
Timon lepidus (ehem. Lacerta lepida) Perleidechse
- Einsteiger
- Erfahrene Halter
Die Perleidechse ist aufgrund ihrer Farbenpracht, ihres interessanten Verhaltens und nicht zuletzt wegen ihres Temperamentes bei Einsteigern und erfahrenen Haltern gleichermaßen beliebt. Die Tiere sind sehr robust und einfach zu halten. Allerdings muss der große Platzbedarf und die Langlebigkeit dieser Echsen vor einer Anschaffung berücksichtigt werden.
Die Perleidechse gehört zur Familie der echten Eidechsen (Lacertidae). Früher wurde diese Art als Lacerta lepida bezeichnet, vor einigen Jahren wurde aber die Gattung Timon eigenständig und enthält neben Timon lepidus nun außerdem die Arten Timon pater, Timon tanganicus und Timon princeps. Timon lepidus hat derzeit die folgenden Unterarten zu bieten:
- Timon lepidus lepidus
- Timon lepidus nevadensis
- Timon lepidus iberica
- Timon lepidus oteroi
Timon lepidus kommt in weiten Teilen Mittel- und Südeuropas vor. Insbesondere Spanien, Südfrankreich, Norditalien und die Westalpen zählen zu ihren natürlichen Verbreitungsgebieten. Darüber hinaus ist sie im Nordwesten Afrikas beheimatet.

Trockene und sandige bis steinige Habitate mit sehr starker Sonneneinstrahlung bilden ihren angestammten Lebensraum. Sie besiedeln sowohl Gelände mit dichter Vegetation als auch sehr felsiges Gelände. Ihre Unterschlüpfe suchen die Tiere oft in verlassenen Nagerbauten oder Felsspalten, wobei die Dornbuschvegetation den Tieren Sicherheit und Schutz bietet.
Die Perleidechse wurde bisher nicht in das Washingtoner Artenschutzabkommen (WAII) oder die Europäische Artenschutzverordnung aufgenommen. Allerdings sind die Tiere wie alle europäischen Reptilien nach der Bundesartenschutzverordnung geschützt. Als Halter benötigt man somit einen Herkunftsnachweis, den man bei Kauf des Tieres vom Händler bzw. Züchter erhält. Mit diesem Dokument muss man die Haltung der zuständigen Behörde melden (Bei uns: Untere Landschaftsbehörde Kreis Mettmann, Goethestr. 23, 40822 Mettmann, Tel.: 02104-0, Frau Peschkes) Andere Meldebehörden und Ansprechpartner findet ihr in unserem Bereich Artenschutz
Außerdem ist natürlich das Tierschutzgesetz für jeden Halter bindend. Dieses besagt in Kurzform, dass ein Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend ernährt, gepflegt und untergebracht werden muss. Dabei darf die Möglichkeit des Tieres zu artgerechter Bewegung nicht so eingeschränkt werden, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder sonstige Schäden zugefügt werden. Jeder Tierhalter muss außerdem über Kenntnisse und Fähigkeiten für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung der Tiere verfügen.
Um die natürlichen Bestände zu schonen und die Gewissheit zu haben, ein von Geburt an gut versorgtes und an Menschen gewöhntes Tier zu erhalten, sollte man sich immer auf die Suche nach einem guten Züchter machen...
Noch vor wenigen Jahren war es sehr schwierig, Perleidechse zu erwerben. Mittlerweile gibt es aber zahlreiche private Halter, die der Faszination dieser wunderschön gefärbten und interessanten Echsen verfallen sind. Nahezu alle in Deutschland gehandelten Perleidechsen sind Nachzuchten dieser privaten Pfleger und Züchter. Beim Kauf sollte man vor allem darauf achten, dass die Tiere nicht träge alles mit sich machen lassen. Gesunde Perleidechsen lassen sich nicht so einfach auf die Hand nehmen sondern versuchen unmittelbar zu fliehen. Eingefallene Augen oder sichtbare Rippen sind ebenfalls schlechte Zeichen und man sollte vom Kauf eines solchen Tieres besser Abstand nehmen…
Perleidechsen sind die größten europäischen Eidechsen. Die Tiere erreichen eine Gesamtlänge von 50 bis 80 cm, wobei die Weibchen jedoch erheblich kleiner bleiben als die Männchen. Etwa zweidrittel der Länge fällt auf den kräftigen Schwanz der Echsen. Dieser ist übrigens nicht greiffähig, kann bei drohender Gefahr aber dank seiner Sollbruchstellen abgeworfen werden. Der abgestoßene Teil zappelt noch eine ganze Weile, so dass der Angreifer abgelenkt ist und die Eidechse flüchten kann. Beim Handling mit Timon lepidus sollte man daher stets sehr vorsichtig umgehen. Zwar bildet sich nach dem Abstoßen des Schwanzes innerhalb weniger Wochen ein sogenanntes Regenerat, dieses ist aber meistens nicht so lang und toll gemustert wie der ursprüngliche Schwanz und gilt somit als kleiner Schönheitsfehler.
Männliche Perleidechsen bilden Reviere und sind territorial. Allerdings sind sie gegenüber Artgenossen meist weniger aggressiv als andere Eidechsen. Juvenile und subadulte Tiere verhalten sich untereinander in der Regel sehr friedlich. Im Terrarium hält man Perleidechsen am besten Paarweise oder – ein ausreichend großes Terrarium vorausgesetzt - in kleinen Gruppen von 1 Männchen und 2 Weibchen. Eine Gruppenhaltung mindert den Paarungsstress der Weibchen, eine Garantie dass es funktioniert gibt es aber natürlich nicht. Es kann durchaus vorkommen, dass sich die weiblichen Tiere nicht vertragen. Man sollte seine Tiere daher in den ersten Tagen der Vergesellschaftung sehr gut beobachten und für den „Ernstfall“ immer ein Ersatzbecken bereithalten um eventuelle Streithähne trennen zu können.
Vor der Anschaffung eines solchen Tieres sollte man bedenken, dass die Lebenserwartung von Perleidechsen bei artgerechter Haltung und guter Ernährung im Terrarium durchaus 20 Jahre oder mehr betragen kann. Es kommt also jahrelange tägliche Pflege und sicherlich auch der eine oder andere Tierarztbesuch auf einen zu. Außerdem sollte man sich im Vorfeld auch schon über eine eventuelle Urlaubsbetreuung seiner Tiere Gedanken machen…
Perleidechsen sind sehr aktive und lebhafte Echsen. Das Terrarium für ein adultes Pärchen sollte daher mindestens die Maße 150 x 60 x 80 cm (L x T x H) haben. Aber auch hier gilt, je mehr Lauffläche die Tiere haben und je besser strukturiert das Becken ist, desto mehr natürliche Verhaltensweisen wird der Pfleger von seinen Tieren sehen.
Auch die Haltung in Freilandanlagen ist bei Perleidechsen zumindest im Sommer denkbar. Allerdings sollte den Tieren stets in einem überdachten Teil eine zusätzliche Wärmequelle (z. B. Halogenstrahler) zur Verfügung stehen, da wir bei uns weit weniger Sonnenstrahlung haben, als es im südlichen Europa der Fall ist. Der Standort eines solchen Geheges wird am besten so sonnig wie möglich gewählt, da Perleidechsen die direkte Sonneneinstrahlung lieben. Dennoch sollten aber immer auch kühlere und schattige Rückzugsorte zur Verfügung stehen. Um die Tiere vor Beutegreifern wie z. B. Vögeln, Katzen oder Füchsen zu schützen, muss das Freilandgehege außerdem oben durch Drahtgaze o. ä. abgedeckt sein. Außerdem muss man sicherstellen, dass die Perleidechsen die Gehegebegrenzungen nicht untergraben können.
Da die Perleidechse sehr gerne gräbt, müssen alle Einrichtungsgegenstände im Terrarium gut befestigt sein. Die Tiere sind zwar Bodenbewohner aber dennoch auch sehr gute Kletterer. Sie können bei Gefahr, trotz der kurzen Beine sehr schnell davon rennen. In der Natur erklettert Timon lepidus auf der Flucht notfalls sogar senkrecht stehende Baumstämme. Ansonsten werden senkrechte Flächen jedoch nur sehr ungern beklettert. Das Terrarium darf aber durchaus auch grobe Äste (wie z. B. Korkstämme) als Klettermöglichkeit enthalten. Unabdingbar ist außerdem ein stets feucht gehaltenes Versteck pro Tier! Perleidechsen sind sehr scheu und benötigen in jedem Fall einen Rückzugsort, wo sie in Deckung gehen können und sich sicher fühlen. Hier eignen sich zum Beispiel befestigte! Steinaufbauten, spezielle Schlupfkisten, Felsspalten, Höhlen oder hohle Korkröhren. Der Rückzugsort sollte mit einem feuchtigkeitsspeichernden Substrat wie z. B. Rindenmulch oder einem Sand-Torf-Gemisch gefüllt und stets leicht feucht gehalten werden. Empfehlenswert ist außerdem, dass das Versteck für den Pfleger gut zugänglich ist (z. B. durch einen abnehmbaren Deckel o. ä.). Das erleichtert Kontroll- und Reinigungsarbeiten enorm und sollte bei Eigenkonstruktionen aus künstlichen Felsen berücksichtigt werden.
Zusätzliche Aktionsfläche für die Tiere kann man durch künstliche Felsrück- und Seitenwände sowie diverse Steinaufbauten schaffen. Perleidechsen nutzen diese – sofern sie nicht zu steil sind - gerne zum Klettern. Der Selbstbau solcher Rückwände hat den Vorteil, dass man direkt einige Rückzugsorte in Form von Felsspalten oder Höhlen integrieren kann. Für eine ausreichende Stabilität der künstlichen Felsen kann eine zusätzliche Versiegelung mit Epoxydharz sorgen, die gleichzeitig auch eine bessere Reinigung der Felsstrukturen ermöglicht.
Um den Lebensraum dieser Echsen möglichst natürlich zu imitieren, kann man auf Pflanzen aus dem Mittelmeergebiet zurückgreifen. Hier bieten sich z. B. kleine Zitronen- oder Apfelsinenbäume oder der Mäusedorn (Ruscus aculeatus) an. Allerdings gedeihen diese Pflanzen aufgrund der geringen Lichtintensität im Terrarium oft nicht auf Dauer und müssen regelmäßig ausgetauscht werden. Alternativ kann man verschiedene Philodendron- und Ficusarten verwenden. Bei der Bepflanzung eines Terrariums sollte darauf geachtet werden, dass die gewählten Pflanzen keinerlei Dünger oder sonstige Schadstoffe enthalten. Um eventuelle Pestizidrückstände zu entfernen, neue Pflanzen immer mehrfach abduschen und die Blätter gut abwaschen. Es gibt außerdem einige Arten, die für die Tiere giftig sein können und auch auf besonders stachelige Arten sollte man aufgrund der Verletzungsgefahr besser verzichten. Im guten Fachhandel sind oft spezielle, ungedüngte Terrarienpflanzen im Angebot, die man bedenkenlos verwenden kann.
Wer keinen grünen Daumen hat, der kann natürlich auch auf künstliche Pflanzen zurückgreifen. Perleidechsen haben keinen Sinn für Inneneinrichtung und es ist den Tieren relativ egal, ob sich im Terrarium echtes oder unechtes Grünzeug befindet. Mit schönen, künstlichen Gräsern, Wurzeln, Büschen und sonstigem „Gestrüpp“ lässt sich das recht trockene Habitat der Tiere auch auf diesem Wege gut imitieren und das Becken optisch aufwerten.
Generell sollte das Terrarium nicht zu vollgepackt werden, da Perleidechsen immer auch genügend Lauffläche benötigen. Etwa die Hälfte des Terrarienbodens sollte daher frei von Einrichtungsgegenständen bleiben. Als Bodengrund eignet sich für Perleidechsen am besten staubfreier Sand (für die trockenen Bereiche) und ein Sand-Torf-Gemisch (für die leicht feuchten Bereiche und Rückzugsorte).
Eine große Wasser- und Futterschale sowie Messgeräte für Temperatur und Luftfeuchtigkeit runden die Einrichtung eines artgerechten Terrariums ab. Am besten bringt man je ein Thermometer an der wärmsten sowie an der kühlsten Stelle des Beckens an. So kann ziemlich genau überprüft werden, ob das gewünschte Temperaturgefälle erreicht wird und alle benötigten Temperaturzonen vorhanden sind.
Um Perleidechsen gesund und artgerecht zu halten, ist das richtige Licht einer der wichtigsten Faktoren. Die Terrarienbeleuchtung hat in vielerlei Hinsicht Einfluss auf das Leben, das Verhalten und die Entwicklung der Tiere. In der Terrarienhaltung sind drei Facetten des Sonnenlichtes von Bedeutung: sichtbares Licht, infrarotes Licht und ultraviolettes Licht. Das „richtige“ Licht ist also leider nicht mittels einer einzelnen Lampe herzustellen. Denn vereinfacht gesagt, sollte es ausreichend Wärme, Helligkeit und dass richtige Spektrum bieten.
Als tagaktive Echse braucht die Perleidechse viel Sonne. In der Natur sind diese Tiere wahre Sonnenanbeter, die sich direkt in die pralle Sonne setzen und erst kühlere Zonen aufsuchen, wenn akute Überhitzung droht. Als Ruheplätze hingegen bevorzugen sie Orte mit einer gewissen Restfeuchte. Für diese Echsenart besteht daher unserer Ansicht nach die ideale Beleuchtung aus einem HQI-Strahler für die Helligkeit, einem UV-Flächenstrahler fürs UV-Licht sowie diversen Wärmespots als lokale Sonnenplätze. Die Beleuchtungsdauer beträgt im Sommer 12-14 Stunden täglich und sollte im Winter schrittweise auf 8 Stunden reduziert werden.
Grundbeleuchtung
Perleidechsen sind tagaktiv und haben ein sehr hohes Bedürfnis nach Helligkeit und Strahlungswärme. Als Terrarienbeleuchtung empfehlen wir daher den Einsatz von HQI-Licht, welches eine sehr hohe Helligkeit bei niedrigem Energieverbrauch erzeugt. Dies erhöht sowohl die Aktivität als auch das Wohlbefinden und Fressverhalten der Tiere.
Strahlungswärme
Alleine durch HQI-Licht sind die benötigten hohen Tagestemperaturen nicht zu erreichen. Auch erzeugen diese Leuchtmittel nur sehr geringe Strahlungswärme. Wie alle Reptilien sind jedoch auch Perleidechsen wechselwarme Lebewesen. Sie sind also nicht in der Lage, ihre Körpertemperatur durch Nahrungsverbrennung selbstständig aufrecht zu erhalten sondern regulieren diese stattdessen durch die Umgebungstemperatur. Neben dem HQI-Licht sollte das Terrarium daher außerdem mit mindestens einem Wärmespot ausgestattet sein, der lokale Temperaturen von bis zu 45°C erzeugt und welchen die Tiere nach Bedarf aufsuchen bzw. meiden können. Im übrigen Terrarium sollten tagsüber Temperaturen von 25 – 35°C herrschen. Nachts reicht den Tieren Zimmertemperatur, die nach kurzer Zeit automatisch erreicht wird, wenn alle Licht- und Heizquellen ausgeschaltet wurden.
UV-Beleuchtung
UV-B Strahlung ist für einen besonders wichtigen Stoffwechselprozess der Perleidechsen Voraussetzung. Sie bewirkt, dass das für den Knochenaufbau und den Blutkalziumspiegel wichtige Vitamin D3 gebildet werden kann. Futterzusätze als alleinige Vitamin D3 Quelle reichen nicht aus und können allenfalls als sinnvolle Ergänzung gesehen werden. Mangelt es den Tieren an UV B Licht, sind schwerwiegende Stoffwechselerkrankungen (u. a. Rachitis) die Folge. Das fehlende Kalzium wird den Knochen entzogen und die fortschreitende Endmineralisierung des Körpers führt zu Knochenerweichungen. Die Tiere fangen an zu zittern, es kommt zu Knochendeformierungen und -brüchen und letztendlich zum qualvollen Tod des Tieres. Oft kann nur durch eine langwierige Behandlung das Leben des Tieres gerettet werden. Einmal aufgetretene Deformierungen sind jedoch irreparabel und bleiben dauerhaft bestehen.
UV-A Licht kann von Reptilien im Gegensatz zum Menschen wahrgenommen werden. Beim Einsatz von UV-A Licht können die Tiere ihre Umwelt besser wahrnehmen, sind aktiver, fressen besser und verpaaren sich unter umständen auch lieber.
UV-Flächenstrahler sind ideal, um Ihre Tiere regelmäßig extern, oder bei entsprechend großen Becken auch im Terrarium zu Bestrahlen und sie so mit den nötigen UV-Strahlen zu versorgen. Diese Lampen verfügen über ein integriertes Vorschaltgerät und können in jede handelsübliche E27 Porzellanfassung geschraubt werden. Die 300 Watt Flächenstrahler (z. B. Osram Ultra Vitalux, Sanolux) sollten nicht dauerhaft in Betrieb sein, da dies Schäden an Haut und Augen der Tiere verursachen kann. Für Perleidechsen reicht der Einsatz eines Flächenstrahlers 2-3 x in der Woche für jeweils 30 Minuten. Diese Beleuchtungsdauer sollte nicht unterschritten werden, da die Lampe alleine 15 Minuten benötigt, um die maximale UVB-Abstrahlung zu erreichen. Der Abstand von der Lampe zum Tier sollte aufgrund der hohen Leistung 80 cm nicht unterschreiten. UV-Flächenstrahler sind daher nur in sehr großen Terrarien für eine feste Installation geeignet. Bei einem offenen Terrarium kann die Lampe aber auch einfach darüber gehängt und mittels Zeitschaltuhr gesteuert werden. Bitte beachten Sie jedoch, das Glas UV-Licht filtert! Das Terrarium sollte also oben wirklich komplett offen oder aber mit einem UV-durchlässigen Gazetop versehen sein.
In ihrem natürlichen Lebensraum sind adulte Perleidechsen große Räuber. Neben Insekten erbeuten sie auch kleine Wirbeltiere wie z. B. neugeborene Kaninchen, Jungschlangen oder andere Eidechsen. Aber auch Eier, kleine Vögel, diverse Wildkräuter und reife Früchte stehen in der Natur auf ihrem Speiseplan.
Auch im Terrarium sind Perleidechsen nicht wählerisch. Die Ernährung sollte dennoch stets so abwechslungsreich wie möglich gestaltet werden. Neben den üblichen Futterinsekten wie Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben können auch Mehlwürmer, Zophobas oder Wachsmaden angeboten werden. Zusätzlich kann regelmäßig überreifes Obst, Wildkräuter oder Löwenzahnblüten und -blätter verfüttert werden. In der Literatur ist außerdem von getrockneten Linsen und Bohnen die Rede, unsere Tiere haben dieses Futter jedoch (als einziges) verschmäht. Hin und wieder dürfen Perleidechsen auch eine nestjunge Maus verspeisen. Dieses Futter ist insbesondere bei trächtigen Weibchen zu empfehlen, da diese einen erhöhten Nährstoffbedarf haben. Generell sollten alle Futtertiere vor der Verfütterung mit einem Mineralstoffpräparat angereichert werden. (z. B. mit Korvimin ZVT – gibt’s beim Tierarzt) Um Mangelerscheinungen zu vermeiden, ist es außerdem ratsam, Lacerta lepida immer ein kleines Schälchen mit zerstoßener Sepiaschale zur Verfügung zu stellen und den Tieren so die Möglichkeit zu geben, bei Bedarf zusätzliches Kalzium aufzunehmen. Ausgewachsene Perleidechsen füttert man lediglich 2 bis 3 mal in der Woche um eine Verfettung zu vermeiden.
Jungtiere von Timon lepidus werden hingegen noch täglich gefüttert. Die Futtertiere sollten entsprechend kleiner gewählt werden. Also kleine Heuschrecken, kleine Heimchen, kleine Grillen, Krullfliegen oder Buffalo-Würmer… Von Beginn an sollte den Tieren auch pflanzliche Nahrung angeboten werden. Durch 1 bis 2 Fastentage erhöht sich meist die Bereitschaft der Jungtiere, auch dieses Futter anzunehmen.
Auf unbelasteten Wiesen (ohne Dünger, Pestizide, Autos, Industrie…) oder im eigenen Garten kann man seinem Tier in den Sommermonaten ein sehr nährstoffreiches Futter selber fangen. Unsere heimischen Insekten werden auch als Wiesenplankton bezeichnet. Sie sind reich an Nährstoffen und durch die große Artenvielfalt ein sehr abwechslungsreiches Futter. Aber egal ob in der freien Natur oder im heimischen Garten – auch bei Insekten muss auf den Artenschutz geachtet werden.
Das Trinkwasser der Tiere sollte täglich gewechselt werden, da sich ansonsten sehr schnell Keime und Bakterien bilden.
Zum natürlichen Jahresrhythmus der Perleidechsen gehört eine Winterruhe, die auch im Terrarium simuliert werden sollte. Diese Ruhephase erhöht das allgemeine Wohlbefinden, regt den Paarungstrieb an und erhöht zudem die Lebenserwartung der Tiere. Die Temperaturen müssen natürlich schrittweise abgesenkt werden. Von Oktober bis Ende November wird die Beleuchtungsdauer langsam auf 6-8 Stunden täglich gesenkt. Anfang November werden die Wärmespots komplett weggelassen, so dass lediglich die Grundbeleuchtung bleibt. Die Tiere ziehen sich in dieser Zeit automatisch zurück (z. B. in eine ins Terrarium integrierte Schlupfkiste) Die idealen Temperaturen während der Winterruhe liegen je nach Herkunftsgebiet zwischen 4 und 12 °C. Sofern man dies nicht im eigentlichen Terrarienraum realisieren kann, ist die Überführung der Kiste in einen kühleren Raum (z. B. Keller oder Garage) ratsam.
Da Perleidechsen bei niedrigen Temperaturen nicht mehr richtig verdauen können, muss die Fütterung vorher komplett eingestellt werden. Es ist extrem wichtig, dass der Darm der Tiere vor der Winterruhe vollständig entleert ist! Während der Winterruhe verharren die Echsen fast bewegungslos. Kommen sie auch nach mehreren Wochen nicht zur Ruhe, kann es sein, dass die Temperaturen noch zu hoch oder die Tiere krank sind. Alle 14 Tage sollte die Schlupfkiste überprüft und das Substrat neu befeuchtet werden. Ein Anfassen oder gar Herausnehmen der Tiere aber bitte vermeiden…
Nach etwa 3 Monaten bringt man die Schlupfkiste zurück ins Terrarium und lässt Beleuchtungsdauer und Temperaturen schrittweise wieder ansteigen.
Eine Winterruhe sollte stets von der körperlichen Konstitution der Echsen abhängig gemacht werden. Generell ist es ratsam, nur gesunde Tiere in die Winterruhe zu schicken. (Um sicher zu gehen, am besten vorher eine Kotprobe untersuchen lassen)
Schutzstatus: |
Bundesartenschutzverordnung. Meldepflicht durch Herkunftsnachweis |
Verbreitungsgebiet: |
Mittel- und Südeuropa, Nordafrika |
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Tagsüber: 25 - 35°C, Lokal: bis 45°C, Nachts: Zimmertemperatur |
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Beleuchtung: |
12 Stunden täglich, HQI, UV-A und UV-B Strahlung sowie Wärmespots |
Luftfeuchtigkeit: |
40 - 60%, ein feuchter Rückzugsort sollte vorhanden sein. |
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Terrariumempfehlung: |
150 x 60 x 80 cm für adultes Pärchen |
Maximale Größe: |
50 - 80 cm |
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Aktivität: |
Tagaktives Tier |
Futter: |
Insekten (Heuschrecken, Grillen, Zophobas...), evtl. Früchte |
Es hat Dich gepackt und Du hast ernsthaftes Interesse an der Haltung dieser faszinierenden Art? Für eine erfolgreiche Pflege ist weiterführende Literatur ein absolutes Muss!
An dieser Stelle gibts daher ein paar Empfehlungen, wobei die Reihenfolge der einzelnen Publikationen rein zufällig ist...
Berichte in Zeitschriften
Mertens, R. (1960): Schwarze Reptilien aus dem Tessin.
Natur und Volk, 90: 64-67.
Kroniger, M. & Zawadzki, M. (2005): Eidechsen im Terrarium
Draco 21: S. 28-37
Langerwerf, B. (1981): Nigrinos bei der Nachzucht von Lacerta lepida pater.
herpetofauna, Ludwigsburg, Jahrgang 3, Heft 12: Seite 21-22)
Troidl, S. (1999): Melanismus bei Timon lepidus,
DIE EIDECHSE (Mitteilungsblatt der DGHT-AG Lacertiden), Jahrgang 10, Heft 1
Weitere Literaturempfehlungen (z. B. allgemeine Echsenbücher, Literatur für Anfänger, Bücher zum Terrrarienbau, der Einrichtung und Bepflanzung von Terrarien, Reptilienkrankheiten oder der Nachzucht einzelner Arten) findest Du in unserem Literaturverzeichnis
(c) 2008, www.reptilienland.com
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