchtigkeit von 50 bis 70% aus.

 

Ernährung


Timorwarane ernähren sich carnivor, d. h sie sind Fleischfresser. In der Natur fressen die Tiere alles, was sie überwältigen können. Neben Insekten werden auch Fische, Krebstiere und kleine Echsen verspeist.

 

Die Vielfalt der Natur kann im Terrarium natürlich nicht erreicht werden. Man sollte daher stets darauf achten, die Ernährung der Tiere so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Neben Insekten wie Wanderheuschrecken, Grillen, Heimchen, Schaben, Zophobas und Rosenkäferlarven können auch Fische in Form von ganzen Stinten oder Sandgarnelen angeboten werden.

 

Insekten sollten vor der Verfütterung stets zusätzlich angereichert werden. (durch Anfüttern und Einstäuben mit einem Vitaminpräparat) Um zu vermeiden, dass Futtertiere entkommen und sich in der Einrichtung oder Rückwand des Terrariums verstecken können, immer nur so viele Insekten verfüttern, wie von den Waranen auch gefressen werden. Hin und wieder kann der Timorwaran auch eine nestjunge Maus bekommen. Pflicht ist dies in jedem Fall bei trächtigen Weibchen, um dem vermehrten Energiebedarf Rechnung zu tragen.

 

Zusammenfassung


Schutzstatus:

WA II Meldepflicht

Verbreitungsgebiet:

Süd Indonesien (auf den Inseln Timor, Sawu, Semau)

 

 

Temperatur:

Tagsüber: ca. 26- 32°C, Nachts: 20°C, Lokal: bis zu 40°C

Beleuchtung:

ca. 12 Stunden täglich, HQI-Licht, UV-A / UV-B Strahlung, Wärmespot

Luftfeuchtigkeit:

50 - 70% - Regenzeiten simulieren!

 

 

Terrarium:

(L x T x H) 150 x 60 x 120 cm

Maximale Größe:

GL ca. 60 cm, KRL ca. 25 cm

 

 

Aktivität:

Tagaktiv

Futter:

Insekten, gelegentlich junge Mäuse

 

 

Literatur:

Bennett, D. (1996): Warane der Welt - Welt der Warane. - Edition Chimaira, Frankfurt, 383 S.

 

Eidenmüller, B. (2003): Warane. - Herpeton, 174 S.

 

Kirschner, A., Müller, T. & H. Seufer (1996): Faszination Warane. - Kirschner & Seufer Verlag, 254 S.

 

 

 

                                      

 

 

                                      

 

 

                                      

 

 

Weitere Literaturempfehlungen (z. B. allgemeine Echsenbücher, Literatur für Anfänger, Bücher zum Terrrarienbau, der Einrichtung und Bepflanzung von Terrarien, Reptilienkrankheiten oder der Nachzucht einzelner Arten) findest Du in unserem Literaturverzeichnis

 

 

 

 

 

(c) 2008, www.reptilienland.com


 

 

 



Karteikarte




Varanus timorensis





Landschaft Westtimor