
Thamnophis radix (BAIRED & GIRARD, 1853) Prärie Strumpfbandnatter
(engl. Plains Garter Snake)
• Anfänger
• Liebhaber
• Erfahrene Schlangenhalter
In der Terraristik ist die Strumpfbandnatter ein echter Klassiker und fasziniert seit Jahrzehnten ihre Halter. Thamnophis radix bietet aufgrund der zahlreichen Farbvarianten eine Vielfalt, die sie für Einsteiger und Fortgeschrittene Terrarianer gleichermaßen interessant macht.
Die Prärie-Strumpfbandnatter gilt als sehr robust und anpassungsfähig. Da sie absolut unkompliziert in Haltung und Anspruch ist, wird diese Art gerne auch von Einsteigern in die Schlangenhaltung gewählt. In den USA gilt sie als DIE Anfängerschlange überhaupt. Mit nur wenig technischem Equipment, einem passenden Terrarium und etwas Inneneinrichtung ist Thamnophis radix sehr leicht zu halten und – da lebendgebärend, auch unproblematisch zu züchten. Von Anfängern wird diese Art häufig gewählt, da sie hauptsächlich mit Fischen ernährt werden und auf die (manchmal etwas abschreckende) Verfütterung von Mäusen verzichtet werden kann. Zudem werden Strumpfbandnattern nicht wirklich lang und haben einen entsprechend geringeren Platzbedarf als andere Schlangenarten.
Die Gattung der Strumpfbandnattern (Thamnophis) umfasst derzeit 31 verschiedene Schlangenarten mit insgesamt 74 Unterarten. Da sich die Gattung nach wie vor stetig weiterentwickelt, gibt es auch die Systematik betreffend immer wieder Neuentdeckungen, Änderungen und Verschiebungen. Die Art Thamnophis radix ist als eine der wenigen Strumpfbandnatterarten jedoch seit Jahren relativ stabil und es gab lediglich bezüglich eventueller Unterarten kleine Diskussionen.
Wie die deutsche Bezeichnung schon verrät, gehören Strumpfbandnattern zur Familie der Nattern (Colubridae) – genauer gesagt zu den Wassernattern (Unterfamilie Natricinae). Die Art Thamnophis radix wurde früher in die 2 Unterarten Thamnophis radix radix und Thamnophis radix haydenii aufgeteilt. Diese Einordnung ist aber wissenschaftlich gesehen zwischenzeitlich überholt (ROSSMANN et al. 1996)
Es wird vermutet, dass die Wassernattern ursprünglich aus Asien stammen. Heute ist Thamnophis radix in Nordamerika heimisch.
Thamnophis radix besiedelt in ihrem riesigen Verbreitungsgebiet, das vom südlichen Alberta (Kanada) bis ins nördliche New Mexico reicht, die unterschiedlichsten Biotope. Die Tiere sind Spezialisten der Anpassung und haben sich je nach Population mit den unterschiedlichsten klimatischen und geografischen Bedingungen arrangiert. Thamnophis radix kommt in Höhenlagen zwischen 120 und 2.300 m vor. Die Prärie-Strumpfbandnatter lebt bevorzugt auf Wiesen, Weiden oder in Sumpfgelände entlang verschiedener Gewässer. Man findet die Tiere aber auch in unmittelbarer Nähe des Menschen – in Parks, Gärten und sogar Großstädten.

Der natürliche Lebensraum der Strumpfbandnattern ist durch Zerstörung, Umgestaltung und Bebauung stark bedroht. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Menschen erleiden viele Tiere zudem den Straßentod. Im US-Bundesstaat Ohio gilt Thamnophis radix als gefährdet und wird gesetzlich geschützt.
Die Prärie-Strumpfbandnatter wird sehr häufig in Terrarien gehalten und ist dementsprechend sehr gut erforscht. Man weiß viel über ihre natürlichen Verhaltensweisen, ihren Lebensraum, Krankheiten und ihre Haltungsansprüche. Es gibt somit zahlreiche gute Bücher, Berichte und Veröffentlichungen über diese beliebte Schlangenart (siehe weiterführende Literatur am Ende dieses Beitrages).
Thamnophis radix ist überwiegend tagaktiv, wobei die Hauptaktivitätszeit je nach geografischer Lage und Jahreszeit variiert. Zu den natürlichen Feinden dieser Strumpfbandnatter zählen neben dem Ochsenfrosch auch die schlangenfressende Kettennatter und Säugetiere wie Dachs, Luchs, Waschbär oder Mader.
Prärie-Strumpfbandnattern gehören zu den kleiner bleibenden Schlangen. Weibchen werden mit maximal 100 cm erheblich länger als die männlichen Tiere (maximal 70 - 75 cm). Im Terrarium können die Tiere ein Alter von 10 bis 12 Jahren erreichen. Strumpfbandnattern sind sehr flinke und aktive Schlangen. Beim Kauf sollte man auf eben diese Aktivität und einen guten Ernährungszustand achten. Die Haut des Tieres sollte glatt, das Maul geschlossen und die Kloake nicht mit Kotresten verschmiert sein.
Aufgrund des lebhaften und aufgeweckten Temperamentes ist das Handling von Strumpfbandnattern etwas schwieriger als bei anderen Schlangen. Die Prärie-Strumpfbandnatter gilt aber als sehr ruhige Art, die nicht zum beißen neigt. Nimmt man ein Tier aus dem Terrarium sollte man die Schlange dennoch zunächst durch sanften Druck hinter dem Kopf am Boden fixieren. Beruhigt sich das Tier, kann man es in der Körpermitte greifen und vorsichtig auf die Hand nehmen. Auch hier sollte der Bewegungsdrang nicht komplett eingeschränkt werden. Bei Stress sondern die Tiere nämlich wie alle Wassernattern ein übelriechendes Sekret zur Feindabwehr ab. Die Mischung aus Exkrementen der Analdrüsen und Kot ist zwar ungefährlich stinkt aber nachhaltig. Nachzuchten der Prärie-Strumpfbandnatter gewöhnen sich in der Regel aber sehr schnell an ein regelmäßiges Handling durch den Pfleger und sind nur sehr selten nervös oder gar aggressiv.
Thamnophis radix ist absolut pflegeleicht. Einmal in der Woche sollte die Technik überprüft, das Terrarium von Kot- und Hautresten befreit und das Wasserbecken gereinigt werden. Eine Grundreinigung (kompletter Bodengrundwechsel, Reinigung und Desinfektion des Terrariums und aller Einrichtungsgegenstände) findet je nach Zustand etwa alle 6 Monate statt. Eine Urlaubsbetreuung der Schlangen wird meistens nicht benötigt. Verreist man lediglich 2 bis 3 Wochen, so kann man einfach eine Schlechtwetterperiode simulieren. Etwa 7 Tage vor Antritt der Reise werden die Tiere zum letzten Mal gefüttert. Sie haben dann noch etwas Zeit zum Verdauen, bis man am Tag der Abreise Licht und Wärmequellen abschaltet. Bei solch miesen Witterungsbedingungen sind Strumpfbandnattern viel weniger aktiv und können auch ohne permanente Betreuung den Urlaub ihres Pflegers schadlos überstehen. Es reicht vollkommen aus, wenn hin und wieder eine Kontrollperson frisches Wasser reicht und kurz nach dem rechten sieht.
Thamnophis radix darf in Europa frei gehalten und gehandelt werden. Die Tiere unterliegen keinerlei Nachweis-, Melde-, oder Dokumentationspflicht oder gehören schon mal gar nicht zu etwaigen „potentiell gefährlichen Schlangen“. Mit Papierkram hat man als Halter somit bei uns nichts am Hut. In den USA ist die Prärie-Strumpfbandnatter im Bundesstaat Ohio geschützt und unterliegt besonderen Bestimmungen. In Deutschland sind aber regelmäßig Nachzuchten erhältlich, so dass man ohnehin auf den Kauf von Wildfängen verzichten kann.
Aber auch ohne offiziellen Schutzstatus ist natürlich das Tierschutzgesetzt für jeden Halter bindend. Dieses besagt in Kurzform, dass ein Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend ernährt, gepflegt und untergebracht werden muss. Dabei darf die Möglichkeit des Tieres zu artgerechter Bewegung nicht so eingeschränkt werden, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder sonstige Schäden zugefügt werden. Jeder Tierhalter muss außerdem über Kenntnisse und Fähigkeiten für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung der Tiere verfügen.
Für Strumpfbandnattern der Gattung Thamnophis wird laut dem Gutachten über die „Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten – Referat Tierschutz für zwei Tiere die Formel 1,25 x 0,75 x 0,5 empfohlen. Für eine artgerechte Haltung müssen diese Werte mit der Gesamtlänge des größten Tieres multipliziert werden. Viele Thamnophis-Experten halten diese Empfehlung jedoch für etwas überdimensioniert. Für ein ausgewachsenes Pärchen Thamnophis radix würden wir ein Terrarium mit den Maßen 120 x 50 x 50 cm empfehlen. Jungtiere sollten in entsprechend kleineren Aufzuchtterrarien gehalten werden, da sie in zu großen Becken sehr scheue Verhaltensweisen zeigen und oft auch schlechter fressen.
Strumpfbandnattern sind wahre Ausbruchskönige. Insbesondere Jungtiere können durch die winzigsten Bohrlöcher und sogar durch den kleinen Spalt zwischen den Schiebescheiben des Terrariums entweichen – und tun dies auch regelmäßig, wenn man ihnen die Gelegenheit dazu gibt. Alle Kabelöffnungen müssen daher vor dem Einzug der Schlangen mit Silikon sorgfältig abgedichtet werden und die Lüftungsflächen dürfen nicht zu grob sein. Strumpfbandnattern erklimmen in nassem Zustand sogar blanke Glasflächen und haben kein Problem, auch eventuelle Deckenlüftungen zu erreichen! Das Schiebescheibenproblem lässt sich mit einfachen Isolierstreifen oder etwas Papier lösen und eine passende Scheibensicherung (gebogener Draht) stellt sicher, dass man die Scheiben auch stets bis zum Anschlag schließt. Schon beim Erwerb der Tiere sollte man an ein gut abgedichtetes Transportgefäß denken. Bei vielen handelsüblichen Plastikterrarien oder Faunaboxen können Strumpfbandnattern durch einen winzigen Spalt zwischen Dose und Deckel ausbüchsen…
Es ist ein Irrglaube, dass Strumpfbandnattern generell einen großen Wasserteil (Aquaterrarium oder Paludarium) brauchen. Für Thamnophis radix ist davon sogar aus mehreren Gründen absolut abzuraten. Zum einen sind diese Schlangen bei zu feuchter Haltung sehr anfällig für Hautkrankheiten, zum Anderen nutzen die Tiere das Wasserbecken sowohl zum Baden als auch zum Trinken. Da beim Baden häufig auch der (wie gesagt sehr weiche) Kot abgesetzt wird, ist regelmäßig ein kompletter Wasseraustausch erforderlich. Das ist in einem Aquaterrarium oder Paludarium nur sehr schwer zu realisieren. Besser ist daher der Einsatz eines großen Wassergefäßes, das problemlos für Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten aus dem Terrarium genommen werden kann. Strumpfbandnattern haben keinen wirklichen Sinn für Inneneinrichtung und baden gerne auch in einer ehemaligen 1,5 Liter Speiseeis Plastikdose. Im Gartencenter wird man auf der Suche nach Kunststoffbehältern ebenso fündig, wie im Zoofachhandel oder eben Supermarkt. Thamnophis sirtalis sollte relativ trocken gehalten werden. Die Wasserschale darf daher nicht auf Heizmatten, Kabel oder sonstige Wärmequellen gestellt werden, da dies die Luftfeuchtigkeit erhöhen würde (--> Hautkrankheiten!).
Stress ist für alle Reptilien absolutes Gift. Um diesen zu reduzieren und das Wohlbefinden der Tiere zu erhöhen, sind Rückzugsorte für Thamnophis radix unerlässlich! Strumpfbandnattern lieben den direkten Kontakt mit der Decke und die Versteckmöglichkeiten sollten daher eng und niedrig gewählt werden. Der Fantasie sind dabei so gut wie keine Grenzen gesetzt. Neben niedrigen Höhlen können auch befestigte Steinplatten oder künstliche Felsspalten, Keramikgefäße, Papprollen oder Korkröhren mit kleinen Durchmessern verwendet werden. Am besten platziert man unterschiedliche Rückzugsorte in verschiedenen Temperaturzonen des Terrariums, so dass die Schlangen ihren Aufenthaltsort je nach Bedürfnis wählen können. Viele Kletteräste werden von den Tieren ebenso wenig benötigt wie eine Verkleidung der Rück- und Seitenwände des Terrariums. Steine, Äste und Wurzeln werden jedoch gerne als Häutungshilfe benutzt, werten das Becken optisch auf und die zusätzliche Aktionsfläche wird von den Tieren ebenfalls gerne genutzt. Damit die Strumpfbandnattern jedoch nicht hinter die Rückwand gelangen können, muss diese überall gut mit Silikon abgedichtet sein.
Beim Substrat gibt es für Strumpfbandnattern verschiedene Alternativen. Je nach Anspruch hat man die Wahl zwischen einem möglichst natürlichen Bodengrund wie z. B. Waldrindeneinstreu bzw. Terrarienerde oder der hygienischen Haltung auf Zeitungs- oder Küchenpapier. Diese Variante ist sehr hygienisch, lässt aber optisch stark zu wünschen übrig. Wer hat in seinem Wohnzimmer schon gerne ein tolles Terrarium das mit Zeitungspapier ausgelegt ist? Allerdings ist es unbestritten, dass Strumpfbandnattern bei steriler Haltung sehr gut gedeihen, gesund bleiben und eine lange Lebenserwartung haben.
Verwendet man Waldrindeneinstreu als Bodengrund, muss bei einer Fütterung im Terrarium stets darauf geachtet werden, dass die Schlange beim Fressen kein Substrat aufnimmt. Das Streu sollte also so grob sein, dass es nicht verschluckt werden kann. Terrarienerde ist ein sehr natürliches Substrat, darf für Thamnophis-Arten aber weder zu trocken noch zu feucht sein. Andernfalls können Haut- und Atemwegserkrankungen die Folge sein. Manche Halter verwenden helles Kleintiereinstreu, da dies den sehr weichen Kot der Strumpfbandnattern gut aufsaugt. Je nach Hersteller kann dieses Streu jedoch stark stauben und so ebenfalls zu Atemwegserkrankungen führen. Die Nattern graben sich zudem sehr gerne in dieses weiche und lockere Streu ein und sind so weniger häufig für den Halter sichtbar. Besser ist da die Verwendung von hellem Einstreu, dass speziell für Schlangen entwickelt wurde und mittlerweile in vielen Terraristikfachgeschäften erhältlich ist. Alternativ wird von vielen Thamnophis-Haltern grobes Bucheneinstreu empfohlen, da dieses offenbar selbst bei Aufnahme durch die Schlange problemlos wieder ausgeschieden werden kann.
Messgeräte für Temperatur und Luftfeuchtigkeit runden die Einrichtung des Strumpfbandnatter-Terrariums ab. Am besten platziert man je ein Thermometer an der wärmsten und an der kühlsten Stelle, sowie direkt unter dem Wärmespot. So hat man stets die Kontrolle über alle nötigen Temperaturzonen.
Grundbeleuchtung
Die Prärie-Strumpfbandnatter ist in Punkto Beleuchtung wenig anspruchsvoll, das Terrarium sollte tagsüber lediglich mehrere Temperaturzonen von 20 bis 28°C bieten. Die Grundbeleuchtung des Terrariums dient in erster Linie dazu, einen Tag-/Nacht – Rhythmus zu simulieren. Thamnophis radix benötigt eigentlich kein künstliches UV-Licht. Allerdings kommen beim Einsatz einer Leuchtstoffröhre mit einem der Sonne ähnlichen Strahlungsspektrum die Farben der Tiere sehr viel besser zur Geltung. Als Grundbeleuchtung für das Terrarium eignet sich daher sehr gut eine Leuchtstoffröhre mit UV-Anteilen.
Wärme
Um punktuelle Sonnenplätze zu bieten und die Grundtemperaturen auf die entsprechenden Werte zu erhöhen, ist zusätzlich der Einsatz eines Wärmespots nötig. Dieser sollte entweder außerhalb des Beckens angebracht oder aber von einem Schutzgitter umgeben sein, damit die Schlangen nicht zu nah an die Heizquelle herankommen. Andernfalls könnte Ihr Tier sich schwerwiegende Verbrennungen zuziehen. Im direkten Lichtkegel des Strahlers dürfen Temperaturen von über 40°C herrschen. Nachts wird die Beleuchtung ausgeschaltet und die Temperaturen können auf Zimmertemperatur abfallen. Im Sommer liegt die Beleuchtungsdauer bei etwa 12 Stunden, im Winter wird sie langsam reduziert und schließlich komplett abgeschaltet.
Luftfeuchtigkeit
Zwar kommen Strumpfbandnattern in der Natur oft in der Nähe von Gewässern vor, allerdings nicht, weil das Wasser ihr Wohlbefinden steigert, sondern weil es ihnen reichlich Nahrung bietet. Im Terrarium sollten die Tiere eher trocken gehalten werden. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit führt bei den Tieren sehr schnell zu Hauterkrankungen, eine zu trockene Haltung kann Häutungsschwierigkeiten zur Folge haben. Vor einer Häutung kann die Luftfeuchtigkeit durch Übersprühen des Terrariums kurzzeitig erhöht werden. Reicht das nicht aus, schafft ein Bad in warmem Wasser Abhilfe. Zurück gebliebene Hautfetzen lösen sich meist schon nach kurzer Zeit von alleine, während die Tiere das warme Bad genießen…
Die Nahrung der Prärie-Strumpfbandnatter besteht in der Natur aus Amphibien, Fischen, kleinen Echsen, Mäusen, Vögeln, verschiedenen Würmern und Schnecken.
Auch wenn den Tieren in Gefangenschaft kaum eine derartige Vielfalt an Futtertieren geboten werden kann, bereitet die Ernährung auch im Terrarium meist keine Probleme. Strumpfbandnattern sind sehr gierig und wenig wählerisch. Die Verfütterung von heimischen Amphibien scheidet aus Artenschutzgründen grundsätzlich aus. Neben Mäusen und kleinen Ratten können Küken, verschiedene Fische, Regenwürmer, Schnecken, Asseln oder Insekten angeboten werden. Auch an Rinderherzen oder Putenstreifen lassen sich viele Tiere gewöhnen. Die meisten Thamnophis-Halter verfüttern überwiegend Fisch in Form von Stinten, Forellen oder verschiedenem Fischfilet. Verzichten sollte man hingegen auf Seefisch, Weißfisch wie z. B. Karpfen oder Goldfisch und gesalzene Fische! Verfüttert man regelmäßig Fisch, muss das Futter bei etwa jeder 3. Fütterung mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert werden. So ist z. B. Vitamin B1 (Thiamin) für alle Strumpfbandnattern lebensnotwenig, wird durch ein Enzym im Fisch jedoch zersetzt. Eine zusätzliche Gabe dieses Vitamins ist daher Voraussetzung für die dauerhafte Gesundheit von Thamnophis radix.
Prärie-Strumpfbandnattern fressen sowohl lebend als auch tot. Man kann also auch auf tiefgekühlte Nahrung zurückgreifen und diese über mehrere Monate im Tiefkühlfach lagern. Vor der Fütterung muss das Futtertier aber in jedem Fall komplett aufgetaut sein, da ansonsten innere Erfrierungen die Folge sein können! Zum Auftauen legt man das Futter am besten einige Zeit in eine Schüssel mit lauwarmem Wasser.
Adulte Strumpfbandnattern füttert man 1 bis 2 mal in der Woche mit der Pinzette oder durch das Einbringen einer gut gefüllten Futterschale. Die Tiere können aber auch ohne Probleme Fastenzeiten von bis zu 4 Wochen überstehen (z. B. wenn man im Urlaub ist). Die Größe der Futtertiere oder –brocken muss immer der Größe der Schlange angepasst werden. Während erwachsene Tiere ohne Probleme ausgewachsene Mäuse verschlingen können, müssen für Jungschlangen selbst Würmer mehrfach zerteilt werden.
Wir empfehlen alle Schlangen zur Fütterung aus dem Terrarium zu nehmen und einzeln in einer Plastikbox zu füttern. Dieses Vorgehen hat mehrere Vorteile. Zum einen können lebende Futtertiere sich nicht im Terrarium verstecken und haben nicht viele Möglichkeiten zu fliehen. Bei der Fütterung von Nagetieren verhindert man zudem durch das vorherige Abtöten Bissverletzungen bei seiner Strumpfbandnatter. Zum Anderen kann durch dieses Vorgehen vermieden werden, dass die Schlange mit dem Futtertier auch Substrat aufnimmt. Außerdem gibt es bei Strumpfbandnattern oft großen Futterneid, und es kann vorkommen, dass sich 2 Tiere in dasselbe Stück Fleisch verbeißen. Die Folge sind nicht selten schwerwiegende Verletzungen oder sogar Kannibalismus (Eine Schlange frisst mit dem Futtertier auch die andere Schlange auf). Ist eine Trennung der Tiere zur Fütterung nicht möglich, sollte man immer anwesend sein um im Notfall schnell eingreifen zu können.
In der Natur schwankt die Aktivitätszeit von Thamnophis radix je nach Verbreitungsgebiet. Nahezu alle Populationen halten aber eine mehrmonatige Winterruhe, die man den Tieren auch im Terrarium ermöglichen sollte. Die Wintertemperaturen sollten 10 bis 12°C nicht übersteigen. Um Thamnophis radix auf die bevorstehende Winterruhe vorzubereiten, stellt man Mitte November die Fütterung komplett ein. Zeitgleich werden die Wärmequellen des Terrariums abgeschaltet, eine Woche später folgt die Beleuchtung. Nach weiteren 7 Tagen können die Nattern in ihr Winterquartier überführt werden. Am besten Überwintert man Strumpfbandnattern auf feuchtem Bodengrund (z. B. Kleintierstreu) in Plastikboxen mit kleinen Luftlöchern im Deckel. Sofern sich am Deckel nicht genügend Kondenswasser bildet, muss den Tieren zusätzlich ein Schälchen mit Wasser zur Verfügung gestellt werden.
Die Box bringt man an einen kühleren Ort wie z. B. in den Keller oder in die Garage (sofern frostfrei). Wer diese Möglichkeiten nicht hat, kann auch den Kühlschrank nutzen. Es ist umstritten, ob das regelmäßige Anspringen des Kühlschrankgenerators die Tiere in ihrer Ruhephase stört oder nicht, eine Überwinterung im Kühlschrank ist aber in jedem Fall besser als gar keine Ruhephase. Auch ein ständiges Öffnen und Schließen (mit dem damit verbundenen Licht) könnte auf die Strumpfbandnattern störend wirken. Es ist also besser, ein eventuell vorhandenes und nicht täglich genutztes Zweitgerät für die Überwinterung seiner Tiere zu wählen. Natürlich muss man auch bei der Überwinterung auf die Ausbruchsicherheit der gewählten Dose achten und wöchentlich das Winterquartier auf Schimmel etc. überprüfen.
Nach 2 bis 3 Monaten können die Strumpfbandnattern wieder in ihr Terrarium überführt werden. Nach ein paar Tagen Eingewöhnung schaltet man zunächst die Beleuchtung und eine Woche später die Wärmequellen wieder ein. Erst wenn die normalen Tagestemperaturen wieder hergestellt sind, darf eine erste Fütterung der Tiere erfolgen.
Schutzstatus: |
keiner |
Verbreitungsgebiet: |
Weite Teile Nordamerikas |
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Temperatur: |
Tagsüber 20 – 28°C, Lokal bis 40°C, Nachts Zimmertemperatur |
Beleuchtungsdauer: |
12 Stunden täglich, Grundbeleuchtung & Wärmespot, Winterruhe! |
Luftfeuchtigkeit: |
trocken! 50 bis 60% |
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Terrariumempfehlung: |
Für adultes Pärchen / kleine Gruppe: 120 x 50 x 50 cm |
Maximale Größe: |
Weibchen ca. 100 cm, Männchen ca. 70 - 75 cm |
Durchschn. Größe: |
50 bis 90 cm |
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Aktivität: |
Überwiegend tagaktiv |
Futter: |
Mäuse, kleine Ratten, Küken, verschiedene Fische, Regenwürmer, Schnecken, Asseln und diverse Insekten. Außerdem Gewöhnung an Rinderherzen und Putenstreifen möglich. |
Es hat Dich gepackt und Du hast ernsthaftes Interesse an der Haltung dieser faszinierenden Art? Für eine erfolgreiche Pflege ist weiterführende Literatur ein absolutes Muss!
An dieser Stelle gibts daher ein paar Empfehlungen, wobei die Reihenfolge der einzelnen Publikationen rein zufällig ist...
Berichte in Zeitschriften
Grübner, D. Die häufigsten Strumpfbandnattern im Terrarium. Draco 25 (2006): S. 32-39
Grübner, D. & Sonnenberg, J. Farbformen bei Strumpfbandnattern
Draco 25 (2006): S. 77-85
Hallmen, M. Crashkurs Kreuzungsgenetik
Reptilia 55 (2005): S. 23-32
Hallmen, M. FAQ Strumpfbandnattern
Reptilia 67 (2007): S. 90-93
Hallmen, M. Farb- und Zeichnungszuchten in der Terraristik
Reptilia 55 (2005): S. 16-22
Hallmen, M. & Chlebowy, J. Seltene Farbformen der Prärie-Strumpfbandnatter Thamnophis radix gezüchtet. Elaphe 9 (1) (2001): S. 18-20
Hallmen, M. & Grübner, D. Überblick über die Gattung Thamnophis
Draco 25 (2006): S. 6-24
Hallmen, M. & Sonnenberg, J. Hilfen zur Unterscheidung einiger Unterarten und Farbformen bei Strumpfbandnattern. Draco 25 (2006): S. 50-59
Rüschoff, B. & Christian, B. & Grübner, D. Häufige Erkrankungen bei Strumpfbandnattern
Draco 25 (2006): S. 94-101
Weitere Literaturempfehlungen (z. B. allgemeine Schlangenbücher, Literatur für Anfänger, Bücher zum Terrrarienbau, der Einrichtung und Bepflanzung von Terrarien, Reptilienkrankheiten oder der Nachzucht einzelner Arten) findest Du in unserem Literaturverzeichnis
(c) 2008, www.reptilienland.com
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